Acrylamid in Lebensmitteln stoppen

07.11.2002 Zurück zur Übersicht

Lebensmittelindustrie und Politik in Deutschland blockieren Akutmaßnahmen gegen Acrylamid mit dem Hinweis auf weiteren Forschungsbedarf. Dies widerspricht für foodwatch eindeutig Verbraucherschutzinteressen. Acrylamid ist ein hochtoxischer Stoff, erbgutverändernd und krebserregend. In der EU existiert für Trinkwasser bereits ein Grenzwert für Acrylamid von 0,1 Mikrogramm pro Liter, was praktisch einem Verbot entspricht.

Die Lebensmittelindustrie, das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und auch das Verbraucherschutzministerium verweisen auf weiteren Forschungsbedarf vor der Festsetzung von Grenzwerten und Regelungen für Acrylamid. Als erste Maßnahme sollen nun Hersteller, deren Produkte mehr als 1.000 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm enthalten, zur Änderung der Herstellungsverfahren aufgefordert werden.

foodwatch sieht darin einen massiven Verstoß gegen vorsorgenden gesundheitlichen Verbraucherschutz. Es existieren bereits Verfahren, die das Auftreten von Acrylamid beim Erhitzen, Backen oder Frittieren von Lebensmitteln drastisch reduzieren oder gar ganz vermeiden: Das hochtoxische Acrylamid hat im Essen nichts zu suchen. Das Verbraucherschutzministerium muss auf dem Verordnungsweg dafür sorgen, dass nur noch Acrylamid-freie Lebensmittel in die Regale kommen. Es müssen zumindest dieselben Standards wie beim Trinkwasser gelten.

Nach Ansicht von foodwatch übt nur ein Verbot den notwendigen Druck auf die Industrie aus, Herstellungsprozesse, die nicht zum Auftreten von Acrylamid führen, auch einzusetzen. foodwatch fordert die Ministerin Renate Künast auf, ihre eigenen Prinzipien ernst zu nehmen. Im Koalitionsvertrag steht: Der Schutz der Verbraucher hat absoluten Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen.

 
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