foodwatch veröffentlicht Hygiene-Kontrollberichte zu Oktoberfest-Brauereien - Verbraucherorganisation kritisiert Intransparenz der bayerischen Lebensmittelüberwachung

  • Bislang unveröffentlichte Kontrollergebnisse zeigen überwiegend guten Hygienezustand bei Münchner Brauereien, jedoch Beanstandungen bei Augustiner-Bräu 
  • Knapp 1.500 Hygienekontrollen beim Oktoberfest und 5 Prozent Beanstandungen
  • foodwatch: Ergebnisse von Lebensmittelkontrollen dürfen nicht länger Geheimsache sein

München/Berlin. Zum Start des Oktoberfestes hat die Verbraucherorganisation foodwatch bislang geheime Ergebnisse amtlicher Lebensmittelkontrollen bei Münchner Brauereien veröffentlicht. Die Dokumente zeigen: In den Jahren 2013 bis 2017 gab es nur wenige Beanstandungen. Als einzige Oktoberfest-Brauerei kam es bei Augustiner-Bräu mehrfach zu Verstößen: 2015 und erneut 2017 beanstandeten die amtlichen Kontrolleure feuchte Wände und Schimmelbefall in den Produktionsstätten.

„Die große Mehrzahl aller Lebensmittelbetriebe arbeitet sauber und hält sich an die Regeln. Das Problem ist: Die Verbraucherinnen und Verbraucher können die sauberen Betriebe nicht von den Schmuddelläden unterscheiden, weil Kontrollergebnisse wie ein Staatsgeheimnis behandelt werden. Das ist völlig unverständlich“, sagte Johannes Heeg von foodwatch. Die Verbraucherorganisation forderte, dass Lebensmittelbehörden per Gesetz dazu verpflichtet werden müssten, alle Ergebnisse von Lebensmittelkontrollen von sich aus zu veröffentlichen. Das würde sowohl den Verbraucherinnen und Verbrauchern helfen als auch den sauber arbeitenden Betrieben. „Wenn alle Kontrollergebnisse öffentlich sind, wissen die Menschen, welche Betriebe sich nicht an die Regeln halten. Die Veröffentlichung von Kontrollergebnissen ist gut für die Verbraucher und gut für die ehrlichen Lebensmittelbetriebe, aber leider fehlt der bayerischen Landesregierung bisher der Mut, für mehr Transparenz einzutreten“, so Johannes Heeg.

Am 22. September startet das 185. Münchner Oktoberfest. Traditionell darf in den „Wiesn“-Zelten nur Münchner Bier ausgeschenkt werden. Während des Oktoberfestes werden Lebensmittelkontrolleure im Dauereinsatz sein. Die für die Lebensmittelüberwachung auf dem Oktoberfest zuständige Landeshauptstadt München gab gegenüber foodwatch an, mit mehreren Kontrolleuren ständig auf dem Festgelände präsent zu sein. Jeder Lebensmittelstand und jedes Festzelt werde täglich kontrolliert, die großen Festzelte mehrmals täglich. Im Jahr 2017 gab es 1.491 Kontrollen auf dem Oktoberfest, bei 5 Prozent davon kam es zu Beanstandungen.

foodwatch hatte bei den Behörden in München einen Antrag über das sogenannte Verbraucherinformationsgesetz gestellt und auf diese Weise Kontrollberichte aus den Jahren 2013 bis 2017 zu Augustiner-Bräu, Hacker-Pschorr, Löwenbräu, Spaten-Franziskaner-Bräu, der Paulaner Brauerei sowie dem Staatlichen Hofbräuhaus erhalten. Die amtlichen Dokumente zeigen in den vergangenen Jahren nur wenige Verstöße gegen Hygiene- und lebensmittelrechtliche Vorschriften. Bei Augustiner-Bräu monierten die Kontrolleure bei Untersuchungen 2015 und 2017 mehrfach einen „schwarzschimmelähnlichen Belag“ an den Wänden, zudem war etwa das „Kühlaggregat mit Schimmelrückständen behaftet“. Bei angekündigten Nachkontrollen waren laut Auskunft des zuständigen Münchner Kreisverwaltungsreferats jeweils „alle Beanstandungen“ bzw. „nahezu alle Mängel“ abgestellt. Eine neu eingebaute Lüftungsanlage hätte dann 2017 zu „deutlich sichtbar weniger Kondenswasserbildung“ geführt, die Wände waren jedoch noch immer „teilweise sehr feucht und durch einen schwarzschimmelähnlichen Belag verunreinigt“. Über die aktuellen Zustände in den Brauereien liegen foodwatch keine Informationen vor.


 
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