Nach Protest auf Beschwerdeplattform Schummelmelder: Bebivita kündigt Milchbrei ohne Zuckerzusatz an

Der Babynahrungshersteller Bebivita hat angekündigt, keinen Milchbrei mehr mit zugesetztem Zucker zu verkaufen. Das erklärte das Tochterunternehmen von Hipp gegenüber der Verbraucherorganisation foodwatch. Zucker müsse grundsätzlich „kritisch betrachtet werden – insbesondere dann, wenn es sich um Produkte für Säuglinge und Kleinkinder handelt“. Deshalb habe Bebivita entschieden, „den zugesetzten Zucker aus allen Bebivita Milchbrei-Rezepturen zu entfernen“. Die Produkte mit den neuen Rezepturen sollen ab April 2019 im Handel erhältlich sein.

Der „Bebivita Milchbrei Keks“ war potentieller Kandidat für den Goldenen Windbeutel 2018, der Wahl zur dreisteten Werbelüge des Jahres. Gleich drei Verbraucherinnen und Verbraucher hatten das Produkt auf der Online-Beschwerdeplattform Schummelmelder eingereicht und damit als möglichen Kandidaten für den Negativpreis ins Spiel gebracht. Das Produkt werbe mit Calcium, Eisen und Jod sowie „einem gesunden Wachstum“ – sei zugleich aber eine Zuckerbombe, so die Kritik der Verbraucherinnen und Verbraucher. Aus 120 eingereichten Produkten auf dem Schummelmelder hatte foodwatch in dieser Woche fünf Kandidaten für den Goldenen Windbeutel ausgewählt und auf www.goldener-windbeutel.de nominiert. Bebivita hatte die Rezepturänderung wenige Tage vor dem Wahlstart gegenüber foodwatch angekündigt. Eigenen Angaben zufolge soll sich das Unternehmen jedoch schon vor Monaten zu dem Schritt entschlossen haben.

„Zuckerzusatz hat in Babynahrung nichts verloren. Die angekündigte Rezepturänderung ist seit Jahren überfällig. Doch wer A sagt, muss auch B sagen: Bebivita sollte künftig alle Säuglingsprodukte ohne Zuckerzusatz herstellen“, erklärte Sophie Unger von foodwatch, Wahlleiterin für den Goldenen Windbeutel. Unger kritisierte, dass Babynahrung in vielen Fällen als gesund beworben wird, obwohl es nicht den Empfehlungen von Kinderärzten entspricht. „Die Babynahrungsindustrie darf nicht länger das Vertrauen der Eltern ausnutzen.“

Die fünf Kandidaten für den diesjährigen Goldenen Windbeutel stehen exemplarisch für Etikettenschwindel im Lebensmittelmarkt. Nominiert sind das „Glacéau Smartwater“ von Coca-Cola, das „Bratöl Olive“ der Bio-Marke Dennree, der Erbseneintopf von Edekas Eigenmarke „Gut und Günstig“, der „Kids Tomato Ketchup“ von Heinz und der Riegel „Corny Milch“ von Hersteller Schwartau.

foodwatch vergibt den Goldenen Windbeutel zum achten Mal. Mit der Online-Abstimmung will die Verbraucherorganisation auf Täuschung im Lebensmittelbereich aufmerksam machen und Druck auf die Politik machen. foodwatch fordert unter anderem eine verständliche Nährwert-Ampel, ein Verbot irreführender Gesundheitswerbung sowie realistische Produktabbildungen und -bezeichnungen.

Noch bis Anfang Dezember können Verbraucherinnen und Verbraucher auf www.goldener-windbeutel.de ihren Favoriten für die dreisteste Werbelüge wählen. Dem Hersteller des Produkts mit den meisten Stimmen will foodwatch den Negativpreis am Firmensitz überreichen.

 
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