Presse-Statement: foodwatch zu Glyphosat / Zulassung für weitere fünf Jahre / EU

27.11.2017 Zurück zur Übersicht

Die EU-Staaten haben der Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat für weitere fünf Jahre zugestimmt. Dazu erklärt Martin Rücker, Geschäftsführer der Verbraucherorganisation foodwatch: 

"Wirtschaftliche Interessen erhalten Vorrang vor dem Gesundheitsschutz und vor ökologischen Belangen. Die Entscheidung verstößt in fataler Weise gegen europäische Prinzipien. Wer den europäischen Vorsorgegedanken ernst nimmt, muss zu dem Schluss kommen, dass ein Wirkstoff wie Glyphosat keinen Tag länger auf den Äckern ausgebracht werden darf.

Die europäische Pestizid-Politik muss grundlegend geändert werden. Zulassungsverfahren müssen transparenter gestaltet werden, und vor allem dürfen nur noch solche Wirkstoffe und Mittel zugelassen werden, die in unabhängigen Studien toxikologisch bewertet wurden. Wenn Hinweise auf gesundheitliche Risiken vorliegen, darf aus Vorsorgegründen keine Zulassung erteilt werden – und bestehende Zulassungen müssen entzogen werden, wenn entsprechende Hinweise auftauchen. Weil die Zulassungsverfahren bisher mangelhaft waren, gehören alle eingesetzten Mittel auf den Prüfstand, beim konventionellen wie beim ökologischen Landbau."

Hintergrund:

Glyphosat ist das weltweit am häufigsten verwendete Unkrautvernichtungsmittel. In Europa läuft die derzeit geltende Zulassung am 15. Dezember 2017 aus. Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union mussten über eine weitere Zulassung des Wirkstoffs als Pflanzenschutzmittel entscheiden. In der Wissenschaft tobt ein Streit über die gesundheitlichen Risiken von Glyphosat. Bis heute ist nicht geklärt, ob der Unkrautvernichter für den Menschen krebserregend ist oder nicht.

 
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