Presse-Statement: foodwatch zu Schulverpflegung

14.08.2018 Zurück zur Übersicht

Berlin, 13. August 2018. Zum Thema Schulverpflegung erklärt Martin Rücker, Geschäftsführer der Verbraucherorganisation foodwatch: 

„Alle reden über gesunde Ernährung, aber in Schulen und Kitas wird Kindern zum Teil ein regelrechter Fraß vorgesetzt. Selbst in staatlichen Einrichtungen sind die Speisepläne oft zu süß, zu fettig, zu fleischlastig und enthalten zu wenig Obst und Gemüse. 2007 hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung im Auftrag der Bundesregierung erstmals Qualitätsstandards für eine ausgewogene Kost in den Schulkantinen veröffentlicht – es ist ein Skandal, dass diese Kriterien gut zehn Jahre später noch immer an den meisten Schulen ignoriert werden. Die Bundesländer müssen endlich verpflichtende Qualitätsstandards für die Verpflegung an allen Schulen und Kindergärten einführen. Die Länder lehnen das aus Kostengründen ab und leisten damit der grassierenden Fehlernährung von Kindern Vorschub. Hier kann es nur heißen: Setzen, sechs – da wird am falschen Ende gespart! Außerdem müssen die Länder alle Werbe- und Sponsoringmaßnahmen an Kitas und Schulen verbieten, mit denen die Lebensmittelindustrie schon kleinste Kinder für ihre Süßigkeiten und Snacks ködern will. Es ist nicht akzeptabel, dass Kinder im geschützten Raum staatlicher Betreuungseinrichtungen schädlichen Werbeeinflüssen ausgesetzt werden.“ 

Hintergrund

Im Auftrag der Bundesregierung hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) 2007 erstmals Qualitätsstandards für die Schulverpflegung veröffentlicht – angekündigt als „Meilenstein zur Qualitätssicherung in der Schulverpflegung“ (die jüngste Version erschien 2015). 2014 hatte der damalige Bundesernährungsminister Christian Schmidt verbindliche Qualitätsstandards gefordert, 2015 kam eine Studie im Auftrag seines Ministeriums zu dem Ergebnis, dass nur etwa die Hälfte der Schulen die DGE-Standards kennt und von diesen wiederum nur jede zweite die Kriterien nach eigenen Angaben auch umsetzt. Im Koalitionsvertrag von Union und SPD 2018 heißt es erneut: „Der Bund unterstützt die Länder, damit die Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) als Mindeststandards flächendeckend in Schulen, Kitas und in der Gemeinschaftsverpflegung eingeführt werden.“ Nach Kenntnis von foodwatch haben nur zwei Bundesländer – Berlin und das Saarland – die DGE-Standards zu verpflichtenden Kriterien zumindest für Neu-Ausschreibungen gemacht. 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland gelten dem Robert-Koch-Institut (KiGGS-Studie) zufolge als übergewichtig, sechs Prozent sogar als fettleibig (adipös). 

 
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