Presse-Statement – foodwatch zu Transparenz über Lebensmittelkontrollen: „Ministerin Sütterlin-Waack darf nicht die Verantwortung auf die Bürgerinnen und Bürger abwälzen“

Die Verbraucherorganisation foodwatch und die Transparenz-Initiative FragDenStaat haben den Vorschlag der schleswig-holsteinischen Verbraucherministerin Sabine Sütterlerlin-Waack kritisiert, wonach Verbraucherinnen und Verbraucherin künftig nur auf Nachfrage die Hygiene-Kontrollberichte eines Lebensmittelbetriebes einsehen können – die Berichte aber nicht veröffentlicht werden dürfen. Die Initiatoren der Online-Plattform „Topf Secret“ fordern stattdessen ein Transparenz-System nach dem Vorbild Dänemarks.

Oliver Huizinga, Leiter Recherche und Kampagnen bei foodwatch, erklärt: 

„Schön, dass sich in Schleswig-Holstein überhaupt etwas tut. Aber: Es ist völlig abwegig, dass Bürgerinnen und Bürger jetzt selber Lebensmittelkontrolleur spielen sollen. Wer bitte will vor einem Restaurantbesuch den Gastwirt nach dem Lebensmittelkontrollbericht fragen? Ministerin Sütterlin-Waack darf nicht einfach die Verantwortung auf die Bürgerinnen und Bürger abwälzen. Die Ministerin sollte vielmehr über die Grenze nach Dänemark schauen: Sie muss sich dafür stark machen, dass Behörden grundsätzlich Transparenz über die Ergebnisse aller Lebensmittelkontrollen schaffen – und zwar nicht nur auf Nachfrage, sondern proaktiv, direkt an der Ladentür von allen Lebensmittelbetrieben wie es in Dänemark längst üblich ist. Erst das schafft echte Transparenz für die Bürgerinnen und Bürger und einen Anreiz für Lebensmittelbetriebe, sich jeden Tag an die Hygienevorgaben zu halten.

Zudem muss die Ministerin eine klare Weisung geben, dass die etwa 900 in ihrem Bundesland gestellten Anträge nach Hygieneberichten auch tatsächlich beantwortet werden. Die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht auf die beantragten Infos – das kann Frau Sütterlin-Waack nicht einfach ignorieren.“

 

Online-Plattform „Topf Secret“: www.topf-secret.foodwatch.de 

 
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