Report 25.08.2021

Kindermarketing für Lebensmittel: Freiwillige Selbstverpflichtungen der Lebensmittelwirtschaft auf dem Prüfstand

Für die vorliegende Studie hat foodwatch alle an Kinder beworbenen Produkte der führenden Lebensmittelunternehmen untersucht und mit den Nährwert-Empfehlungen der WHO Europa abgeglichen. Das Ergebnis: 85,5 Prozent der an Kinder beworbenen Produkte der Lebensmittelkonzerne enthalten zu viel Zucker, Fett und/oder Salz. Sie sind nach WHO-Kriterien unausgewogen und sollten deshalb nicht an Kinder beworben werden. Im Vergleich zum Jahr 2015 hat sich wenig geändert: Als foodwatch die Studie mit gleicher Methodik 2015 erstmals durchgeführt hatte, lag der Anteil der Produkte, die die WHO-Empfehlungen nicht einhalten, bei 89,7 Prozent. Die vorliegende Folgeuntersuchung zeigt deshalb auch: Die in den vergangenen Jahren, auf Betreiben der Bundesregierung erfolgte, freiwillige Zuckerreduktion in einigen Kinderprodukten ist nachweislich unzureichend, um sicherzustellen, dass nur ausgewogene Lebensmittel an Kinder beworben werden. Die künftige Bundesregierung muss eine Kehrtwende vollziehen und darf beim Kindermarketing nicht weiter auf Selbstverpflichtungen vertrauen. Eine gesetzliche Beschränkung der an Kinder gerichteten Werbung für unausgewogene Produkte muss im Koalitionsvertrag verankert werden!