Nachricht 21.02.2008

SPD entdeckt Sympathie für die Ampel – die NGG nicht

Sinneswandel bei den Sozialdemokraten: Nach einer Anhörung mit foodwatch und den Verbraucherzentralen positioniert sich die SPD-Fraktion im Bundestag pro Ampel. Anders die Gewerkschaft NGG. In einem Positionspapier lehnt sie das britische Modell ab – hat es offenbar aber noch nicht einmal richtig verstanden...

Die Ampel-Frage ist zum Streitthema in der Großen Koalition geworden. Entgegen ihrer bisherigen Positionierung hat sich die SPD-Fraktion sich auf die rot-gelb-grüne Kennzeichnung nach britischem Vorbild festgelegt, berichtet die Lebensmittelzeitung und beruft sich dabei auf die zuständige Fraktionsberichterstatterin Marlies Volkmer. Es habe ein einstimmiges Votum der Arbeitsgruppen Verbraucherschutz und Gesundheit zur verbindlichen Einführung der Ampel bei zusammengesetzten Lebensmitteln auf der Vorderseite der Verpackung. gegeben. Dies sei das Resultat einer Experten-Befragung mit den Verbraucherzentralen und foodwatch am 14. Februar.

Gewerkstatt lehnt Ampel ab

Anders die Gewerkschaft Nahrung Gaststätten Genuss: In einem Positionspapier fordert die NGG zwar eine verbindliche Nährwertkennzeichnung – lehnt jedoch die Ampel ab. „Ein vereinfachendes System, wie es die Ampel in Großbritannien bietet, ist allerdings kein geeignetes Mittel“, heißt es darin. Das Ampelsystem wird jedoch falsch dargestellt, als ob es dabei nur ein einziges Farbfeld gebe statt mehrere für jeden gekennzeichneten Nährwert: „Ein dicker roter Punkt auf vielen Lebensmitteln soll signalisieren, dass ein Produkt besonders viel Fett, Zucker oder Salz enthält und daher nicht besonders gesund sei. Ist der Punkt gelb, sei immer noch ein wenig Vorsicht angebracht. Nur bei grün könne man mit gutem Gewissen zulangen.“