<![CDATA[foodwatch: Verbrauchertäuschung]]>https://www.foodwatch.org/<![CDATA[foodwatch-Protestaktion: Coca-Cola lehnt Goldenen Windbeutel ab]]>https://www.foodwatch.org/de/informieren/goldener-windbeutel/aktuelle-nachrichten/foodwatch-protestaktion-coca-cola-lehnt-goldenen-windbeutel-ab/Tue, 04 Dec 2018 14:21:00 +0100

„Wucher“, „Wasser-Abzocke“, „Dreistigkeit“: In Sprechblasen steht in die Kritik von Verbraucherinnen und Verbrauchern am „Smartwater“ von Coca-Cola. Aktivistinnen von foodwatch kleben die Schilder an die Glastüren der Deutschlandzentrale des Getränkekonzerns. Eine Demonstrantin spielt das „Sieger“-Produkt, das keine Werbelüge mehr sein möchte. Mit dieser Protestaktion hat foodwatch heute den Goldenen Windbeutel an Coca-Cola verliehen. Der Konzern nahm den Preis aber nicht entgegen.

Als foodwatch zur Preisübergabe an der Konzernzentrale von Coca-Cola eintraf, verwehrten zwei Security-Mitarbeiter freundlich, aber bestimmt den Zutritt. Nach einigen Minuten dann stürmte ein Coca-Cola-Manager an dem foodwatch-Team und den wartenden Fernsehkameras vorbei und gab einige Meter entfernt von dem Gebäude ein vorbereitetes Statement ab: Man halte „die Kritik für nicht gerechtfertigt“. Transparenz sei für Coca-Cola „sehr wichtig“, auf dem Etikett seien „alle wichtigen Informationen“ angegeben und vor allem: „Die Verbraucher sind es, die entscheiden, ob sie das Produkt kaufen möchten oder nicht.“ Damit verschwand der Coca-Cola-Vertreter nach wenigen Augenblicken wieder fluchtartig hinter der Glastür der Firmenzentrale. Auf ein Gespräch wollte er sich nicht einlassen, zu der Kritik der Verbraucherinnen und Verbraucher: kein Wort. 


Sophie Unger von foodwatch, „Wahlleiterin“ beim Goldenen Windbeutel 2018

„Der Weltkonzern Coca-Cola zeigt den Verbraucherinnen und Verbrauchern die kalte Schulter und ignoriert das Votum zehntausender Menschen. Solange Coca-Cola sich stur stellt ist der Handel gefragt, denn an jeder Flasche Smartwater verdient er kräftig mit. Supermärkte & Co. müssen das dreiste Schummelprodukt von Coca-Cola aus den Regalen räumen.“

Sophie Unger von foodwatch, „Wahlleiterin“ beim Goldenen Windbeutel 2018

Coca-Cola, der größte Getränkehersteller der Welt, vermarktet sein „dampfdestilliertes Wasser“ sehr aufwendig mit Werbeaussagen wie „von Wolken inspiriert“. Dabei ist das Verfahren, das dahinter steckt – das Wasser wird zunächst verdampft und dann wieder aufgefangen – ernährungsphysiologisch völlig unnütz. Trotzdem kostet das Coca-Cola-Wasser mit 1,65 Euro pro Liter bis zu siebenmal mehr als normales Mineralwasser. Aus Sicht von foodwatch eine dreiste Abzocke mit dem Grundnahrungsmittel Wasser.

Das Abstimmungsergebnis

Neben dem Coca-Cola-Wasser waren vier weitere Produkte für den Goldenen Windbeutel 2018 nominiert. Fast 70.000 gültige Stimmen gingen im Wahlzeitraum seit Anfang November ein. Das Ergebnis im Detail:

  1. Platz: Glacéau Smartwater von Coca-Cola (21.235 Stimmen, entspricht 30,5 Prozent der gültigen abgegebenen Stimmen)
  2. Platz: Kids Tomato Ketchup von Heinz (19.547 Stimmen, 28,1 Prozent)
  3. Platz: Corny Milch von Schwartau (10.889 Stimmen, 15,6 Prozent)
  4. Platz: Bratöl Olive von Dennree (9.398 Stimmen, 13,5 Prozent)
  5. Platz: Erbseneintopf Gut und Günstig von Edeka (8.546 Stimmen, 12,3 Prozent)

foodwatch vergibt den Goldenen Windbeutel zum achten Mal. Erstmals konnten in diesem Jahr Verbraucherinnen und Verbraucher auf der foodwatch-Beschwerdeplattform Schummelmelder.de im Vorfeld der Wahl selber Kandidaten vorschlagen, von denen sie sich getäuscht fühlen. Vier der fünf nominierten Produkte waren Vorschläge von Usern: die Produkte von Heinz, Schwartau, Dennree und Edeka. Das „Smartwater“ von Coca-Cola hatte foodwatch nominiert.

Bild: Peter-Paul Weiler, dpa picture alliance 

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<![CDATA[„Smartwater“ von Coca-Cola erhält den Goldenen Windbeutel 2018]]>https://www.foodwatch.org/de/informieren/goldener-windbeutel/aktuelle-nachrichten/smartwater-von-coca-cola-erhaelt-den-goldenen-windbeutel-2018/Mon, 03 Dec 2018 15:33:00 +0100

Das „von Wolken inspirierte“ sogenannte „Smartwater“ von Coca-Cola gewinnt den Goldenen Windbeutel 2018. Ein schnödes Mineralwasser, aufgemotzt mit einem ernährungsphysiologisch vollkommen unnützen Verfahren – aber dafür bis zu siebenmal teurer als ein herkömmliches Mineralwasser. Fast 70.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beteiligten sich in diesem Jahr an der Abstimmung zum Goldenen Windbeutel. Etwa ein Drittel wählte das „Smartwater“ zur dreistesten Werbelüge des Jahres.

Coca-Cola bewirbt sein Produkt „Smartwater“ als „dampfdestilliertes natürliches Mineralwasser für einen klaren, frischen Geschmack“. Hinter Werbesprüchen wie „von Wolken inspiriert“ steckt ein simpler Vorgang: Das Wasser wird zuerst verdampft und dann wieder aufgefangen, verloren gegangene Mineralstoffe werden später künstlich wieder hinzugefügt. Das Verfahren ist ein ernährungsphysiologisch völlig unnützer Trick, den Verbraucherinnen und Verbraucher teuer bezahlen: Mit 1,65 Euro pro Liter ist das „Smartwater“ bis zu sieben Mal teurer als normales Mineralwasser.

„Coca-Cola betreibt dreiste Verbraucherabzocke mit dem Grundnahrungsmittel Nummer Eins. Um den Verbrauchern das Geld aus der Tasche zu ziehen, hat sich Coca-Cola ein hanebüchenes Bearbeitungsverfahren ausgedacht, das wissenschaftlich klingt, aber völlig unsinnig ist. Das ‚Smartwater‘ ist einfach nur ein schnödes Wasser, teuer verkauft. Der Einzelhandel verdient an den wolkigen Werbeversprechen kräftig mit – damit muss Schluss sein. Die Händler müssen das Coca-Cola-Mogelprodukt aus den Regalen räumen.“

Sophie Unger, Wahlleiterin beim Goldenen Windbeutel 2018

Neben dem Coca-Cola-Wasser waren vier weitere Produkte für den Goldenen Windbeutel 2018 nominiert. Fast 70.000 gültige Stimmen gingen im Wahlzeitraum seit dem 6. November ein. Das Ergebnis im Detail:

foodwatch vergibt den Goldenen Windbeutel zum achten Mal. Erstmals konnten in diesem Jahr Verbraucherinnen und Verbraucher auf der foodwatch-Beschwerdeplattform Schummelmelder.de im Vorfeld der Wahl selber Kandidaten vorschlagen. Vier der fünf nominierten Produkte waren Vorschläge von Usern: die Produkte von Heinz, Schwartau, Dennree und Edeka. Das „Smartwater“ von Coca-Cola hatte foodwatch nominiert.

Ziel: bessere gesetzliche Kennzeichnungsregeln

Mit der Online-Abstimmung zum Goldenen Windbeutel will foodwatch auf legale Täuschung im Lebensmittelbereich aufmerksam machen und bessere gesetzliche Kennzeichnungsregeln erwirken. foodwatch fordert unter anderem eine verständliche Nährwert-Ampel, ein Verbot irreführender Gesundheitswerbung sowie realistische Produktabbildungen und -bezeichnungen.

Bisherige Windbeutel-Preisträger waren unter anderem der Trinkjoghurt Actimel von Danone (2009), die Milch-Schnitte von Ferrero (2011) und ein Instant-Tee für Kinder von Hipp (2012). Vergangenes Jahr ging der Negativpreis an einen überzuckerten Babykeks der Firma Alete.

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<![CDATA[Windbeutel-Erfolg: Bio-Hersteller Denree kündigt Änderung an]]>https://www.foodwatch.org/de/informieren/werbeluegen/aktuelle-nachrichten/windbeutel-erfolg-bio-hersteller-denree-kuendigt-aenderung-an/Mon, 12 Nov 2018 11:32:00 +0100

Bereits wenige Stunden nach Beginn der Wahl zum Goldenen Windbeutel kündigte der Bio-Hersteller Dennree an, das Etikett seines nominierten Produkts „Bratöl Olive“ zu überarbeiten. foodwatch nominierte das Öl für die Online-Wahl zur Werbelüge des Jahres auf www.goldener-windbeutel.de, weil der Name und die Produktaufmachung den Eindruck erwecken, es handele sich um reines Olivenöl. Tatsächlich besteht das Produkt jedoch zur Hälfte aus weniger hochwertigem Sonnenblumenöl.

Dass das „Bratöl Olive“ zur Hälfte aus schnödem Sonnenblumenöl besteht, verriet bisher nur der Blick ins Kleingedruckte auf der Rückseite. Dennree schrieb nun an foodwatch: „Diese Nominierung enttäuscht uns sehr, da es nicht unsere Absicht war, unsere Kundinnen und Kunden zu täuschen.“ In dem Schreiben kündigte der Hersteller an, das Etikett zu ändern: Ab 2019 soll direkt auf der Verpackungsvorderseite angegeben werden, dass es sich um eine Mischung aus Sonnenblumenöl und Olivenöl handelt. Zudem soll künftig neben den groß abgebildeten Oliven auch eine Sonnenblume zu sehen sein.

"Was eigentlich selbstverständlich sein sollte, schafft Dennree erst nach öffentlicher Kritik: Auf dem Etikett soll künftig draufstehen, was drin ist. Gar nicht so schwer, sollte man meinen. Die anderen Kandidaten für den Goldenen Windbeutel sollten sich an Dennree ein Beispiel nehmen."

Sophie Unger, Wahlleiterin für den Goldenen Windbeutel.

Doch nicht nur das „Bratöl Olive“ von Dennree ist ein Beispiel für Etikettenschwindel in Supermarktregalen, neben dem Öl sind sind vier weitere Produkte für den Goldenen Windbeutel nominiert: das „Glacéau Smartwater“ von Coca-Cola, der Erbseneintopf von Edekas Eigenmarke „Gut und Günstig“, der „Kids Tomato Ketchup“ von Heinz und der Riegel „Corny Milch“ von Hersteller Schwartau.

06.11.2018

Das sind die Kandidaten für den Goldenen Windbeutel 2018

Fotogalerie (6 Bilder)

Noch bis Anfang Dezember können Verbraucherinnen und Verbraucher auf www.goldener-windbeutel.de ihren Favoriten für den Preis der dreistesten Werbelüge wählen. Dem Hersteller des Produkts mit den meisten Stimmen will foodwatch den Negativpreis am Firmensitz überreichen. 

Jetzt abstimmen!


Im Vorfeld hatten Verbraucherinnen und Verbraucher bereits über 120 Produkte, von denen sie sich getäuscht fühlen, beim „Schummelmelder" eingereicht, der neuen foodwatch-Beschwerdeplattform gegen Werbelügen. Alle der mehr als 100 ganz unterschiedlichen Vorschläge flossen in die Kandidatenauswahl für den Goldenen Windbeutel 2018 ein.

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<![CDATA[Windbeutel-Erfolg: Bio-Hersteller Denree kündigt Änderung an]]>https://www.foodwatch.org/de/informieren/werbeluegen/aktuelle-nachrichten/windbeutel-erfolg-bio-hersteller-denree-kuendigt-aenderung-an/Mon, 12 Nov 2018 11:32:00 +0100

Bereits wenige Stunden nach Beginn der Wahl zum Goldenen Windbeutel kündigte der Bio-Hersteller Dennree an, das Etikett seines nominierten Produkts „Bratöl Olive“ zu überarbeiten. foodwatch nominierte das Öl für die Online-Wahl zur Werbelüge des Jahres auf www.goldener-windbeutel.de, weil der Name und die Produktaufmachung den Eindruck erwecken, es handele sich um reines Olivenöl. Tatsächlich besteht das Produkt jedoch zur Hälfte aus weniger hochwertigem Sonnenblumenöl.

Dass das „Bratöl Olive“ zur Hälfte aus schnödem Sonnenblumenöl besteht, verriet bisher nur der Blick ins Kleingedruckte auf der Rückseite. Dennree schrieb nun an foodwatch: „Diese Nominierung enttäuscht uns sehr, da es nicht unsere Absicht war, unsere Kundinnen und Kunden zu täuschen.“ In dem Schreiben kündigte der Hersteller an, das Etikett zu ändern: Ab 2019 soll direkt auf der Verpackungsvorderseite angegeben werden, dass es sich um eine Mischung aus Sonnenblumenöl und Olivenöl handelt. Zudem soll künftig neben den groß abgebildeten Oliven auch eine Sonnenblume zu sehen sein.

"Was eigentlich selbstverständlich sein sollte, schafft Dennree erst nach öffentlicher Kritik: Auf dem Etikett soll künftig draufstehen, was drin ist. Gar nicht so schwer, sollte man meinen. Die anderen Kandidaten für den Goldenen Windbeutel sollten sich an Dennree ein Beispiel nehmen."

Sophie Unger, Wahlleiterin für den Goldenen Windbeutel.

Doch nicht nur das „Bratöl Olive“ von Dennree ist ein Beispiel für Etikettenschwindel in Supermarktregalen, neben dem Öl sind sind vier weitere Produkte für den Goldenen Windbeutel nominiert: das „Glacéau Smartwater“ von Coca-Cola, der Erbseneintopf von Edekas Eigenmarke „Gut und Günstig“, der „Kids Tomato Ketchup“ von Heinz und der Riegel „Corny Milch“ von Hersteller Schwartau.

06.11.2018

Das sind die Kandidaten für den Goldenen Windbeutel 2018

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Noch bis Anfang Dezember können Verbraucherinnen und Verbraucher auf www.goldener-windbeutel.de ihren Favoriten für den Preis der dreistesten Werbelüge wählen. Dem Hersteller des Produkts mit den meisten Stimmen will foodwatch den Negativpreis am Firmensitz überreichen. 

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Im Vorfeld hatten Verbraucherinnen und Verbraucher bereits über 120 Produkte, von denen sie sich getäuscht fühlen, beim „Schummelmelder" eingereicht, der neuen foodwatch-Beschwerdeplattform gegen Werbelügen. Alle der mehr als 100 ganz unterschiedlichen Vorschläge flossen in die Kandidatenauswahl für den Goldenen Windbeutel 2018 ein.

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<![CDATA[Bebivita kündigt Milchbrei ohne Zuckerzusatz an]]>https://www.foodwatch.org/de/informieren/werbeluegen/aktuelle-nachrichten/bebivita-kuendigt-milchbrei-ohne-zuckerzusatz-an/Fri, 09 Nov 2018 18:02:00 +0100

Der Babynahrungshersteller Bebivita hat angekündigt, keinen Milchbrei mehr mit zugesetztem Zucker zu verkaufen. Das erklärte das Tochterunternehmen von Hipp gegenüber foodwatch. Der „Bebivita Milchbrei Keks“ war potentieller Kandidat für den Goldenen Windbeutel 2018. Gleich drei Mal war das Produkt auf der Online-Beschwerdeplattform schummelmelder.de eingereicht worden. Die Produkte mit den neuen Rezepturen sollen ab April 2019 im Handel erhältlich sein.

Zucker müsse grundsätzlich „kritisch betrachtet werden – insbesondere dann, wenn es sich um Produkte für Säuglinge und Kleinkinder handelt“. Deshalb habe Bebivita entschieden, „den zugesetzten Zucker aus allen Bebivita Milchbrei-Rezepturen zu entfernen“, so der Hersteller gegenüber foodwatch. Verbraucherinnen und Verbraucher hatten auf schummelmelder.de kritisiert, das Produkt werbe mit Calcium, Eisen und Jod sowie „einem gesunden Wachstum“, sei zugleich aber eine Zuckerbombe.

Sophie Unger von foodwatch, Wahlleiterin für den Goldenen Windbeutel

„Zuckerzusatz hat in Babynahrung nichts verloren. Die angekündigte Rezepturänderung ist seit Jahren überfällig. Doch wer A sagt, muss auch B sagen: Bebivita sollte künftig alle Säuglingsprodukte ohne Zuckerzusatz herstellen, nicht nur Milchbrei!“

Sophie Unger von foodwatch, Wahlleiterin für den Goldenen Windbeutel

Eins von 120 Produkten im Schummelmelder

Im kürzlich online geschalteten Schummelmelder von foodwatch haben Verbraucherinnen und Verbraucher mehr als 120 Produkte eingereicht. Aus diesen Vorschlägen hat foodwatch in dieser Woche fünf Kandidaten für den Goldenen Windbeutel ausgewählt und auf www.goldener-windbeutel.de nominiert. Bebivita hatte die Rezepturänderung wenige Tage vor dem Wahlstart gegenüber foodwatch angekündigt. Eigenen Angaben zufolge soll sich das Unternehmen jedoch schon vor Monaten zu dem Schritt entschlossen haben.

06.11.2018

Das sind die Kandidaten für den Goldenen Windbeutel 2018

Fotogalerie (6 Bilder)

Die Abstimmung läuft noch bis Anfang Dezember. Dem Hersteller des „Siegerproduktes“ will foodwatch den Preis dann am Firmensitz überreichen.

Was meinen Sie, wer verdient den Goldenen Windbeutel? Stimmen Sie jetzt ab:

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<![CDATA[Bebivita kündigt Milchbrei ohne Zuckerzusatz an]]>https://www.foodwatch.org/de/informieren/werbeluegen/aktuelle-nachrichten/bebivita-kuendigt-milchbrei-ohne-zuckerzusatz-an/Fri, 09 Nov 2018 18:02:00 +0100

Der Babynahrungshersteller Bebivita hat angekündigt, keinen Milchbrei mehr mit zugesetztem Zucker zu verkaufen. Das erklärte das Tochterunternehmen von Hipp gegenüber foodwatch. Der „Bebivita Milchbrei Keks“ war potentieller Kandidat für den Goldenen Windbeutel 2018. Gleich drei Mal war das Produkt auf der Online-Beschwerdeplattform schummelmelder.de eingereicht worden. Die Produkte mit den neuen Rezepturen sollen ab April 2019 im Handel erhältlich sein.

Zucker müsse grundsätzlich „kritisch betrachtet werden – insbesondere dann, wenn es sich um Produkte für Säuglinge und Kleinkinder handelt“. Deshalb habe Bebivita entschieden, „den zugesetzten Zucker aus allen Bebivita Milchbrei-Rezepturen zu entfernen“, so der Hersteller gegenüber foodwatch. Verbraucherinnen und Verbraucher hatten auf schummelmelder.de kritisiert, das Produkt werbe mit Calcium, Eisen und Jod sowie „einem gesunden Wachstum“, sei zugleich aber eine Zuckerbombe.

Sophie Unger von foodwatch, Wahlleiterin für den Goldenen Windbeutel

„Zuckerzusatz hat in Babynahrung nichts verloren. Die angekündigte Rezepturänderung ist seit Jahren überfällig. Doch wer A sagt, muss auch B sagen: Bebivita sollte künftig alle Säuglingsprodukte ohne Zuckerzusatz herstellen, nicht nur Milchbrei!“

Sophie Unger von foodwatch, Wahlleiterin für den Goldenen Windbeutel

Eins von 120 Produkten im Schummelmelder

Im kürzlich online geschalteten Schummelmelder von foodwatch haben Verbraucherinnen und Verbraucher mehr als 120 Produkte eingereicht. Aus diesen Vorschlägen hat foodwatch in dieser Woche fünf Kandidaten für den Goldenen Windbeutel ausgewählt und auf www.goldener-windbeutel.de nominiert. Bebivita hatte die Rezepturänderung wenige Tage vor dem Wahlstart gegenüber foodwatch angekündigt. Eigenen Angaben zufolge soll sich das Unternehmen jedoch schon vor Monaten zu dem Schritt entschlossen haben.

06.11.2018

Das sind die Kandidaten für den Goldenen Windbeutel 2018

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Die Abstimmung läuft noch bis Anfang Dezember. Dem Hersteller des „Siegerproduktes“ will foodwatch den Preis dann am Firmensitz überreichen.

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<![CDATA[Wahl zum Goldenen Windbeutel 2018 gestartet]]>https://www.foodwatch.org/de/informieren/goldener-windbeutel/aktuelle-nachrichten/wahl-zum-goldenen-windbeutel-2018-gestartet/Tue, 06 Nov 2018 09:49:00 +0100

Die Wahl zum Goldenen Windbeutel 2018 ist eröffnet! Ab heute können Sie abstimmen, welches Produkt den Preis für die dreisteste Werbelüge des Jahres erhalten soll. foodwatch hat fünf Kandidaten nominiert, die beispielhaft für den Etikettenschwindel im Lebensmittelmarkt stehen: „Glacéau Smartwater“ von Coca-Cola, „Bratöl Olive“ der Bio-Marke Dennree, Erbseneintopf von Edekas Eigenmarke „Gut und Günstig“, „Kids Tomato Ketchup“ von Heinz und „Corny Milch“ von Schwartau. 

Verbraucherinnen und Verbraucher hatten in den letzten Wochen auf www.schummelmelder.de, der neuen foodwatch-Beschwerdeplattform gegen Werbelügen, mehr als 100 ganz unterschiedliche Produkte hochgeladen, von denen sie sich getäuscht fühlen. Alle eingereichten Mogelprodukte flossen in die Kandidatenauswahl für den Goldenen Windbeutel 2018 ein.

06.11.2018

Das sind die Kandidaten für den Goldenen Windbeutel 2018

Fotogalerie (6 Bilder)

 

Die Abstimmung läuft bis Anfang Dezember. Dem Hersteller des Produkts mit den meisten Stimmen will foodwatch den Negativpreis am Firmensitz überreichen.

Welche Werbelüge ist aus Ihrer Sicht die dreisteste? Stimmen Sie ab:

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<![CDATA[Mitmachen: neue Beschwerdeplattform gegen Werbelügen]]>https://www.foodwatch.org/de/informieren/werbeluegen/aktuelle-nachrichten/mitmachen-neue-beschwerdeplattform-gegen-werbeluegen/Wed, 19 Sep 2018 15:31:00 +0200

„Gesunde“ Zuckerbomben, „Natur“-Produkte mit Zusatzstoffen oder „Hühner“-Suppe ohne Hühnerfleisch: Werbelügen lauern überall – und zwar ganz legal. Sind Sie davon auch so genervt wie wir? Auf der neuen Beschwerdeplattform von foodwatch unter www.schummelmelder.de können Sie jetzt irreführende und täuschende Lebensmittel einreichen.

 

Etikettenschwindel ist leider eher die Regel als die Ausnahme im Supermarkt. Mit dem Schummelmelder möchte foodwatch genau darauf hinweisen. Ziel ist, es Verbraucherinnen und Verbrauchern eine Plattform zu geben, auf der sie ihre Kritik an Werbelügen direkt öffentlich machen können – und Politik und Lebensmittelwirtschaft endlich zum Handeln zu bewegen.

"Es steht nicht drauf, was drin ist oder es ist nicht drin, was drauf steht - wer sich schon mal beim Lebensmitteleinkauf über Etikettenschwindel und Mogelpackungen geärgert hat, kann jetzt beim 'Schummelmelder' seinem Ärger Luft machen", sagte Sophie Unger, Campaignerin bei foodwatch.

Ende des Jahres steht außerdem wieder der Goldene Windbeutel an, die Wahl zu dreistesten Werbelüge des Jahres. Alle im Schummelmelder eingereichten Produkte fließen in die Auswahl der Kandidaten ein.

Vielleicht ist auch Ihr Produkt bei der Wahl zum Goldenen Windbeutel dabei- daher jetzt einreichen unter www.schummelmelder.de.

Endlich klare Kennzeichnungsregelung

Wir setzen uns schon seit langem für klarere Kennzeichnungsregeln ein. Leider schützen die bisherigen Vorgaben nicht vor irreführenden Angaben auf Lebensmittelpackungen. Obwohl im EU-Lebensmittelrecht allgemein ein Verbot von Täuschung festgeschrieben ist, können in der Praxis Hersteller dennoch oft ganz legal schummeln und täuschen - weil zum Beispiel selbst Zuckerbomben mit Gesundheitsversprechen, unausgewogene Babyprodukte als kindgerecht oder hochverarbeitete Lebensmittel als "natürlich" und "traditionell" beworben werden dürfen. Im Rahmen eines sogenannten REFIT-Prozesses soll das EU-Lebensmittelrecht (Basisverordnung 178/2002) zwar momentan überarbeitet werden. Der im April 2018 vorgelegte Reformvorschlag der Europäischen Kommission sieht allerdings keine Verbesserungen beim Schutz der Verbraucherinnen und Verbrauchern vor Täuschung vor.

Wie funktioniert der Schummelmelder?

Wann immer Ihnen eine Werbelüge begegnet, machen Sie mit Ihrem Smartphone ein Foto von der gesichteten Werbelüge und laden Sie es im Schummelmelder hoch. Dies können Sie auch direkt vom Handy machen. Wenn Sie kein Smartphone haben, können Sie auch mit einer Fotokamera ein Bild machen und es von Ihrem Computer oder Laptop aus hochladen. Im Schummelmelder können Sie außerdem eintragen, warum Sie das eingereichte Produkt getäuscht fühlen und wo Sie es gefunden haben. 

Foto oben links: © Fotolia.com/Ruslan Gilmanshin

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<![CDATA[Bier darf nicht als „bekömmlich“ beworben werden]]>https://www.foodwatch.org/de/informieren/gesundheitswerbung/aktuelle-nachrichten/bier-darf-nicht-als-bekoemmlich-beworben-werden/Fri, 18 May 2018 09:45:00 +0200

Wie gesund ist „bekömmlich“? Seit Jahren streiten sich eine Brauerei aus dem Allgäu und ein Berliner Wettbewerbsverband vor Gericht. Nun hat der Bundesgerichtshof den Bierstreit entschieden.

Schlussstrich im jahrelangen Bierstreit: Brauer dürfen nicht mit „bekömmlichem“ Bier werben, entschied in letzter Instanz der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Der Begriff „bekömmlich“ sei eine gesundheitsbezogene Angabe, die nach EU-Recht bei alkoholischen Getränken über 1,2 Prozent weder auf dem Etikett noch in der Werbung benutzt werden darf, urteilte am Donnerstag der BGH (AZ.: I ZR 252/16).

Damit siegte ein Berliner Wettbewerbsverein über eine kleine Brauerei aus Leutkirch (Kreis Ravensburg), die drei Biere mit einem Alkoholgehalt zwischen 2,9 und 5,1 Prozent so beworben hatte.

„Süffig“ statt „bekömmlich“

Brauereichef Gottfried Härle reagierte enttäuscht: „Damit geht ein ganz selbstverständlicher und traditioneller Begriff für die Beschreibung deutscher Biere verloren. Nicht nur wir sind davon betroffen, sondern die ganze deutsche Brauwirtschaft.“ Bier werde seit Jahrzehnten mit „bekömmlich“ verbunden. Nun muss er sein Bier mit „geschmackvoll“ oder „süffig“ beschreiben.

Der Verband Sozialer Wettbewerb (VSW) aus Berlin hatte 2015 eine einstweilige Verfügung gegen die Allgäuer Familienbrauerei erwirkt und die Werbung mit dem Begriff untersagt. Härle, der das Familienunternehmen in vierter Generation führt, hatte das Wort daraufhin auf den Etiketten von rund 30.000 Bierflaschen von Hand mit Filzstift streichen lassen - und zugleich in drei Instanzen auf sein Recht gepocht. „Schon mein Urgroßvater hat seine Biere als bekömmlich bezeichnet“, argumentierte er. Und, so ist er überzeugt: „Bier in Maßen genossen, ist durchaus bekömmlich.“

BGH: „bekömmlich es Bier“ verbotene Gesundheitswerbung

Laut BGH liegt jedoch eine „gesundheitsbezogene Angabe“ vor, wenn damit eine Verbesserung des Gesundheitszustands versprochen und suggeriert werde, der Verzehr des Lebensmittels habe keine schädlichen Auswirkungen. Nach Feststellung des Berufungsgerichts werde „bekömmlich“ mit „gesund“, „zuträglich“ und „leicht verdaulich“ verbunden.

Der BGH hatte im Januar 2011 in einer EuGH-Vorlage zum „Gurktaler Kräuterlikör“ den Begriff „bekömmlich“ noch für zulässig gehalten und sich nur an „wohltuend“ gestoßen. Ein Urteil zum Pfälzer Weintor des Europäischen Gerichtshofs verbot hingegen Pfälzer Winzern 2012, für „bekömmlichen“ Wein unter Hinweis auf den geringen Säuregehalt zu werben. Dies sei eine gesundheitsbezogene Angabe, die die Gefahren beim Trinken von Alkohol verschweige.

Bier ist in Deutschland meistkonsumiertes alkoholisches Getränk

2017 trank jeder Deutsche im Schnitt 107 Liter Bier - mit 162 Litern war nur Kaffee als Getränk beliebter. Nach Angaben von Firmenchef Härle hat eine Reihe anderer Brauereien ebenfalls mit „bekömmlichem“ Bier geworben. „Das BGH-Urteil ist eine Enttäuschung für die ganze Brauwirtschaft“, sagte Martin Schimpf, der Vorsitzende des Verbandes Private Brauer Baden-Württemberg.

dpa

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Tue, 04 Dec 2018 14:21:00 +0100Wed, 12 Dec 2018 08:17:28 +0100