Trotz Veganuary: Supermärkte machen kaum Werbung für pflanzliche Produkte
Eine foodwatch-Recherche zeigt: Aldi, Lidl und Co. geben sich zwar nachhaltig, bewerben aber vor allem Fleisch.
Während viele Supermärkte und Discounter öffentlich eine gesunde und nachhaltige Ernährung nach der sogenannten „Planetary Health Diet“ unterstützen, spiegelt sich dieses Engagement kaum in ihrer Werbung wider. Eine aktuelle Auswertung von foodwatch zeigt: Auch im Januar – dem sogenannten Veganuary – bewerben die Handelsketten in ihren Prospekten überwiegend Fleisch, Käse und andere tierische Produkte.
Tierische Produkte dominieren Angebotswerbung
Besonders deutlich fällt das Missverhältnis bei Lidl aus: Dort waren in den ersten Januarwochen nur rund 21 Prozent der beworbenen Produkte pflanzenbasiert. Aldi Nord lag mit einem pflanzlichen Anteil von 28 Prozent ebenfalls weit unter dem, was mit der Planetary Health Diet vereinbar wäre. Die „Planetary Health Diet“ ist eine Ernährungsweise, die sowohl für die menschliche Gesundheit als auch für den Planeten gut ist. Etwa 80 Prozent der Gesamtkalorien sollen dabei aus pflanzlichen Lebensmitteln stammen. Rewe schnitt im Veganuary zwar besser ab (44 Prozent pflanzliche Produkte), doch im Vormonat Dezember lag der Anteil noch deutlich darunter. Auch Edeka setzte in beiden Monaten überwiegend auf tierische Produkte.
Werbeprospekte sind für viele Menschen weiterhin eine wichtige Informationsquelle beim Einkauf: Laut einer Studie des IFH Köln (2024) nutzen 79 Prozent der Verbraucher:innen wöchentlich gedruckte Handzettel, um sich über Sonderangebote zu informieren.
Handel muss pflanzliche Ernährung stärker fördern
foodwatch wirft den Unternehmen vor, mit Nachhaltigkeitsversprechen PR zu betreiben, ohne im Marketing konsequent zu handeln.
Eine gesunde und umweltfreundliche Ernährung fördert man nicht mit Rabattaktionen für Rinderhack und Gouda-Käse.Geschäftsführer von foodwatch
foodwatch fordert von den Handelsketten, pflanzliche Lebensmittel stärker zu bewerben und häufiger in Sonderaktionen aufzunehmen. Auch die Bundesregierung muss gesunde Ernährung besser unterstützen – etwa, indem sie die Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte streicht.
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