foodwatch transparent: Fragen und Antworten

Fragen und Antworten

Genauso, wie die Arbeit von Politik oder Unternehmen hinterfragt und kontrolliert werden muss, sollte auch bei Nichtregierungsorganisationen (NGOs) genau hingeschaut werden. Auch NGOs machen selbst­verständlich nicht alles gut und richtig, nur weil sie NGOs sind. Deshalb wollen wir bei foodwatch dazu beitragen, dass Sie unsere Arbeit überprüfen können.

Unser Anspruch ist: Wir stehen zu dem, was wir tun. Deshalb belegen wir, was wir behaupten, und ermöglichen, wo immer möglich, eine Überprüfung der Quellen. Wir erklären, wie wir zu unseren Einschätzungen kommen. Und wir wollen einen Beitrag dazu leisten, foodwatch als Organisation und unsere Arbeitsweise transparent zu machen. Wann immer uns Fragen dazu erreichen, ob von Verbraucherinnen und Verbrauchern oder von Medien, sind wir offen dafür und beantworten diese gern. Doch wir wollen nicht nur auf Anfragen reagieren, sondern aktiv einen Beitrag zur Transparenz leisten. Diesem Zweck dient diese Seite, auf der wir zahlreiche Fragen beantworten.

Ziele und Arbeitsweisen

Welche Ziele verfolgt foodwatch?

Als gemeinnützige Nichtregierungsorganisation setzt sich foodwatch für sichere und gesunde Lebensmittel ein, zu denen alle Menschen Zugang haben müssen. Wir geben den Verbraucherinnen und Verbrauchern eine Stimme, machen uns für Transparenz im Lebensmittelsektor stark und verteidigen unser Recht auf Nahrung, das nicht zu Lasten anderer Menschen oder der Umwelt gehen darf.

foodwatch ist eine Organisation von Verbrauchern für Verbraucher, spezialisiert auf den Lebensmittelmarkt. Wir entlarven und kritisieren verbraucherfeindliche Praktiken der Lebensmittelunternehmen und machen Druck auf die Politik, um die Lücken in der europäischen oder nationalen Gesetzgebung zu schließen, die einem höheren Verbraucherschutzniveau im Wege stehen. Wir recherchieren, enthüllen, mobilisieren und lobbyieren – dadurch stellt foodwatch einen wichtigen Gegenpart zum Einfluss der Lebensmittelindustrie dar. Unsere Kampagnen haben bereits bei vielen Themen Bewusstsein geschaffen, Praktiken von Unternehmen verändert und gesetzliche Veränderungen erwirkt.

foodwatch ist die Verbraucherorganisation für den Bereich Lebensmittel – und steht auf der Seite der Menschen. Jede Verbraucherin und jeder Verbraucher kann Mitglied bei foodwatch werden und dadurch unsere Arbeit unterstützen.

Mehr über die foodwatch-Mission erfahren Sie hier. (Stand: Januar 2018)

Was hat foodwatch bisher erreicht – und was nicht?

Seit 2002 kämpft foodwatch für mehr Verbraucherrechte. Was haben wir dabei erreicht? Wie lässt sich überhaupt messen, wie erfolgreich unser Einsatz war? Keine einfache Frage, und eine objektive Antwort kann es hier wohl nicht geben – allenfalls eine Annäherung.

Zunächst: Unsere Aktivitäten haben eine ganze Reihe konkreter Veränderungen erwirkt – dann, wenn Gesetze verändert wurden, McDonald’s eine millionenschwere irreführende Werbekampagne stoppte oder Hipp ein überhaupt nicht babygerechtes Produkt vom Markt nahm. Das ist einerseits viel, andererseits selbst für unseren eigenen Geschmack nicht genug.

Vor allem aber schätzen wir einen anderen Effekt unserer Arbeit als noch wesentlich bedeutender ein: Es ist uns gelungen, die Debatte über Lebensmittel zu verändern. Die Probleme des Lebensmittelmarktes sind nicht mehr nur eine Frage individueller Kaufentscheidungen – Essen ist ein politisches Thema geworden. Der Schutz vor Gesundheitsgefahren oder vor Täuschung, Transparenz über Inhaltsstoffe und Herstellungsweisen – mehr und mehr Menschen verstehen, dass wir die Probleme nur gemeinsam und gut organisiert lösen können. Die wachsende Zahl unserer Unterstützerinnen und Unterstützer bestärkt uns auf diesem Weg.

Einen solchen Bewusstseinswandel in der öffentlichen Debatte mit bewirkt zu haben, das ist aus unserer Sicht der größte Erfolg unserer Arbeit. Da wir aber immer wieder nach „konkreten“ Erfolgen gefragt werden, hier – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – eine kleine Auswahl von A bis – nun ja: U. Wir sind ja noch nicht am Ende…

  • Acrylamid: Im Lichte unserer Testreihen haben viele Hersteller die Belastung von Chips und Weihnachtsgebäck mit Acrylamid signifikant reduziert. Was wir noch nicht geschafft haben: Eine gesetzliche Regelung, die alle Hersteller umfasst.
  • Agrarspekulation: Wetten auf die Preisentwicklung von Agrarrohstoffen stehen unter dem dringenden Verdacht, die echten Preise für Grundnahrungsmittel in die Höhe zu treiben und damit zum Hunger in der Welt beizutragen. Mit Ausnahme der Deutschen Bank sind in Deutschland alle Geldhäuser aus der Zockerei ausgestiegen. An der Deutschen Bank dagegen haben wir uns bislang die Zähne ausgebissen – ebenso wie an der europäischen Finanzmarktregulierung, die Spekulationsexzesse nicht effektiv verhindert.
  • Handelsabkommen: Unser Widerstand gegen geplante Verträge wie TTIP und CETA, die eine Gefahr für unsere Demokratie darstellen und es in Zukunft noch schwerer machen würden, ein besseres Verbraucherschutzniveau durchzusetzen, hat Wirkung gezeigt. Viele Vorhaben wurden auf Drängen eines zivilgesellschaftlichen Bündnisses unter Beteiligung von foodwatch verändert. Bei CETA, dem Vertrag zwischen EU und Kanada, enthüllte foodwatch das bis dahin geheim gehaltene Verhandlungsmandat. Und unsere Kritik wurde in Deutschland von höchster Stelle aufgegriffen: Unsere Verfassungsbeschwerde – die mit mehr als 125.000 Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern größte in der Geschichte der Bundesrepublik – wurde vom Bundesverfassungsgericht angenommen. Ein Urteil steht noch aus (Stand Oktober 2017). Nicht erfüllt wurde bei CETA dagegen unsere Hauptforderung: Ein Stopp der Pläne und Neuverhandlungen auf Basis eines neuen, demokratisch legitimierten Verhandlungsmandats.
  • Mineralöl: Ob in Reis, Nudeln oder Getreide – zahlreiche Hersteller brachten wir dazu, sich intensiv mit der Verunreinigung ihrer Produkte mit krebsverdächtigen Mineralölen zu befassen. Supermarktketten reagierten mit strengen Vorgaben an die Hersteller. Lebensmittel sind dadurch ein Stück sicherer geworden. Was uns auch hier noch nicht gelungen ist: den Gesetzgeber zur Verabschiedung verbindlicher Höchstgrenzen zu bewegen.
  • Transparenz und Werbung: Eigentlich ist Täuschung verboten – durch unsere immer wieder in der Öffentlichkeit benannten Beispiele hat foodwatch aber deutlich gemacht, dass es auch legale Täuschung gibt. Unsere Kritik an Produkten, oft in Verbindung mit E-Mail-Aktionen an die Hersteller und öffentlichkeitswirksam auch mit dem „Goldenen Windbeutel“, unserem Negativpreis für die „Werbelüge des Jahres“, hat Wirkung gezeigt. Zahlreiche Unternehmen haben ihre Etiketten oder Werbeaussagen verändert, andere nahmen ihre Produkte vom Markt – offenbar deshalb, weil diese in einer „ehrlichen“ Version keine Chance bei der Kundschaft gehabt hätten. Was noch fehlt: Ein effektiver gesetzlicher Schutz vor Täuschung. Hier gibt es zwar kleine Fortschritte (zum Beispiel die Einführung verbindlicher Nährwertangaben auf Etiketten), aber noch lange keinen Durchbruch.
  • Uran im Wasser: Eine jahrelange foodwatch-Kampagne hatte Erfolg – in Deutschland gilt seit 2011 der weltweit strengste Grenzwert für Uran im Trinkwasser! Was wir noch nicht geschafft haben: einen Grenzwert für Mineralwasser, wo die Belastung vergleichbar hoch ist wie bei Trinkwasser vor dem Grenzwert. (Stand: Januar 2018)

Wie entscheidet foodwatch, welche Kampagnen die Organisation startet oder mit welchen Produkten sie sich befasst?

Es ist ganz unterschiedlich, wie foodwatch zu seinen Themen und Kampagnen kommt. Manche Themen drängen sich durch ihre Relevanz oder aktuelle Brisanz auf – zum Beispiel die Befassung mit ernährungsbedingten Krankheiten wie Diabetes oder auch mit aktuell verhandelten Freihandelsabkommen, insofern diese die Belange von Verbraucherinnen und Verbrauchern betreffen. Wir arbeiten aber auch zu Themen, die bis dahin keine große  öffentliche Resonanz finden – weil wir es wichtig finden, dass sie beachtet werden. Dazu gehören Themen wie die Sauerstoffbehandlung von Frischfleisch, Details der Futtermittelproduktion oder die Uranbelastung von Wasser. Für die Frage, wie solche Themen entstehen, gibt es keine pauschale Antwort. Mal bekommen wir Anfragen oder Hinweise von Verbraucherinnen und Verbrauchern, mal werden wir durch Gespräche mit Fachkreisen darauf aufmerksam. Auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Lebensmittelbehörden haben uns schon Hinweise auf Themen gegeben, die sie für brisant halten – zu denen sie aber aufgrund von politischen Vorgaben nicht arbeiten dürfen. Und nicht zuletzt sind natürlich alle foodwatch-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter auch selbst Verbraucherinnen und Verbraucher, denen beim Einkauf, beim Essengehen, beim Konsum von Werbung bestimmte Dinge auffallen.

Richtig ist leider auch: Es gibt mehr relevante Themen für uns, als wir tatsächlich bearbeiten können. Einerseits sind wir eine personell eher kleine Organisation, andererseits müssen wir erfahrungsgemäß zu den meisten Themen sehr lange Zeit arbeiten, um etwas für Aufklärung und mehr Verbraucherschutz zu erreichen. Beides zusammengenommen führt dazu, dass wir nur eine äußerst begrenzte Zahl von Themen aufgreifen können und uns leider auch bei wichtigen Themen immer wieder „dagegen“ entscheiden müssen. Diese Entscheidungen fallen im Team der foodwatch-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter. Sollte es dabei unterschiedliche Einschätzungen geben, treffen das Führungsteam oder, als Letzter in der Kette, die Geschäftsführung die Entscheidung. Deren Arbeit wiederum kontrolliert der Aufsichtsrat, die gewählte Vertretung der foodwatch-Mitglieder – und damit am Ende also die Mitglieder der Organisation. Ist der Aufsichtsrat mit der Arbeit der Geschäftsführung nicht einverstanden, kann er sie jederzeit abberufen. (Stand: Januar 2018)

Kritiker sagen, foodwatch sei überhaupt nicht demokratisch legitimiert. Stimmt das?

Wenn wir uns für Aufklärung und Verbraucherrechte einsetzen, sind wir für Politikerinnen und Politiker ebenso wie für Unternehmen und deren Verbände immer wieder unbequem. Manche Kritiker aus diesen Reihen behaupten im Gegenzug, foodwatch sei für seine Arbeit überhaupt nicht demokratisch legitimiert – ein beliebtes „Argument“ gegenüber zivilgesellschaftlichen Organisationen. Richtig ist: Die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen wie foodwatch ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Demokratie. So wie andere organisierte Verbände auch, die Interessen vertreten, die in den demokratischen Willensbildungsprozess eingehen.

foodwatch hat natürlich nicht die Legitimation, Gesetze zu erlassen oder exekutive Gewalt auszuüben. Das ist dem Parlament und den Regierungsbehörden vorbehalten. Deshalb wird foodwatch auch nicht gewählt und hat kein Mandat, benötigt dieses aber auch gar nicht. Aus den Grundrechten der Meinungsfreiheit, der Versammlungsfreiheit und der Koalitionsfreiheit ergibt sich die Legitimation von foodwatch, sich aktiv am politischen Meinungsbildungsprozess zu beteiligen – wie es auch andere Gruppen tun, die gemeinnützige Ziele verfolgen, etwa Umwelt- und Menschenrechtsgruppen. Auch Verbände, die enger gefasste Interessen – beispielsweise Wirtschaftsinteressen – vertreten, wie Industrieverbände, können sich auf diese Grundrechte berufen. Verfassungsrechtlich kommt den Interessengruppen, die sich außerhalb des Parlamentes politisch auseinandersetzen, eine wichtige Rolle zu, um den Regierungen und den Parlamenten einen ausgewogenen Willensbildungsprozess im Sinne des Allgemeinwohls zu ermöglichen.

foodwatch unterscheidet sich von wirtschaftlichen Interessensverbänden dadurch, dass es keine kommerziellen Interessen vertritt, sondern sich für das Gemeinwohlinteresse, also den Schutz, die Gesundheit und die Rechte der Verbraucherinnen und Verbraucher einsetzt. foodwatch beansprucht nicht zu definieren, was Allgemeinwohl ist, sondern macht über die Ziele, die foodwatch formuliert, ein Angebot an die Gesellschaft. Ob sich dieses Angebot durchsetzt und von Parlamenten und Regierungen ganz oder teilweise übernommen wird, ist dann eine Frage des demokratischen Willensbildungsprozesses, der seinen Abschluss in Gesetzesbeschlüssen und Regierungshandeln findet. foodwatch und andere gemeinnützige Organisationen wie auch wirtschaftliche Interessensverbände sind für eine lebendige Demokratie unumgänglich. foodwatch ist genauso legitimiert, sich in die Politik einzumischen, wie es die Verbände der Nahrungsmittelindustrie sind.

Übrigens steht es nicht im Widerspruch mit den Vorgaben für Gemeinnützigkeit, dass wir uns auch politisch zu Wort melden. Die Abgabenordnung (AO) als gesetzliche Grundlage erkennt in § 52 die Förderung von Verbraucherschutz und Verbraucherberatung ausdrücklich als Förderung des Allgemeinwohls an. Die AO führt weiter aus: „Eine Körperschaft verfolgt gemeinnützige Zwecke, wenn ihre Tätigkeit darauf gerichtet ist, die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu fördern.“ Das Gesetz verlangt also eine „selbstlose“ Tätigkeit: Entscheidend ist, dass unsere Arbeit nicht auf Gewinn ausgerichtet ist und dass wir – anders als Wirtschaftsverbände – keine Partikularinteressen (zum Beispiel die einer Branche oder einzelner Unternehmen) vertreten, sondern Gemeinwohlinteressen. Das schließt eine politische Arbeit nicht aus. Um mehr Verbraucherschutz durchzusetzen, ist eine politische Arbeit sogar vonnöten. In welcher Form, definiert unsere Satzung. Darin heißt es unter anderem: „Neben der Verbraucheraufklärung sollen Verbraucherinteressen auch durch Lobbyarbeit in den Parlamenten und Behörden vertreten werden. (…) Zu den Aufgaben des Vereins gehören Recherchen zu gesetzwidrigen Praktiken und deren Aufdeckung, die Warnungen vor Risiken und Gefahren, sonstige Vergabe von Forschungsaufträgen, Produktvergleiche, Veröffentlichungen und Mediationsverfahren im Zusammenhang mit dem Verbraucherschutz.“ (Stand: Januar 2018)

Steht foodwatch einer Partei oder einer bestimmten politischen Richtung nahe?

Verbraucherrechte sind weder links noch rechts, sie sind universell. foodwatch ist deshalb unabhängig von politischen Parteien und begleitet die Arbeit und Programme der unterschiedlichen Parteien gleichermaßen kritisch. Wir treten ein für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit und stehen für eine offene Gesellschaft. Jede Form von Rassismus und Diskriminierung gegen einzelne oder Gruppen von Menschen lehnen wir ab und distanzieren uns von extremistischen Gruppierungen. (Stand: Januar 2018)

Wie steht foodwatch zu Kooperationen mit Unternehmen?

Wir sind davon überzeugt, dass wir durch Aufklärung und Öffentlichkeit mehr für Verbraucherrechte erreichen können als durch Kooperationen mit Unternehmen, bei denen wir Kompromisse eingehen oder uns Projekte zu eigen machen müssten, von denen wir nicht zu 100 Prozent überzeugt sind. Gleichzeitig halten wir es für eine wichtige Voraussetzung für unsere Arbeit als Verbraucherorganisation, unabhängig von den Unternehmen zu sein, mit denen wir uns kritisch auseinandersetzen. Das ist eine Frage der Glaubwürdigkeit – denn im Falle einer Zusammenarbeit müssten wir uns zu Recht fragen lassen, ob wir unseren Unternehmenspartner dann noch unabhängig beurteilen könnten – oder dessen Wettbewerber.

Wir sind daher grundsätzlich immer bereit, mit Unternehmen zu sprechen und unsere Positionen zu erklären. Wie auch immer geartete feste oder bezahlte Kooperationen wird es mit uns jedoch nicht geben. Aus denselben Gründen (neben anderen) wird foodwatch auch kein Siegel auf den Markt bringen oder gegen Gegenleistungen welcher Art auch immer Produktempfehlungen aussprechen. (Stand: Januar 2018)

Kritiker werfen foodwatch „Skandalisierung“ oder „Populismus“ vor, um dadurch Spenden zu generieren – was sagen Sie dazu?

foodwatch hat den Anspruch, die Dinge beim Namen zu nennen – dies tun wir allerdings nur nach gründlicher Recherche und Analyse. Dies belegen die zahlreichen Hintergrundinformationen und Reports, die auch auf unserer Website veröffentlicht sind. Dass wir nicht um den heißen Brei herumreden und auch Namen nennen, unterscheidet uns von vielen anderen Akteuren – und macht uns in den Augen der Angesprochenen unbequem.

Wir halten die Situation auf dem Lebensmittelmarkt für einen permanenten Skandal – von der systematischen Irreführung der Verbraucher durch Kennzeichnung und Werbung über unzureichende Gesetze zum Schutz vor umstrittenen Zutaten oder Kontaminanten bis hin zu der Tatsache, dass Jahr für Jahr fast jeder vierte kontrollierte Lebensmittelbetrieb von den Behörden beanstandet wird. Dies sehen wir als das Problem an, nicht die ungeschminkte Benennung des Problems. Gleiches gilt für die Situation in der Tierhaltung und für die Aushöhlung unserer Demokratie durch Handelsabkommen wie TTIP oder CETA, die mit dem Gedanken des Freihandels wenig zu tun haben.

Entsprechend dieser Analyse ist die Arbeit von foodwatch langfristig angelegt. Das gilt auch für unsere Spendenwerbung. foodwatch konzentriert sich daher nicht auf die Anwerbung von Einmalspenden, wie sie bei Skandalen oder Notfällen kurzfristig in größeren Summen erzielt werden könnten. Wir konzentrieren uns darauf, dauerhafte Fördermitglieder zu gewinnen. Uns ist es wichtig, glaubhaft für die Verbraucherinnen und Verbraucher arbeiten zu können – und um erfolgreich zu sein, ist es entscheidend, dass möglichst viele als Mitglieder hinter uns stehen.

Unsere Positionen und Einschätzungen machen wir öffentlich, zum Beispiel auf unserer Internetseite – und wir erklären für jede und jeden nachvollziehbar, wie wir zu unseren Einschätzungen kommen. Würden wir dabei regelmäßig fantasieren oder übertreiben, um eigentlich harmlose Dinge zu skandalisieren, würden das weder unsere Mitglieder noch Interessenten oder Medien honorieren. Bei einer Organisation, die keine Glaubwürdigkeit genießt, wird auch niemand Mitglied. Insofern haben wir selbst das größte Interesse an seriöser und fundierter Arbeit, die für jeden nachprüfbar ist. (Stand: Januar 2018)

Organisation

Welche Struktur hat foodwatch?

foodwatch ist eine Non-Profit-Organisation, die bisher in drei Ländern (Deutschland, Niederlande, Frankreich) aktiv ist. In Deutschland, wo die Organisation 2002 gegründet wurde, ist foodwatch unter der Nummer VR 21908 B im Vereinsregister des Amtsgerichts Charlottenburg eingetragen und als gemeinnützig anerkannt. Da die Gesetzgebung im Bereich des Verbraucherschutzes und der Ernährungspolitik zum überwiegenden Teil Sache der EU ist, haben wir das Ziel, unsere Arbeit sukzessive auf die größten EU-Staaten auszudehnen. Bisher gibt es eine „Stichting“ foodwatch in den Niederlanden und eine „Association“ foodwatch in Frankreich – beide sind ebenfalls gemeinnützig organisiert.

Da es für zivilgesellschaftliche Organisationen bedauerlicherweise nicht wie für Unternehmen eine europäische oder internationale Rechtsform gibt, haben wir den deutschen Verein foodwatch e.V. intern in zwei Einheiten aufgeteilt: Eine Einheit ist verantwortlich für unsere Aktivitäten in Deutschland, die andere – unsere „unit foodwatch international“ – koordiniert die internationalen Themen, zu denen wir in allen drei foodwatch-Ländern arbeiten. Denn nur, weil es für eine Nichtregierungsorganisation keine Möglichkeit gibt, sich in mehreren europäischen Ländern als „eine“ Organisation aufzustellen, wollen wir unsere Arbeit dennoch bestmöglich abstimmen.

Zwei Geschäftsführer leiten die Arbeit von foodwatch in Deutschland: Thilo Bode, der Gründer der Organisation, ist als internationaler Direktor für die europäischen Aktivitäten verantwortlich; Martin Rücker leitet die nationale Arbeit von „foodwatch Deutschland“. Beide gemeinsam bilden den Vorstand des Vereins foodwatch e.V., wobei jedes Vorstandsmitglied gemäß unserer Satzung alleinvertretungsberechtigt ist.

Die Arbeit des Vorstands kontrolliert der von den stimmberechtigten Mitgliedern gewählte Aufsichtsrat unter der Leitung von Iris Menn. foodwatch hat etwa 80 stimmberechtigte Mitglieder sowie gut 36.000 Fördermitglieder (alle Angaben: Stand Dezember 2017). Höchstes Organ des Vereins ist die Mitgliederversammlung. Mehr Informationen zu dieser Struktur finden Sie in unserer Satzung sowie in diesen Fragen und Antworten. (Stand: Januar 2018)

Wie viele Mitglieder hat foodwatch?

Entsprechend unserer Satzung gibt es bei foodwatch Fördermitglieder und stimmberechtigte Mitglieder.

Unsere mehr als 36.000 Fördermitglieder (Stand: Oktober 2017) machen mit ihren Beiträgen unsere Arbeit erst möglich. Fördermitgliedern steht die Teilnahme an Mitgliederversammlungen offen, zudem können sie dem Aufsichtsrat Vorschläge für stimmberechtigte Mitglieder unterbreiten. Alle Fördermitglieder haben Anspruch auf eine kostenlose, individuelle Ernährungsberatung und auf Zusendung unseres kleinen Mitgliedermagazins, der „foodwatch-Nachrichten“.

Unsere rund 80 stimmberechtigten Mitglieder (Stand: Oktober 2017) sind diejenigen, die im Vereinsrecht als Mitglieder gelten. Auf den Mitgliederversammlungen wählen sie zum Beispiel die Mitglieder des Aufsichtsrates oder entscheiden über die Satzung des Vereins. Unser Ziel ist es, immer mehr als 75 stimmberechtigte Mitglieder zu haben, da dies die Voraussetzung für Klagen als Verbraucherverband nach dem Gesetz gegen unlautere Werbung ist. Gleichzeitig legt unsere Satzung fest, dass die Zahl der stimmberechtigten Mitglieder 100 nicht überschreiten soll. Damit soll unsere Unabhängigkeit als Verbraucherorganisation gewährleistet bleiben. Denn leider gab es in der Vergangenheit bereits Fälle, in denen etablierte Vereine unterwandert wurden – von politisch extremen Kräften oder auch von wirtschaftlichen Interessenvertretern. Das wollen wir vermeiden. Indem die Zahl der stimmberechtigten Mitglieder begrenzt ist und die Entscheidung über eine Aufnahme vom Aufsichtsrat getroffen wird, sind wir vor solchen Einflüssen hoffentlich gut geschützt. (Stand: Januar 2018)

Wie kann man Mitglied bei foodwatch werden?

Jede Verbraucherin, jeder Verbraucher kann Fördermitglied bei foodwatch werden – am einfachsten online. Fördermitgliedern steht die Teilnahme an Mitgliederversammlungen offen, zudem können sie dem Aufsichtsrat Vorschläge für stimmberechtigte Mitglieder unterbreiten. Alle Fördermitglieder haben Anspruch auf eine kostenlose, individuelle Ernährungsberatung und auf Zusendung unseres kleinen Mitgliedermagazins, den „foodwatch-Nachrichten“.

Die Aufnahme von stimmberechtigten Mitgliedern ist in unserer Satzung geregelt: Stimmberechtigtes Mitglied kann jede und jeder werden, der das 18. Lebensjahr vollendet hat und im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte ist. Notwendig ist die Empfehlung durch zwei andere Förder- oder stimmberechtigte Mitglieder. Liegen zwei Empfehlungen vor, entscheidet der Aufsichtsrat, der von der Mitgliederversammlung gewählt wird, mit einfacher Mehrheit über die Aufnahme als stimmberechtigtes Mitglied. Auf diesem Weg ist gewährleistet, dass die stimmberechtigten Mitglieder die Hoheit über die Besetzung der Entscheidungs-Gremien haben und gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit einer Unterwanderung so klein wie möglich gehalten wird (siehe auch die Antwort auf die Frage „Wie viele Mitglieder hat foodwatch?“). (Stand: Januar 2018)

Ist foodwatch Mitglied in anderen Verbänden?

foodwatch ist derzeit (Stand Dezember 2017) kein festes Mitglied in anderen Verbänden. Wir unterstützen die Allianz Rechtssicherheit für politische Willensbildung, außerdem gehen wir von Zeit zu Zeit Bündnisse mit anderen Organisationen ein, die die gleichen Ziele wie wir verfolgen – zum Beispiel bei „TTIP unfairhandelbar“, den Trägerkreisen der europäischen Bürgerinitiative sowie der Verfassungsbeschwerde gegen CETA, beim Bündnis „Andere Banken“ im Zuge unserer Arbeit zu den Folgen der Agrarspekulation sowie bei einer Initiative von Mehr Demokratie e.V. zur Einführung bundesweiter Volksentscheide. (Stand: Januar 2018)

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat foodwatch in Deutschland?

Bei foodwatch e.V. arbeiten derzeit 16 Personen in Vollzeit und vier in Teilzeit – das entspricht rechnerisch knapp 19 vollen Stellen. 3,75 Stellen entfallen auf den Bereich foodwatch International, der unsere gemeinsame Arbeit mit den foodwatch-Büros in Frankreich und den Niederlanden organisiert und koordiniert. (Stand: November 2017)

Welchen beruflichen Hintergrund haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei foodwatch?

Archäologie, Politik- und Sozialwissenschaften, Veterinärmedizin, Journalistik, Volkswirtschaftslehre – die Hintergründe des foodwatch-Teams sind vielfältig. Dennoch: Alle Kompetenzen, die wir für unsere Arbeit benötigen, können wir nicht intern versammeln. Deshalb unterstützen uns je nach Thema externe Experten aus den unterschiedlichsten Fachgebieten: Lebensmitteltechnologen, Chemiker, Mediziner, Juristen, Ernährungswissenschaftler, Rechercheure, Ökonomen und, und, und ... (Stand: Januar 2018)

Wie sehen die Arbeitsverträge bei foodwatch aus?

Dass sich Menschen von einer befristeten Anstellung zur nächsten hangeln müssen, finden wir nicht akzeptabel. Wir schließen unsere Arbeitsverträge deshalb grundsätzlich unbefristet ab. Zwei Ausnahmen von diesem Grundsatz gibt es: Wenn wir eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter befristet als Vertretung zum Beispiel während einer Elternzeit anstellen. Auch Traineestellen sind bei uns zunächst auf 12 bis 18 Monate, also während der Ausbildungszeit, befristet. Übernehmen wir Trainees im Anschluss als feste Mitarbeiter, erhalten sie sofort einen unbefristeten Vertrag.

Eine Vollzeitstelle bedeutet bei foodwatch 39 Wochenstunden. Der Urlaubsanspruch aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beläuft sich auf 30 Tage im Jahr. Über die Gehaltsstruktur informieren wir in der nächsten Frage. (Stand: Januar 2018)

Wie bezahlt foodwatch sein Personal?

Wir sind weder ein Produktionsbetrieb noch ein Handelsunternehmen. Über die Qualität unserer Arbeit entscheidet also nicht die Qualität von Produkten, sondern allein die Kompetenz der Menschen hinter foodwatch. Im Sinne unserer Mission, mehr Verbraucherinteressen durchzusetzen, wollen wir gut ausgebildete, professionelle und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für uns gewinnen. Dabei stehen wir in der Konkurrenz mit anderen Arbeitgebern. Deshalb – und weil foodwatch alle Kolleginnen und Kollegen, die sich durch ein bemerkenswert großes Engagement für unsere Sache auszeichnen, gut behandeln möchte, – wollen wir für eine angemessene Entlohnung ihrer Arbeit sorgen. Auf der anderen Seite wissen wir nur zu gut, dass wir eine durch Spenden- bzw. Mitgliedsbeiträge finanzierte Organisation sind. Zu Recht erwarten unserer Förderinnen und Förderer einen sparsamen Umgang mit ihren Zuwendungen.

Unser Ziel ist es daher, den Grat zwischen Sparsamkeit und fairer, konkurrenzfähiger Bezahlung zu finden. Wir müssen in Kauf nehmen, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei anderen Arbeitsstellen (vor allem in der Privatwirtschaft) mehr verdienen könnten als bei foodwatch. Andererseits bezahlen wir keine Hungerlöhne und wollen es jedem ermöglichen, von der Arbeit bei unserer Organisation angemessen leben zu können. Konkret bedeutet dies: Ein Praktikum – abgesehen ggf. von Schnuppertagen – wird bei uns immer vergütet. Für hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Vollzeitstellen (39 Wochenstunden) liegen die Brutto-Gehälter zwischen 1.700 Euro (für Trainee-, also Ausbildungsstellen) und 6.500 Euro (Geschäftsführung) im Monat. Die Gehälter werden 12 Mal ausgezahlt, das heißt ohne Weihnachts- oder Urlaubsgelder. In den vergangenen Jahren hat der Aufsichtsrat von foodwatch zudem zum Jahresende eine Bonuszahlung (2017 in Höhe von pauschal 1.500 Euro brutto) beschlossen. Hinzu kommt schließlich die Möglichkeit einer betrieblichen Altersvorsorge, die foodwatch mit bis zu 127 Euro pro Monat (Stand: 2017) bezuschusst. Persönliche Vergünstigungen wie einen Dienstwagen für die Geschäftsführer gibt es bei uns nicht. (Stand: Januar 2018)

Wie hoch ist der Frauen- und Männeranteil bei foodwatch?

foodwatch besetzt Stellen nach Kompetenz, nicht nach Quotenregelungen. Eine ausgewogene Mischung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist dabei allerdings unser Ziel. Derzeit (Stand: Juli 2017) haben wir eine Aufsichtsratsvorsitzende und zwei Geschäftsführer. Von fünf Aufsichtsratsmitgliedern sind zwei Frauen und drei Männer. Die fünf Abteilungen bei foodwatch Deutschland (Recherche und Kampagnen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Fundraising und Mitgliederbetreuung, Website, Finanzen) werden von drei Kolleginnen und zwei Kollegen geleitet, zudem haben wir einen für die internationalen Kampagnen verantwortlichen Kampagnendirektor.

Unsere Büros in den Niederlanden und in Frankreich werden von jeweils einer Direktorin geleitet, den Aufsichtsräten dort stehen jeweils Männer vor. (Stand: Januar 2018)

Fundraising und Finanzierung

Wie finanziert sich foodwatch?

Um unabhängig agieren zu können, verzichtet foodwatch auf staatliche Gelder und finanziert sich zum ganz überwiegenden Teil aus Förderbeiträgen und Kleinspenden, die zuletzt im Jahr 2016 rund 88 Prozent aller Einnahmen ausmachten. Die restlichen 12 Prozent bestehen aus Großspenden und Stiftungsgeldern sowie aus sonstigen Einnahmen wie beispielsweise Vortragshonoraren (2016). Im Sinne der Transparenz veröffentlichen wir Spenderinnen und Spender ab 5.000 Euro pro Jahr auf der foodwatch-Internetseite grundsätzlich namentlich. Wenn ein Spender oder eine Spenderin aus nachvollziehbaren Gründen nicht auf unserer Internetseite genannt werden möchte, veröffentlichen wir den Namen ausnahmsweise nicht unmittelbar auf der Internetseite (einen solchen Fall gab es, weil eine Person aufgrund ihrer veröffentlichten Großspende immer wieder vom Fremden telefonisch belästigt und um Geld gefragt wurde). In einem solchen Fall machen wir auf unserer Internetseite aber transparent, dass es eine (weitere) Großspende gegeben hat, zudem nennen den Namen der Spenderin oder des Spenders auf Anfrage. Wer damit nicht einverstanden ist, dessen Spende nimmt foodwatch nicht an.

Spenden der Wirtschaft nimmt foodwatch nicht an, wenn dadurch Interessenkonflikte entstehen oder Einfluss auf die inhaltliche Arbeit genommen werden soll. So sind Spenden aus der Lebensmittelindustrie grundsätzlich tabu. (Stand: Januar 2018)

Wie stellt foodwatch seine Unabhängigkeit sicher?

Als Verbraucherorganisation müssen wir größten Wert auf die Unabhängigkeit von Politik und Wirtschaft legen, denn nur so können wir die Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher auf dem Lebensmittelmarkt aufrichtig vertreten. Um diese Unabhängigkeit zu wahren, nimmt foodwatch grundsätzlich kein Geld vom Staat an. Außerdem verzichten wir auf Zuwendungen aus der Wirtschaft, wenn dadurch Interessenkonflikte entstehen oder Einfluss auf die inhaltliche Arbeit genommen werden soll. Konkret bedeutet das: Spenden aus der Lebensmittelindustrie und von größeren Unternehmen des Lebensmittelhandels weisen wir grundsätzlich zurück. Ab einem Betrag von 500 Euro im Jahr überprüfen wir alle Spenden von Unternehmen oder Einzelpersonen darauf hin, ob ein Interessenskonflikt besteht.

Um Transparenz über Einnahmen und Ausgaben herzustellen, veröffentlicht foodwatch detaillierte Angaben im Internet. An dieser Stelle werden auch Großspenden ab einem Betrag von 5.000 Euro im Jahr ausgewiesen. (Stand: Januar 2018)

foodwatch behauptet, unabhängig vom Staat, profitiert als gemeinnütziger Verein aber von Steuerbegünstigungen. Passt das zusammen?

Als gemeinnütziger Verein ist foodwatch von der Körperschaftssteuer befreit. Spender bzw. Fördermitglieder können ihre Zuwendungen an foodwatch von der Steuer absetzen, was höchstwahrscheinlich zu einer größeren Unterstützungsbereitschaft führt. Das sind also klare finanzielle Vorteile, die der Staat uns gewährt. Er gewährt sie allerdings nicht uns, sondern hat gesetzlich geregelt, unter welchen Voraussetzungen jede Körperschaft von diesen Vorteilen profitieren kann. So heißt es in der Abgabenordnung (§ 52 AO): „Eine Körperschaft verfolgt gemeinnützige Zwecke, wenn ihre Tätigkeit darauf gerichtet ist, die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu fördern.“ Verbraucherberatung und Verbraucherschutz werden in dem Gesetz ausdrücklich als Aufgaben der Allgemeinwohlförderung anerkannt. Durch die in der Satzung festgelegten Vereinszwecke sowie durch unsere konkrete Arbeit erfüllen wir die Voraussetzung der Abgabenordnung.

Es gilt also, dass wir kein Geld vom Staat nehmen – auch wenn wir von einer gesetzlichen Regelung profitieren. Dadurch entsteht gerade keine Abhängigkeit vom Staat: Im Gegensatz zu Organisationen, die sich über staatliche Projektförderung oder Zuwendungen zum Beispiel eines Ministeriums finanzieren, ist foodwatch nicht abhängig von solchen Einzelfallentscheidungen. Wir sind nicht darauf angewiesen, dass ein Minister oder eine Ministerin mit unserer Arbeit „zufrieden“ ist, damit er oder sie unsere Arbeit finanziell unterstützt. Damit gibt es keinen Einfluss des Staates auf unsere inhaltliche Arbeit oder unsere Positionen. (Stand: Januar 2018)

Wie werden die Mittel verwendet?

Den weitaus größten Teil der zur Verfügung stehenden Mittel verwendet foodwatch für die Kampagnenarbeit zur Stärkung der Verbraucherrechte. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen sowohl Recherchen in Auftrag gegeben werden als auch wissenschaftliche Studien und Labortests. Die Information und Mobilisierung von Verbraucherinnen und Verbrauchern gehört ebenfalls in diesen Bereich.

Auf die Medien-und Öffentlichkeitsarbeit entfällt ebenfalls ein guter Teil unseres Ausgabenbudgets. Denn ohne Berichterstattung in den Medien- und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit bliebe die Arbeit von foodwatch weitgehend wirkungslos. Wir aktualisieren regelmäßig unsere Internetseiten und führen Online-Aktionen durch. Ziel ist es, durch unabhängige Information und Mobilisierung der foodwatch-Unterstützer sowie Druck der Öffentlichkeit Politiker und Lebensmittelkonzerne zu verbraucherfreundlichem Handeln zu bewegen.

Die Förderer- und Spendenwerbung hat es sich zur Aufgabe gemacht, möglichst viele Menschen aus der Bevölkerung über die Ziele von foodwatch zu informieren und sie vom Sinn einer dauerhaften Unterstützung als Fördermitglied zu überzeugen. Dabei wird besonders auf eine wirtschaftliche Verwendung der Mittel geachtet: Für jeden Euro, den wir in diesem Bereich ausgeben, erhalten wir innerhalb von zwei Jahren 1,50 Euro bis 2 Euro zurück. Das sichert die finanzielle Basis von foodwatch und ermöglicht das Eintreten für die Rechte der Verbraucherinnen und Verbraucher. Und besonders wichtig: Die Anzahl der Fördermitglieder verleiht der Stimme von foodwatch in der Öffentlichkeit Gewicht.

Weitere Ausgaben entfallen auf die Verwaltung und die Betreuung von Förderern und Interessenten. Zur Verwaltung gehört sowohl die Ausstattung und Organisation des Büros als auch die Buchhaltung, Assistenz und Finanzierung der Büroräume. Dies bildet die stabile Basis für die Arbeit von foodwatch. Zur Förderer- und Interessentenbetreuung steht sowohl ein allgemeines Verbraucher-Telefon als auch ein spezielles Telefon für Mitglieder zur Verfügung. Zahlreiche Anfragen werden auch schriftlich per Post oder E-Mail beantwortet. Als besonderen Service bietet foodwatch seinen Mitgliedern zudem eine spezielle Ernährungsberatung an.

Welche Beträge und Anteile an den Gesamtausgaben auf die jeweiligen Bereiche entfallen, veröffentlicht foodwatch jedes Jahr auf der Internetseite im Bereich Finanzen. (Stand: Januar 2018)

Wie wird bei foodwatch die Verwendung der Mittel kontrolliert?

Neben der Kontrolle durch unseren Aufsichtsrat findet die entscheidende neutrale und externe Überprüfung der satzungsmäßigen Mittelverwendung von Spenden, Mitglieds- oder Förderbeiträgen dadurch statt, dass wir auf freiwilliger Basis den vom Steuerberater erstellten Jahresabschluss zusätzlich durch einen Wirtschaftsprüfer untersuchen lassen, um ein Wirtschaftsprüfertestat zu erhalten. Dieses Testat haben bisher alle Jahresabschlüsse von foodwatch bekommen.

foodwatch beteiligt sich außerdem an der Initiative Transparente Zivilgesellschaft, einer Initiative für Transparenz bei gemeinnützigen Organisationen. Sie wird getragen unter anderem von Transparency Deutschland e.V., dem Bundesverband deutscher Stiftungen, dem Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI), dem Deutschen Fundraising Verband und dem Deutschen Spendenrat. Ein Ziel der Initiative ist, dass die Organisationen einheitliche Angaben zu Satzung, Namen der Entscheidungsträger, Mittelherkunft, Mittelverwendung und Personalstruktur veröffentlichen. Dies tun wir hier. (Stand: Januar 2018)

Wie wurde der Start von foodwatch finanziert?

foodwatch wurde im Jahr 2002 als gemeinnütziger Verein gegründet. Finanziell wurde der Start durch langfristige Darlehen und Spenden ermöglicht. Seit dem Jahre 2009 ist foodwatch in der Lage, seine laufenden Ausgaben in Höhe von rund einer Million vollständig durch Beiträge von Fördermitgliedern und Kleinspenden zu decken. foodwatch bemüht sich aber weiter um Großspenden und Stiftungsgelder, um zusätzliche Projekte vorantreiben zu können.

Das Startkapital betrug rund 1,5 Millionen Euro und wurde in den ersten drei Jahren zum Aufbau der Organisation eingesetzt. Etwa ein Drittel davon waren langfristige Darlehen von der GLS Gemeinschaftsbank und von Privatpersonen. Zuschüsse für die Anschubinvestitionen kamen außerdem von der Zukunftsstiftung Landwirtschaft in Bochum, von Rolf Gerling, Clemens Haindl, Alfred Ritter und Karl-Ludwig Schweisfurth.

Den Umstand, dass zwei der früheren Spender von foodwatch in der Lebensmittelindustrie aktiv waren beziehungsweise sind – was unserer heutigen Spendenpolitik nicht mehr entsprechen würde – haben wir stets transparent gemacht, zum Beispiel durch eine klare Benennung auf unserer Internetseite. Alfred Ritter hat uns in den Jahren 2002 bis 2008 aus seinem Privatvermögen Beträge in Höhe von insgesamt 250.000 Euro gespendet, vor allem hat er sich an der Anschubfinanzierung für den Aufbau von foodwatch beteiligt. Karl Ludwig Schweisfurth hat uns ebenfalls in den Anfangsjahren insgesamt 150.000 Euro gespendet. Beide Spenden gingen auf persönliche Bekanntschaften von foodwatch-Gründer Thilo Bode mit den Spendern zurück. Diese hielten eine Organisation wie foodwatch für notwendig und beteiligten sich an der Anschubfinanzierung.

foodwatch hat diese Gelder angenommen, weil ein Interessenkonflikt zum damaligen Zeitpunkt nicht absehbar war. Denn in den ersten Jahren stand die Landwirtschaft, nicht aber die Lebensmittelindustrie im Fokus der Aktivitäten von foodwatch. Dies ist eine Entwicklung vor allem der Jahre ab 2008. Darauf hat foodwatch reagiert und die Spendenpraxis angepasst (siehe dazu auch unsere Antwort auf die Frage „Wie stellt foodwatch seine Unabhängigkeit sicher?“). Spenden von Alfred Ritter und Karl Ludwig Schweisfurth oder anderen Akteuren der Lebensmittelindustrie würden heute nicht mehr angenommen.

Nachweislich haben die beiden Zuwendungen von Alfred Ritter und Karl Ludwig Schweisfurth keinen Einfluss auf die inhaltliche Arbeit von foodwatch gehabt. Das Unternehmen Ritter ist – wie die Süßwarenindustrie insgesamt – ein vehementer Gegner der Ampelkennzeichnung für den Fett-, Zucker- und Salzgehalt von Produkten. Das hat foodwatch selbstverständlich nicht davon abgehalten, mit einer der größten und längsten Kampagnen der Organisation für die Ampelkennzeichnung einzutreten. Auch haben wir Ritter Sport von Kritik nicht ausgenommen: In seinem Buch „Die Essensfälscher“ kritisiert foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode die CSR-Praktiken (CSR = Corporate Social Responsibility, gesellschaftliche Verantwortung) des Unternehmens, foodwatch-Veröffentlichungen haben sich etwa mit „versteckten Tierprodukten“ bei Ritter-Schokolade, die Veganern empfohlen wurde, sowie mit den aus unserer Sicht verantwortungslosen Marketingaktivitäten Ritters in Schulen befasst. Auch gegenüber der Bio-Branche hat sich foodwatch stets kritisch positioniert und mit einem Klima-Report im Jahr 2008 beispielsweise auf die schlechte Klimabilanz zum Beispiel der biologischen Rindfleischproduktion hingewiesen. (Stand: Januar 2018)

Warum betreibt foodwatch Spendenwerbung?

Als Organisation, die sich für die Rechte der Verbraucherinnen und Verbraucher einsetzt, ist uns unsere Unabhängigkeit besonders wichtig und Voraussetzung dafür, glaubwürdig unsere Arbeit zu leisten. Wir haben uns deshalb für einen schwierigen Weg entscheiden: Ganz bewusst nehmen wir kein Geld aus der Lebensmittelindustrie und kein Geld vom Staat an. Auch bei Großspenden – darunter verstehen wir alle Spenden von 500 Euro oder mehr im Jahr – sind wir vorsichtig: Ab einem Betrag von 500 Euro im Jahr prüfen wir für jeden Zahlungseingang, ob ein Zusammenhang zur Lebensmittelindustrie besteht. Spenden (oder auch Zuwendungen von Stiftungen) von 5.000 Euro oder mehr im Jahr veröffentlichen wir Jahr für Jahr auf unserer Internetseite. So ist für jeden nachvollziehbar, dass sich Einzelpersonen oder Unternehmen nicht durch abhängig machende Großspenden die Ausrichtung unserer Arbeit erkaufen können.

Um unter diesen Voraussetzungen professionell und wirkungsvoll arbeiten zu können, sind wir auf die Beiträge von Einzelpersonen angewiesen, die uns als Einzelspender oder als Fördermitglied unterstützen. Das passt ohnehin am besten zu einer Verbraucherorganisation. Denn wie groß unser Einfluss für den Verbraucherschutz ist, hängt entscheidend von der Anzahl unserer Mitglieder ab.

Untersuchungen belegen jedoch: Nur zu einem geringen Teil treten Menschen spontan einer Organisation bei. Viele haben zudem den Eindruck „der Verbraucherschutz“ werde staatlich organisiert und finanziert – sie wissen überhaupt nicht, dass sie bei einer Organisation wie foodwatch Mitglied werden können und dies die Voraussetzung für unsere Arbeit ist. Erfahrungen von vielen Organisationen zeigen, dass rund 80 Prozent der Mitglieder angesprochen – sprich: geworben – werden müssen.

Ohne Spendenwerbung wäre unsere Arbeit also nicht möglich. Dass wir dabei niemanden „überreden“ oder „unter Druck setzen“, versteht sich von selbst. Wir lehnen solche Methoden ab – und sie wären auch nicht wirtschaftlich. Denn Mitglieder können bei uns zu jedem Zeitpunkt ohne Fristen austreten und erhalten sogar rückwirkend Beiträge erstattet. Mit anderen Worten: Würden wir Menschen zu Mitgliedschaften drängen, würde uns das finanziell auf die Füße fallen. Denn sie würden sofort wieder austreten, so dass wir keinerlei Beiträge von ihnen erhielten, die Kosten für Werbung und Verwaltung hätten wir aber dennoch. Unsere Erfahrung ist vielmehr, dass uns die allermeisten Mitglieder über viele Jahre die Treue halten. (Stand: Januar 2018)

Wie betreibt foodwatch Spendenwerbung?

Unser Ansatz ist es, auch bei der Spendenwerbung professionell zu arbeiten. Das heißt: Wir geben einen Teil unseres Budgets dafür aus, Menschen über unsere Arbeit zu informieren und bei Interesse als Mitglieder zu gewinnen. Ein wichtiger Maßstab ist dabei die Wirtschaftlichkeit. Was wir zur Mitgliederwerbung tun, überprüfen wir genau, um die Verschwendung von Geld (und damit Spendeneinnahmen) zu vermeiden. Deshalb schicken wir zum Beispiel keine aufwendig gestalteten Briefe wahllos an zigtausende Haushalte – das wäre kaum wirtschaftlich.

Manche Menschen sind irritiert bei der Vorstellung, dass „ihre“ Spenden oder Mitgliedsbeiträge zu einem gewissen Teil nicht in die Kampagnenarbeit fließen, sondern Maßnahmen zur Mitgliederwerbung finanzieren. Durch das Prinzip der Wirtschaftlichkeit schaffen wir es, dass wir für jeden Euro, den wir für solche Maßnahmen ausgehen, innerhalb von zwei Jahren 1,50 Euro bis 2 Euro zurück zu erhalten. Mit anderen Worten: Weil wir Geld für Mitgliederwerbung ausgeben, haben wir nicht weniger, sondern mehr für unsere Kampagnenaktivitäten zur Verfügung.

Darüber hinaus richten wir unsere Aktivitäten fast vollständig darauf aus, nicht Einzelspender, sondern (Dauer-)Mitglieder zu gewinnen. Damit erreichen wir eine hohe Planungssicherheit und ermöglichen auf diese Weise eine fundierte und langfristige Kampagnenarbeit.

Um Mitglieder zu gewinnen, bieten wir ein Mitgliedsformular auf unserer Internetseite sowie in Broschüren an. Und wir weisen in unserem E-Mail-Newsletter, in Social-Media-Kanälen, in Telefonaten mit Menschen, die einem Anruf eingewilligt haben (siehe dazu auch die nächste Frage), sowie selten auch mit Anzeigen auf die Möglichkeit einer Mitgliedschaft hin. (Stand: Januar 2018)

Ruft foodwatch auch Menschen zur Spendenwerbung an?

Willkürlich Telefonnummern zu kaufen oder aus dem Telefonbuch zu wählen, ist für uns tabu. Vielmehr rufen wir ausschließlich Menschen an, die sich, erstens, bereits für unsere Arbeit interessiert gezeigt haben (indem sie zum Beispiel eine E-Mail-Aktion von foodwatch unterstützt haben) und die uns, zweitens, ausdrücklich ihre Einwilligung zu einem Anruf gegeben haben. Zudem muss ihre Telefonnummer dem öffentlichen Telefonbuch zu entnehmen sein oder die Person selbst sie uns zur Verfügung gestellt haben. Nur wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, greifen wir zum Hörer, um Menschen über unsere Kampagnen zu informieren und sie  – falls im Gesprächsverlauf ein Interesse klar wird – auf eine Mitgliedschaft bei foodwatch anzusprechen.

Bei diesen Gesprächen machen wir sehr gute Erfahrungen und spüren viel Interesse an unserer Arbeit. Äußerst selten – es handelt sich um eine einstellige Zahl von Fällen pro Jahr – fühlen sich Menschen durch den Anruf gestört, weil sie sich zum Beispiel nicht mehr daran erinnern können, in die telefonische Kontaktaufnahme eingewilligt zu haben oder dies unbeabsichtigt getan haben (z.B. durch Klick auf einen falschen Button). Wenn wir dann gebeten werden, nicht mehr anzurufen, respektieren wir diesen Wunsch selbstverständlich. Wir können die Telefonnummer dann für uns „sperren“ und so sicherstellen, dass kein Anruf von uns mehr dort eingeht.

Dass es sich nur um eine kleine Zahl von Fällen handelt, ist keine Ausrede – alles andere wäre für uns schlichtweg nicht wirtschaftlich: Massenhaft Menschen anzurufen, die gar nicht angerufen werden wollen, würde nur zweierlei produzieren: hohe Kosten und genervte Menschen, die schlecht über foodwatch denken – aber mit Sicherheit keine neuen Mitglieder. Wir haben also selbst ein Interesse daran, dies zu vermeiden und das Instrument Spendenwerbung via Telefon nur sehr behutsam einzusetzen.

Wenn Sie dabei an ein anonymes Call-Center denken, in dem ständig wechselnde Telefonprofis eine einer Stunde lang Zeitschriftenabos, in der zweiten Stunde foodwatch-Mitgliedschaften und in der dritten Unterhosen am Telefon verkaufen, dann entspricht dies bei uns nicht der Realität. Für foodwatch telefoniert eine kleine Zahl von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen eines Dienstleisters, die uns alle langjährig und persönlich bekannt sind und die zum Teil selbst foodwatch-Förderer sind. Wie eigene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreuen und schulen wir sie mindestens einmal im Monat im direkten Gespräch. Sie kennen sich in unseren Themen sehr gut aus und identifizieren sich mit den Zielen der Organisation. Wir telefonieren ausschließlich mit angezeigter Nummer – die Rückrufe landen direkt bei uns in der foodwatch-Geschäftsstelle. Und um die Datensicherheit zu gewährleisten, haben wir mit dem Dienstleister einen sogenannten ADV-Vertrag (ADV für Auftragsdatenverarbeitung) abgeschlossen, der ihn und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu einem sorgfältigen Umgang mit persönlichen Daten verpflichtet. Dass diese nicht weitergegeben oder gar verkauft werden, ist dabei selbstverständlich. (Stand: Januar 2018)

Nimmt foodwatch Spenden aus der Lebensmittelindustrie?

foodwatch kann die Interessen der Verbraucher auf dem Lebensmittelmarkt nur glaubwürdig vertreten, wenn wir unabhängig von der Lebensmittelindustrie bleiben. Das ist eine grundsätzliche Entscheidung – wir unterscheiden also auch nicht zwischen „guten“ und „schlechten“ Unternehmen, sondern lehnen Spenden aus der Lebensmittelindustrie und von größeren Unternehmen des Lebensmittelhandels grundsätzlich ab. Um sicherzustellen, dass über Spenden kein Einfluss auf unsere Arbeit genommen werden kann, überprüfen wir alle Spenden ab einem Betrag von 500 Euro im Jahr, ob von Unternehmen oder von Einzelpersonen, auf einen Zusammenhang zu den genannten Bereichen besteht.

Allerdings wollen wir private Mitgliedschaften von Menschen, die in der Lebensmittelwirtschaft arbeiten und foodwatch unterstützen wollen, nicht zurückweisen, wenn ihre Beiträge unterhalb von 500 Euro im Jahr liegen.

Je nach thematischer Ausrichtung hat sich unsere Spendenpolitik im Laufe der Zeit verändert. Informationen zu unserer Startfinanzierung finden Sie als Antwort auf die Frage „Wie wurde der Start von foodwatch finanziert?“. (Stand: Januar 2018)

Wie viel Geld gibt foodwatch für Fundraising aus?

Wir verwenden einen Teil unseres Ausgabenbudgets – im Jahre 2016 waren es sieben Prozent – für Fundraisingaktivitäten, um zur Finanzierung unserer Arbeit Unterstützer und vor allem Fördermitglieder zu werben.

Die politische Schlagkraft einer Mitgliederorganisation hängt entscheidend von der Anzahl ihrer Mitglieder ab. Da aber Mitglieder erfahrungsgemäß nur zu einem sehr geringen Teil spontan beitreten und zu einem größeren, im Schnitt zu etwa 80 Prozent, angesprochen werden müssen, hat diese Art der Mittelverwendung einen außerordentlich hohen Stellenwert für uns. Durch eine erfolgreiche Mitgliederwerbung konnten wir mittlerweile mehr als 36.000 Mitglieder (Oktober 2017) gewinnen und damit auch unseren politischen Einfluss stärken.

Aus unserer Sicht ist nicht der Anteil der Ausgaben für den Bereich Marketing entscheidend, sondern vor allem die Wirtschaftlichkeit unserer Werbemaßnahmen. Diese ist bei foodwatch sehr hoch. In einem Betrachtungszeitraum von zwei Jahren erhalten wir in etwa das Doppelte des eingesetzten Betrages zurück. Das bedeutet: Für jeden Euro, den wir für Marketing ausgeben, fließen in zwei Jahren knapp zwei Euro auf das foodwatch-Konto. Da unser Marketing zudem fast nur auf Mitgliedschaften und nicht auf Einzelspenden abzielt, erreichen wir damit eine hohe Planungssicherheit und ermöglichen auf diese Weise eine fundierte und langfristige Kampagnenarbeit. (Stand: Januar 2018)

Datenschutz

Wie stellt foodwatch den Schutz personenbezogener Daten sicher?

„foodwatch nimmt den Schutz Ihrer Daten sehr ernst …“ – das stimmt zwar, aber Sie kennen solche nichtssagenden Bekenntnisse von beinahe allen Unternehmen und Organisationen, meistens wortreich ausgeschmückt, aber wenig exakt. Machen wir es also konkret:

Dass wir uns an die deutschen und europäischen Datenschutzvorgaben halten, ist selbstverständlich. Um hierbei nichts zu übersehen, haben wir eine unabhängige, externe Datenschutzbeauftragte bestellt – Tale Meyer von der m-privacy GmbH in Berlin. Sie und ihre Kollegen haben nicht nur all unsere Abläufe durchleuchtet, sondern sie schulen das foodwatch-Team, geben uns Hinweise und überprüfen unsere Dienstleister.

In Abstimmung mit unserer Datenschutzbeauftragten haben wir die Datenschutzerklärung auf unserer Internetseite so ausgestaltet, dass sie nicht nur korrekt, sondern auch möglichst verständlich ist – und für jeden Ablauf, für jedes Onlineformular genau beschreibt, was mit den Daten passiert. Die Erklärung finden Sie in aller Ausführlichkeit hier.

Sollte eine konkrete Frage darin nicht beantwortet sein, so bitten wir Sie um Ihren Hinweis und geben gerne direkt Auskunft: Am besten per E-Mail an transparenz@foodwatch.de. (Stand: Januar 2018)

foodwatch verspricht Datenschutz, die Website liegt jedoch auf einem Server von Amazon. Wie passt das zusammen?

Es ist richtig, dass unsere Internetseite derzeit auf Servern von Amazon gespeichert ist. Diese stehen in Irland und unterliegen also den europäischen Datenschutz-Standards. Als wir uns vor einigen Jahren für Amazon entschieden haben, waren technische Gründe ausschlaggebend: Mehrfach hatten wir erlebt, dass unsere Internetseite etwa nach Hinweisen im Fernsehen auf Veröffentlichungen von uns nicht verfügbar war. Deshalb suchten wir nach einer Lösung, die es uns erlaubt, flexibel auf starke Schwankungen bei den Besuchszahlen zu reagieren. Amazon war zum Zeitpunkt unseres Wechsels der führende Anbieter für solche flexiblen Hosting-Lösungen, die es ermöglichen, bei hohen Besuchszahlen Serverkapazitäten hinzuzuschalten. Deshalb entschieden wir uns für ein Hosting bei Amazon. So konnten wir Lastspitzen kurz nach einer Medienveröffentlichung, bei der Verlinkung durch prominente Seiten oder einer stark frequentierten E-Mail-Aktion abfedern. Auch heute noch sind Anbieter, deren Server in Deutschland stehen, bei einer so flexiblen Lösung bedauerlicherweise erheblich teurer.

Selbstverständlich haben wir vor dem Wechsel zu Amazon diese Option datenschutzrechtlich prüfen lassen – konkrete Einwände gab es nicht. Dennoch haben uns insbesondere die NSA-Enthüllungen und eine intensivere Debatte nachdenklich gemacht. Es ist deshalb unser Ziel, möglichst bald zu einem Anbieter in Deutschland zu wechseln. Um die Kosten stemmen zu können, müssen wir Abstriche bei der Flexibilität hinnehmen. Nach Einschätzung unserer Programmierer müssen wir dafür zunächst jedoch unsere Internetseite dahingehend umprogrammieren lassen, dass auch eine hohe Zahl von Besuchen weniger Serverkapazität beansprucht als bisher. Auch solche Programmieränderungen kosten sehr viel Geld. Deshalb benötigen wir noch etwas Zeit, um ein Hosting auf Servern in Deutschland umzusetzen. Das Ziel lautet, spätestens in der ersten Hälfte des Jahres 2019 mit unserer Internetseite umgezogen zu sein. (Stand: Januar 2018)

Weitere Fragen?

Sie vermissen eine Information oder haben weitere Fragen, zu der Sie auf unserer Seite keine Antwort gefunden haben? Wir geben gerne Auskunft – schreiben Sie uns einfach eine Nachricht an transparenz@foodwatch.de.

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Zuletzt geändert am 22.01.2018
 
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