Glyphosat wird unantastbar

Bild im Profil von Dr. Chris Methmann
Die EU-Kommission will Pestizide wie Glyphosat unbefristet zulassen – ohne regelmäßige Kontrollen, ohne Rücksicht auf neue Studien. Jetzt ist unsere letzte Chance, diese Umweltkatastrophe zu verhindern.
Dr. Chris Methmann Geschäftsführer von foodwatch e.V.

Uns rennt die Zeit davon. Die EU-Kommission will Pestizide wie Glyphosat künftig unbefristet zulassen – zu Gunsten von Konzernen wie BayerMonsanto. Dieser Plan würde den Kampf gegen gefährliche Ackergifte für immer verändern. Einmal erlaubt – unbefristet zugelassen. Egal was die Wissenschaft später zeigt.

In Brüssel will man uns das Ganze als „Bürokratieabbau“ verkaufen. Tatsächlich steckt dahinter aber ein jahrelanger Wunsch der Pestizid-LobbyUnd die EU-Kommission erfüllt ihn gerade: Während die Welt auf Kriege und Krisen schaut, will sie den Gesetzesvorschlag in einem unübersichtlichen Gesetzespaket verstecken. [1]

EU will Glyphosat & Co. unantastbar machen

Wir haben eine Schwachstelle gefunden. Gemeinsam mit sechs weiteren Organisationen haben wir ein juristisches Gutachten veröffentlicht. Das Ergebnis: Was die EU-Kommission plant, ist nicht nur gefährlich – es ist rechtswidrig. Sie verstößt gegen geltendes EU-Recht und gegen ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs. [2]

Jetzt gehen wir in die Offensive: auf juristischem Weg und indem wir unentschlossene Abgeordnete auf unsere Seite ziehen. Wir starten gezielte Aktionen, die diesen Skandal so öffentlich machen, wie er längst hätte sein müssen. Das Fenster, um das Gesetz zu stoppen, ist noch offen – aber es schließt sich.

In diesem kritischen Moment bitte ich Sie: Stärken Sie foodwatch als Fördermitglied! Denn wenn wir diese Abstimmung kippen, ist das erst der Anfang: BayerMonsanto und Co. werden es erneut versuchen – in einem anderen Paket, in einem anderen Verfahren, unter einem anderen Namen. Jedes Fördermitglied, das foodwatch heute gewinnt, ist ein Versprechen für die Zukunft: Gemeinsam halten wir weiter stand.

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Ein Problem für die Ewigkeit

Das liefe dann in etwa so:

Ein Pestizid, das heute auf unseren Feldern gespritzt wird, sickert in das Grundwasser – das Wasser, das wir tagtäglich trinken. Eine neue Studie belegt konkrete Gesundheitsgefahren, die von dem Stoff ausgehen. Aber das Gesetz sagt: egal. Einmal zugelassen, unbefristet erlaubt.

Wenn der Gesetzesvorschlag durchkommt, werden solche Szenarien Alltag. Dabei ist die Lage heute schon ernst:

  • Rückstände krebserregender, erbgutverändernder und fortpflanzungsgefährdender Pestizide landen auf unseren Tellern. [3]
  • Biodiversität schwindet – Pestizide löschen ganze Arten wie Bienen aus. [4]
  • Böden verlieren ihre Fruchtbarkeit. [5]
  • Ewigkeitschemikalien aus Pestiziden verseuchen unser Grundwasser – für Generationen. [6]

Wenn die EU-Kommission sich durchsetzt, werden die Schäden an Umwelt und Gesundheit katastrophal sein. Nicht nur für uns – sondern auch für diejenigen, die nach uns kommen.

Schützen Sie diese Generation – und die nächste

foodwatch setzt sich seit Jahrzehnten gegen Pestizide ein. [7] Möglich ist das nur, weil Menschen wie Sie unser Engagement dauerhaft tragen. Mit einer Fördermitgliedschaft stärken Sie foodwatch – heute und weit über diese Abstimmung hinaus. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass die nächste Generation unsere Rechnung nicht bezahlen muss.

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Das Gutachten liegt vor, meine Kolleg:innen in Brüssel arbeiten mit Hochdruck – und wir bereiten gerade die nächsten konkreten Schritte gegen den Gesetzesvorschlag vor. Halten Sie Ihren Posteingang im Auge. Und falls Sie noch nicht Fördermitglied sind: Jetzt ist der richtige Moment, uns noch mehr Schlagkraft zu verleihen. 

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Quellen

[1] foodwatch: „EU-Kommission will Pestizide unbefristet zulassen“, 17.12.2025

[2] Rechtsgutachten veröffentlicht von der Aurelia Stiftung, ClientEarth, PAN Germany, der DUH, dem Umweltinstitut München sowie foodwatch e.V.: „Rechtsgutachten zur Rechtmäßigkeit der geplanten Änderungen im Pflanzenschutzmittelrecht durch den 'Food and Feed Safety Omnibus'“, 20.01.2026

[3] foodwatch: „Verbotene Pestizide landen auf unseren Tellern“, 16.07.2025

[4] Umweltbundesamt: „Pflanzenschutzmittel schaden der Biodiversität“, 29.08.2024

[5] Tagesschau: „Pestizidreste beeinflussen Kleinstlebewesen im Boden“, 28.01.2026

[6] Umweltbundesamt: „Pestizidzulassungen gefährden unser Grund- und Trinkwasser“30.04.2025

[7] foodwatch: „foodwatch präsentiert neue Nitrofen-Fakten“, 17.10.2002