PFAS-Pestizide: Ewigkeitschemikalien in Grundwasser und Lebensmitteln
Man nennt sie Ewigkeitschemikalien, denn: Einmal in die Umwelt gelangt, bleiben PFAS über Jahrzehnte oder länger in Böden und Gewässern. Genau das macht sie so gefährlich. Trotzdem plant die EU-Kommission, die bisher vorgeschriebene regelmäßige Überprüfung von Pestizidwirkstoffen zu streichen. Künftig könnten Pestizide unbefristet zugelassen werden. Und es bleiben, selbst wenn neue wissenschaftliche Erkenntnisse auf Risiken für Umwelt und Gesundheit hinweisen.
foodwatch kämpft gegen diese Giftpläne: mit politischem Druck, Öffentlichkeit, juristischen Schritten und gemeinsam mit Partnerorganisationen in mehreren europäischen Ländern. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung. Helfen Sie uns mit Ihrer Spende, damit wir weiter recherchieren, protestieren und die Verantwortlichen umstimmen können.
Welche Pestizidregeln will die EU lockern und warum sind PFAS so schlimm?
Bislang gilt in der EU: Pestizidwirkstoffe müssen spätestens nach 15 Jahren neu bewertet werden. Genau diese regelmäßige Risikoprüfung steht jetzt auf dem Spiel. Wenn die EU-Kommission sich durchsetzt, könnten problematische Wirkstoffe auf Dauer im Markt bleiben. Und das, ohne regelmäßig neu auf Sicherheit bewertet zu werden.
Das hätte dramatische Folgen. Schon heute zeigt sich, wie groß das Problem ist:
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PFAS-Abbauprodukte aus Pestiziden gelangen ins Grundwasser und bleiben dort langfristig.
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Trifluoressigsäure (TFA), ein Abbauprodukt von Pestiziden, wurde bereits in Trinkwasser und in Lebensmitteln wie Obst, Gemüse und Getreide nachgewiesen.
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Wasserwerke können solche Stoffe oft nur mit großem technischem Aufwand oder sogar gar nicht aus dem Wasser entfernen.
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Verbraucher:innen, Kommunen und Landwirt:innen tragen die Kosten und Gesundheitsfolgen, während Konzerne, welche die Mittel verkaufen, weiter profitieren.
Besonders alarmierend: Für Trifluoressigsäure in Lebensmitteln fehlen bislang auf EU-Ebene klare Grenzwerte. Gleichzeitig warnen Fachbehörden bereits vor gesundheitlichen Risiken. Was heute auf Felder gespritzt wird, kann morgen in unserem Trinkwasser und übermorgen in unserem Essen landen.
Wie foodwatch hilft
foodwatch macht sichtbar, was Politik und Pestizid-Lobby lieber geheim halten würden: Wir analysieren Gesetzespläne der EU-Kommission, werten wissenschaftliche Studien aus und zeigen, welche Pestizide in PFAS-Abbauprodukte zerfallen. Wir bringen das Thema in die Öffentlichkeit, konfrontieren Verantwortliche mit den Folgen ihrer Entscheidungen und arbeiten mit Organisationen in Frankreich, Österreich und den Niederlanden zusammen.
Jetzt kommt es auf den nächsten Schritt an: Wir wollen die Giftpläne politisch stoppen, unentschlossene Entscheidungsträger:innen überzeugen und weitere Maßnahmen vorbereiten, von Protestaktionen bis zu juristischen Schritten. Damit das gelingt, brauchen wir Menschen, die unsere Arbeit finanziell tragen.
Was foodwatch fordert
foodwatch fordert klare Konsequenzen statt dauerhafter Zulassungen auf Verdacht. Pestizide müssen weiterhin regelmäßig und unabhängig überprüft werden. Wirkstoffe, die PFAS bilden oder zu langlebigen PFAS-Abbauprodukten zerfallen, dürfen nicht weiter auf unsere Felder gelangen.
Unsere Forderungen sind klar:
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Keine unbefristete Zulassung von Pestiziden,
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Regelmäßige Sicherheitsprüfungen müssen erhalten bleiben,
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PFAS-bildende Wirkstoffe müssen grundsätzlich verboten werden,
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Besserer Schutz von Grundwasser, Trinkwasser und Lebensmitteln.
Es kann nicht sein, dass wir Verbraucher:innen für verseuchtes Wasser, belastete Lebensmittel und teure Aufbereitung zahlen, während Pestizid-Konzerne ihre Profite sichern. Jetzt ist der Moment, diese Pläne zu stoppen.
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