„Ich unterstütze foodwatch, weil foodwatch neugierig ist und aufpasst.“
foodwatch/J. Töller
Gerrie Staring
... stammt aus den Niederlanden und lebt seit Jahrzehnten mit ihrem Ehemann in Niedersachsen. Die beiden haben ihre drei Kinder ernährungs- und gesundheitsbewusst aufgezogen. Ohnehin engagiert sich die Pädagogin in Rente schon immer beherzt für das, was ihr wichtig ist – ob im eigenen Gemüsegarten, bei Diskussionen im Bekanntenkreis oder bei Mitmach-Aktionen von foodwatch. Sie ist Fördermitglied von foodwatch seit 2010.
Wie begann Ihr Engagement bei foodwatch?
Gesundes Essen ist mir wichtig. Tierschutz ist mir wichtig. Umweltschutz ist mir wichtig. Ich unterstütze foodwatch, weil foodwatch neugierig ist und aufpasst: Was essen wir? Was ist im Essen drin? Wie fühlen sich die Tiere bei der Produktion? Wo kommt vielleicht die Umwelt zu Schaden bei all dem Anbau? Wo müssen wir mal nachhaken?
foodwatch sorgt für Ehrlichkeit und Transparenz und entlarvt Unwahrheiten. Das ist wichtig für uns alle.
Warum ist Ihnen foodwatch wichtig?
Durch eine Bekannte habe ich mitbekommen, was foodwatch alles macht. Und bin 2010 selbst Fördermitglied geworden. Seitdem verfolge ich die Arbeit sehr aktiv und verbreite viel weiter. Wenn foodwatch in den Medien ist, bekomme ich immer Fotos per WhatsApp oder mache selbst welche. Dann poste ich das auch als Status für meine Kolleg:innen, Freund:innen, Nachbarn:innen. Ich denke, viele Leute ernähren sich heute schon bewusster. Und sie wissen auch, dass foodwatch wichtig ist. Aber es immer wieder mal zu lesen, verändert was.
Was gefällt Ihnen an der Arbeit von foodwatch?
Ich finde gut, dass foodwatch sich nur von Spenden und Mitgliedsbeiträgen finanziert. Das bewahrt die Unabhängigkeit auch von großen Konzernen. Und dass foodwatch oft in den Medien ist. Zu sehen, dass die Arbeit wirkt, bestärkt mich darin, weiter Mitglied zu bleiben und zu spenden.
Eine Aktion, die ich besonders gut fand, war die Kooperation mit fragdenstaat.de. Da konnte man Gastronomiebetriebe angeben, bei denen mal nach Einhaltung der Hygienevorschriften geschaut werden sollte. Das hab’ ich gemacht und am Ende vom Lied selbst mit der Gesundheitsbehörde hier vor Ort telefoniert. Das war ein ganz interessanter Austausch.
Gemeinsam für Gutes Essen: Werden Sie foodwatch-Mitglied!
Ob Pestizide im Essen, versteckter Zucker in Kinderprodukten oder Tierleid im Supermarkt – Verbraucher:innen haben ein Recht auf gesunde, faire und transparente Lebensmittel. Zusammen bündeln wir unsere Kraft!
Wie erklären Sie anderen, was foodwatch macht?
foodwatch ist für mich ein Verbraucherverein, der nachprüft, was es zu kaufen gibt, was da drin ist, ob auch drin ist, was draufsteht, und ob das alles gesund ist. Es gibt ja viele Sachen, die in Deutschland verboten sind, durch Import aber doch in unseren Produkten landen. Es gibt Pestizide, die will ich auch nicht in den Produkten haben, die ich kaufe.
Und natürlich gibt es die Sache mit den dreisten Werbelügen. Den Goldenen Windbeutel finde ich immer sehr gut, weil der auf humorvolle Weise aufklärt.
Welche Rolle spielte gesunde Ernährung für Sie als Mutter?
Als ich Anfang der 80er-Jahre unsere erste Tochter gestillt habe, wurden diese Babytees empfohlen, ergänzend zur Muttermilch. Ich hab‘ mich damals bei Bekannten in Holland informiert, die mir davon abgeraten haben. Also verschwanden die Babytees im Mülleimer. Und dann gab es wenige Jahre später diesen großen Skandal, dass diese Tees zu süß waren und viele Babys Karies an den Milchzähnen hatten. Da hab‘ ich gedacht: Gut gemacht, Gerrie. Und als so ein Tee 2012 den Goldenen Windbeutel gewonnen hat, hab‘ ich gedacht: Gut gemacht, foodwatch-Community.
Denn bis heute ist Zucker ein Problem, auch an der Supermarktkasse. In vielen Produkten ist zu viel Zucker, und auf der Packung sind all diese Comicfiguren, damit die Kinder das haben wollen. In Großbritannien wurde bereits verboten, ungesunde Produkte für Kinder zu bewerben. Andere Länder in Europa sind da also schon weiter als wir. Aber foodwatch ist seit einigen Jahren auch international vernetzt, in Frankreich, Österreich, Niederlande, Belgien. Das finde ich einen guten Weg für die Zukunft.