Hintergrund

„Ich unterstütze foodwatch, weil sie sich stellvertretend für Verbraucher:innen um Lebensmittelqualität kümmern.“

Portrait einer Frau mit Stadtlandschaft im Hintergrund

foodwatch/J. Töller

Juliane Gringer

… lebt mit ihrer Familie in Berlin und arbeitet als selbständige Coachin, Autorin und Journalistin. Gute Lebensmittel bedeuten für sie Gesundheit und deswegen schaut sie ganz genau auf die Rückseite der Verpackungen im Supermarkt. Sie ist Fördermitglied seit 2008.

Wie begann Ihr Engagement bei foodwatch? 

Durch einen Uni-Kollegen bin ich auf foodwatch aufmerksam geworden und fand es einfach sinnvoll, Mitglied zu werden. Seitdem beschäftige ich mich noch mehr mit gesunder Ernährung und habe schon einige Menschen aus meinem Umfeld für foodwatch begeistert, zum Beispiel meinen Mann. Denn als Eltern wollen wir natürlich sicher gehen, dass die Lebensmittel von guter Qualität sind, die wir kaufen. Dafür musst du dich aber echt einlesen und mit den Produkten vertraut machen.

Wir können dann zwar entscheiden, den Schrott im Regal stehen zu lassen, aber produziert wird er trotzdem. Mit foodwatch unterstützen wir eine Organisation, die sich stellvertretend für uns Verbraucherinnen und Verbraucher um Lebensmittelqualität kümmert. Das ist ein gutes Gefühl.

Warum ist Ihnen foodwatch wichtig? 

Weil ich Ernährung wirklich wichtig finde, als zentralen Faktor für Gesundheit. Der Lebensmittelindustrie geht aber Profit über Gesundheit. Deswegen wird ungesundes Zeug verkauft, werden Skandale riskiert, werden einem Rezepturen zugemutet, die manchmal auch nicht richtig deklariert sind. Das finde ich das Schlimmste – und dann soll ich es als Verbraucherin auch noch klaglos hinnehmen. foodwatch gibt mir einfache Hebel in die Hand, mit denen ich relativ viel bewegen kann. Zum Beispiel Unterschriften- oder Postkartenaktionen an Abgeordnete, mit denen wir gemeinschaftlich Druck machen.

Was gefällt Ihnen noch an der Arbeit von foodwatch?

Vor allem die Bandbreite der Themen, weil ich selbst vielseitig interessiert bin. Süße Kinderlebensmittel sind ja zum Beispiel etwas anderes als Massentierhaltung oder die Skandale um Glyphosat und Acrylamid. Aber alles davon wird gleichermaßen ernst genommen, alles ist „nah am Verbraucher“ und greifbar, das finde ich richtig gut.

Gemeinsam für Gutes Essen: Werden Sie foodwatch-Mitglied!

Ob Pestizide im Essen, versteckter Zucker in Kinderprodukten oder Tierleid im Supermarkt – Verbraucher:innen haben ein Recht auf gesunde, faire und transparente Lebensmittel. Zusammen bündeln wir unsere Kraft!

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Wo missbrauchen Konzerne und Lobbys aus Ihrer Sicht ihre Macht?

Die Arbeit von foodwatch zeigt mir immer wieder konkret, was für eine Macht Lobbys und Konzerne haben, und wie sie diese Macht missbrauchen. Zum Beispiel Nestlé und das Trinkwasser: Es kann doch nicht sein, dass die auf Kosten der natürlichen Ressourcen so viel Geld verdienen. Mich beeindruckt, wie foodwatch bei so etwas hinguckt, dranbleibt, Öffentlichkeit schafft. Immer gründlich recherchiert, immer mutig und auch hartnäckig, wenn es sein muss. foodwatch ist zu einer Instanz geworden, die in der Politik ansonsten fehlt. 

Sie haben die Verpackungen kritisiert – was läuft da schief?

Letztens war ich auf einem Bauernhof, sogar einem mit Gütesiegel, trotzdem hatten die Kühe nur ein Minigehege als Auslauf. Und das war dann der Fortschritt. Auch Eier aus Bodenhaltung sind so eine Sache: Man denkt, man kauft ein gutes Produkt, weil ein glückliches Huhn auf der Packung ist. Natürlich weiß ich, was Massentierhaltung bedeutet, aber ein bisschen verschließen wir ja alle die Augen davor.

Für das Wohl von Kühen & Co.

Wenn ich durch die Arbeit von foodwatch ab und zu damit konfrontiert werde, ist das schon gut. Und gleichzeitig werden die produzierenden Betriebe damit konfrontiert, es nicht zu übertreiben. Es muss möglich sein, den Tieren, mit denen sie Geld verdienen, ein Feld freizumachen. 

Wo wünschen Sie sich, dass foodwatch in Zukunft mehr hinschaut?

Als foodwatch-Mitglied trage ich meinen Teil zu einer guten Sache bei. Manchmal denkt man, mein kleiner Spendenbeitrag hilft doch nicht viel. Aber er bewirkt immer etwas und ermöglicht nachhaltiges Arbeiten. 
Über die Jahre habe ich bei foodwatch kontinuierliches Engagement gesehen und auch stetige Weiterentwicklung mit neuen Themen. Als ich Anfang der 2000er-Jahre Mitglied geworden bin, war der Verein noch viel kleiner. Ich bin beeindruckt, wie er gewachsen ist.

Die Hartnäckigkeit und den Biss sollte foodwatch sich bei aller Veränderung bewahren. Wünschen würde ich mir, dass der Zusammenhang zwischen Klimakrise und Lebensmittelproduktion noch stärker auf den Thementisch kommt.