Zuckersteuer gestoppt? Stellen Sie sich mit uns gegen die Lobby!

Die Zuckerlobby hat gedroht, alles gegen die Zuckersteuer aufzufahren. Jetzt zeigt das Wirkung: Laut Medienberichten wurde der Entwurf gestoppt, obwohl die Koalition sich längst einig war. Dabei könnte die Abgabe Milliarden einsparen, weil die Kosten der Folgekrankheiten wie z. B. Typ-2-Diabetes das Gesundheitssystem nicht belasten. 

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foodwatch lässt nicht locker. Wir entlarven die Eigeninteressen der Getränkeindustrie, machen öffentlich Druck und fordern, was längst Konsens ist. Das geht nur, weil wir unabhängig von Staat und Industrie sind. Bitte stärken Sie uns mit Ihrer Spende. 

Was ist bei der Zuckersteuer passiert und was steht jetzt auf dem Spiel? 

Im April hat die Bundesregierung beschlossen, die Zuckersteuer auf den Weg zu bringen. Der aktuelle Vorschlag setzt nahezu 1:1 den Vorschlag der Finanzkommission Gesundheit um und wäre ein Meilenstein im Kampf gegen ernährungsbedingte Erkrankungen. Doch jetzt wurde laut Medienberichten der Entwurf wohl gestoppt. Während die Koalition streitet, freut sich die Zuckerlobby. 

Portrait einer Frau auf der Straße
Die Arbeit von foodwatch zeigt mir immer wieder konkret, was für eine Macht Lobbys und Konzerne haben, und wie sie diese Macht missbrauchen.
Juliane Gringer foodwatch-Mitglied seit 2008

Was ist die Zuckersteuer? 

Gemeint ist eine Herstellerabgabe auf zuckerhaltige Getränke wie Limo, Cola, Eistee oder Energy Drinks. Besonders wirksam ist ein Modell, das sich am Zuckergehalt orientiert: Je mehr Zucker im Getränk ist, desto höher fällt die Abgabe aus. Hersteller zahlen also nur, wenn sie den Zuckergehalt nicht senken. Das Ziel ist deshalb keine teurere Limo, sondern in erster Linie weniger Zucker im Glas. 

Warum sind Zuckergetränke so ungesund? 

Zucker aus Getränken gelangt schnell ins Blut, macht nicht satt und wird oft „nebenbei“ getrunken. Die Folgen sind messbar: 

  • Ein Glas Limo am Tagi erhöht das Risiko für Typ-2-Diabetes um rund 18 Prozent. 
  • Eine Dose (250 ml) täglich bedeutet für Kinder und Jugendliche ca. ein Kilo Gewicht mehr pro Jahr. Männliche Jugendliche trinken ca. einen halben Liter am Tag. 
  • Die Hälfte der Menschen in Deutschland ist übergewichtig, etwa ein Viertel hat Adipositas, zehn Prozent haben Diabetes.
  • Über 113 Milliarden Euro kosten allein die Folgen der Adipositas jedes Jahr. 

Die gute Nachricht: Eine Zuckersteuer wirkt. Weltweit haben sie mehr als 100 Länder eingeführt. In Großbritannien ist der durchschnittliche Zuckergehalt von süßen Getränken nach Einführung des Stufenmodells um rund 30 Prozent gesunken. Für Deutschland hat die TU München berechnet, dass eine Limo-Abgabe hunderttausende Typ-2-Diabetes-Erkrankungen verhindern und etwa 16 Milliarden Euro gesellschaftliche Folgekosten einsparen könnte, gut vier Milliarden Euro davon allein im Gesundheitssystem.

Wer die Zuckersteuer jetzt blockiert, tanzt nach der Pfeife der Zuckerlobby! 

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Was foodwatch tut

Seit mehr als zehn Jahren setzt sich foodwatch für die Zuckersteuer ein. Wir haben Debatten angestoßen, Studien beauftragt und Bündnisse mit anderen NGOs und Verbänden organisiert. Mit Marktchecks zeigen wir, wie viel Zucker in Capri-Sun, Fanta & Co. steckt und wie viel weniger es in Großbritannien ist. Unsere Petition hat damals in wenigen Tagen über 40.000 Unterzeichner:innen gewonnen. 

Jetzt geht es um die letzten Meter: Wir halten den Druck auf alle Akteure aufrecht, setzen den Lobby-Kampagnen der Getränkeindustrie Fakten entgegen und sorgen dafür, dass die Zuckersteuer nicht im Streit untergeht. Das schaffen wir nur, weil wir kein Geld von Staat oder Industrie nehmen. Wir brauchen Menschen, die unsere Arbeit finanziell tragen. 

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Nicht zwangsläufig. In Großbritannien haben die allermeisten Hersteller den Zuckergehalt unter fünf Prozent gesenkt und mussten die Abgabe deshalb gar nicht zahlen. Teurer wurden nur stark gezuckerte Getränke, also genau die, die besonders gesundheitsschädlich sind. 

Nein. Sozial benachteiligte Menschen profitieren gesundheitlich sogar besonders stark, weil die Abgabe gerade in dieser Gruppe Übergewicht, Adipositas und Diabetes wirksam vorbeugen kann. Die Zuckersteuer hilft also, gesundheitliche Ungleichheiten zu verringern. 

Teilweise ist das in Großbritannien passiert. Aus Sicht von foodwatch ist das das kleinere Übel, aber dennoch ein Übel, denn auch Süßstoffe tragen zur Süßgewöhnung bei. Deshalb fordern wir, auch süßstoffgesüßte Getränke mit einer geringeren Abgabe zu belegen.