Versteckte Tiere: Es tut sich was!
Hallo und guten Tag,
die Bundestagswahl ist vorbei – unser Einsatz für Verbraucherrechte geht weiter! Denn egal welche Regierungskonstellation es am Ende gibt: Die Verbraucherrechte werden nur dann vorangebracht, wenn wir uns zusammenschließen, um gemeinsam gegenüber Politik und Wirtschaft unsere Interessen als souveräne Verbraucher deutlich zu machen. Vielen Dank, dass Sie dabei sind!
Ihr foodwatch-Team
Unsere Themen:
Bundesrat fordert Kennzeichnung vegetarischer Produkte
Bei unserer Kampagne gegen "versteckte Tiere" in Lebensmitteln tut sich etwas: Der Bundesrat hat sich letzte Woche dafür ausgesprochen, dass die Begriffe "vegan" und "vegetarisch" gesetzlich definiert werden. Das ist zu begrüßen - und auch ein Erfolg unseres gemeinsamen Protests! Aber die Entscheidung greift deutlich zu kurz: Bei Produkten wie Saft oder Chips erwarten viele Verbraucher keine tierischen Zutaten, unabhängig davon, ob sie als "vegetarisch" beworben werden. Auch künftig müsste z.B. Hersteller Valensina nicht auf der Verpackung kenntlich machen, dass sein Multi-Vitaminsaft Fisch-Gelatine enthält. Das zeigt: Um wirklich Transparenz herzustellen, brauchen wir eine Pflicht-Kennzeichnung für Zutaten oder Zusätze tierischen Ursprungs inklusive Angabe der Tierart. Und nicht allein juristische Definitionen für die Begriffe "vegetarisch" oder "vegan". Fast 80.000 Verbraucher haben unsere E-Mail-Protestaktion gegen "versteckte Tiere" in Lebensmitteln bereits unterzeichnet! Unterschreiben auch Sie jetzt und laden Sie Freunde und Bekannte ein, ebenfalls mitzumachen:
www.foodwatch.de/aktion-verstecktetiere
Kultusminister wollen "McSchule"
Schulunterricht, der durch Unternehmen oder Wirtschaftsverbände finanziert und durchgeführt wird? Wenn es nach den Kultusministern der Bundesländer geht, ist das gar kein Problem: Die Kultusministerkonferenz hat kürzlich die "zentralen Ziele und allgemeinen Grundsätze" der Verbraucherbildung an Schulen festgelegt. Dazu zählen Unterrichtseinheiten zu Themen wie gesunde Ernährung oder Umgang mit Geld. Die Zusammenarbeit mit Unternehmen wird dabei ausdrücklich empfohlen. Offiziell soll natürlich Neutralität gewahrt werden und die Unterrichtseinheiten sollen "unternehmensunabhängig" bleiben. Doch wie kann Verbraucherbildung "unternehmensunabhängig" sein, wenn Unternehmen ausdrücklich als "Partner" auftreten und akzeptiert werden? Firmen, die Bildung finanzieren, wollen dafür natürlich auch eine Gegenleistung - zum Beispiel die Möglichkeit, die Schüler direkt im Unterricht zu umwerben oder die Politik von unliebsamen Regulierungsvorhaben abhalten. foodwatch fordert: Schulen müssen werbe- und PR-freie Räume sein! Es ist die Aufgabe des Staates und nicht von Unternehmen, Lehrmaterialien oder Verbraucherbildung zu finanzieren!
Protest gegen EHEC-Lüge
Letzte Woche enthüllte foodwatch das Ausmaß der Lügen der Bundesregierung im Zusammenhang mit der tödlichen EHEC-Epidemie im Frühjahr 2011. Mehr als 13.000 Verbraucher haben sich daraufhin bereits bei Verbraucherministerin Ilse Aigner und Gesundheitsminister Daniel Bahr beschwert. Ein starkes Signal, dass wir Verbraucher von unserer Regierung nicht belogen und betrogen werden wollen! Schon gar nicht, wenn es um Leben und Tod geht. 2011 starben infolge eines einzigen EHEC-Ausbruchs in Deutschland 53 Menschen, viele Erkrankte leiden noch heute an den Folgen. Frau Aigner und Herr Bahr hatten immer wieder behauptet, die EHEC-Krise sei "erfolgreich bewältigt" und die Ursache "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" gefunden worden: Ein niedersächsischer Sprossenerzeuger habe den Erreger in aus Ägypten stammenden Bockshornklee-Sprossen verbreitet. Doch weder wurde je ein Erreger bei dem Erzeuger gefunden, noch auf den Sprossen oder im Ursprungsland Ägypten. Und nun wies foodwatch nach: In Wahrheit wurde für fast 90 Prozent aller Krankheitsfälle nie eine Verbindung zu dem Sprossenerzeuger oder dem Verzehr von Sprossen nachgewiesen. Für rund 3.300 EHEC-Erkrankten wurde offenbar nicht einmal der Versuch unternommen, die Ansteckungsursache zu finden. Das hat mittlerweile sogar das zuständige Robert-Koch-Institut gegenüber foodwatch bestätigt. Beschweren Sie sich daher jetzt bei den verantwortlichen Politikern, Ilse Aigner und Daniel Bahr, und fordern Sie beide auf, sich endlich zu den Tatsachen der EHEC-Krise zu bekennen! Beide Minister sind nicht mehr lange im Amt - mit ihrer EHEC-Lüge wollen wir sie nicht einfach davonkommen lassen! Setzen Sie ein Zeichen und machen Sie jetzt mit bei unserem E-Mail-Protest:
www.foodwatch.de/aktion-ehec
P.S.: Von versteckten Tieren in Lebensmitteln über Lobbyisten im Klassenzimmer bis zu Lügen in der Politik: foodwatch schaut genau hin und bleibt dran. Unsere Kampagnenarbeit ist nur mit Ihrer Hilfe möglich - bitte unterstützen Sie uns und werden Sie Fördermitglied:
www.foodwatch.de/mitglied-werden