Newsletter 29.07.2015

Zu Risiken und Nebenwirkungen, fragen Sie nicht Unilever!

Hallo und guten Tag, 

wussten Sie, dass man etwa 16 Kilogramm Bananen essen müsste, um die gleiche Menge cholesterinsenkender Inhaltsstoffe zu sich zu nehmen, wie sie in einer Tagesration der Margarine „Becel pro.activ“ enthalten ist?

Wann haben Sie zuletzt Becel pro.activ in Ihren Einkaufswagen gelegt, oder beim Frühstück mit Freunden davon gegessen? Schließlich liegt das Produkt wie selbstverständlich neben den anderen Margarine-Sorten im Kühlregal.

Aber wahrscheinlich wissen Sie, dass Becel pro.activ gar keine „normale“ Margarine ist. Eigentlich ist sie ein Cholesterin-Medikament in Lebensmittelform. Mit einem hochkonzentriert zugesetzten Wirkstoff – sogenannten Pflanzensterinen. Und möglichen Nebenwirkungen.

Doch Unilever, der Hersteller der Margarine, hat 2011 unter Verwendung von Zitaten eines Wissenschaftlers behauptet, dass es bei Becel pro.activ „aus wissenschaftlicher Sicht keinen Hinweis“ auf Nebenwirkungen gibt. Das ist schlicht falsch!

Denn eine ganze Reihe von Studien legt nahe, dass die zugesetzten Pflanzensterine das verursachen könnten, was sie eigentlich verhindern sollen: Ablagerungen in den Gefäßen und damit ein erhöhtes Risiko auf Herzkrankheiten! Nicht ohne Grund warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Menschen ohne Cholesterinproblem sollen die Produkte „ausdrücklich meiden“.

Deshalb haben wir Unilever 2012 verklagt. Wir wollen verhindern, dass der Margarine-Multi gesundheitliche Risiken für sein Quasi-Medikament einfach so leugnet. In der ersten Instanz wurde unsere Klage vom Landgericht Hamburg abgewiesen. Begründung: Unilever habe lediglich eine "Meinung" vertreten. Ob wahr oder unwahr spiele dabei dann keine Rolle. Gestern ging die Verhandlung vor dem Oberlandesgericht in Hamburg in die nächste Runde. Lesen Sie unten weiter, was vor Gericht passiert ist.

Schließen Sie sich aber doch vorher der E-Mail-Aktion an Unilever an. Becel pro.activ gehört nicht in den Supermarkt! Wer seinen Cholesterinspiegel im Blick haben muss, sollte zum Arzt gehen und nicht in Eigenregie mit Quasi-Medikamenten aus dem Supermarkt an seinen Blutwerten herumdoktern.

Bitte unterschreiben Sie hier:

www.aktion-becel.foodwatch.de

Unilever Becel pro.activ (Stand Juli 2015)

Im Oberlandesgericht in Hamburg machten gestern nun beide Parteien – foodwatch einerseits, Unilever andererseits – ihre Standpunkte nochmals klar. Das Gericht will insbesondere klären, ob es sich bei der Behauptung von Unilever, bei Becel pro.activ gebe es „aus wissenschaftlicher Sicht keinen Hinweis“ auf Nebenwirkungen, um eine bloße Meinungsäußerung handelt oder um eine Tatsachenbehauptung.

Dies ist keineswegs eine bloße juristische Spitzfindigkeit: Während eine Tatsachenbehauptung nur dann zulässig ist, wenn sie wahr ist, darf eine Meinung auch unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt verbreitet werden.

Das Gericht in Hamburg legte sich gestern nicht endgültig fest, zeigte jedoch die Tendenz, eher von einer bloßen Meinungsäußerung auszugehen. Dann dürfte Unilever auch weiterhin falsche Aussagen über die Sicherheit von Becel pro.activ verbreiten, weil diese als „Meinungsäußerung“ nicht belegt werden müssen. Das Urteil wurde nun für September angekündigt.

Wir sind überzeugt: Verbraucherinnen und Verbraucher müssen sich darauf verlassen können, dass ein Wissenschaftler im Dienste eines Konzerns bei Aussagen über gesundheitliche Risiken die Wahrheit sagen muss! Unilever darf nicht einfach nur der „Meinung“ sein, dass Becel pro.activ sicher ist, es muss dies auch mit Fakten belegen können. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, oder?

Schließen Sie sich uns bitte an und fordern Sie Unilever jetzt auf, den freien Verkauf im Supermarkt zu stoppen. Quasi-Medikamente mit möglichen Nebenwirkungen haben im Kühlregal nichts verloren! Produkte wie Becel pro.activ sollten dementsprechend nur auf Rezept in der Apotheke verkauft werden!

Solange diese Margarine im Supermarkt neben Rama und Lätta im Kühlregal liegt, landet sie auf dem Frühstückstisch von ganzen Familien – als wäre sie ein ganz normaler Brotaufstrich. Mit jedem Margarine-Brot doktern dann schon Kinder mit ungewissem Ausgang an ihren Blutwerten herum.

Wehren wir uns: Bitte unterschreiben Sie hier und sagen Sie es weiter!

Hier gegen Becel pro.activ unterschreiben:

www.aktion-becel.foodwatch.de 

Vielen Dank für Ihre Unterstützung
Ihr foodwatch-Team

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