Läusemittel Fipronil: Immer mehr belastete Eier in Deutschland

03.08.2017

Mit dem Insektizid Fipronil belastete Eier aus den Niederlanden tauchen in immer mehr Bundesländern auf. Millionen mit dem Mittel belastete Eier sind nach Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gelangt und wurden inzwischen aus dem Handel genommen, in Bremen, Hamburg und Baden-Württemberg tauchten belastete Eier auf, möglicherweise wurden auch Eier nach Hessen und Bayern geliefert. Rewe und Penny haben Eier aus den Niederlanden nach eigenen Angaben vorsorglich aus dem Verkauf genommen. 

Der Lebensmittelsektor ist äußerst betrugsanfälllig: Daher ist es leider keine Überraschung, dass über einen längeren Zeitraum weder Behörden noch Unternehmen den Einsatz einer verbotenen Substanz bemerken oder die Öffentlichkeit darüber informieren. foodwatch fordert: Jetzt darf es keinen Verzug bei der öffentlichen Information über betroffene Produkte geben! Behörden und Unternehmen müssen jetzt nachverfolgen und unverzüglich öffentlich machen, welche Eier betroffen sind und vor allem auch, in welchen Lebensmitteln belastete Eier verarbeitet wurden. Auch diese Produkte gehören vorsorglich aus dem Verkehr gezogen und öffentlich zurückgerufen. Die Behörden müssen alle belasteten Eier-Chargen und verarbeiteten Produkte, die ihnen bekannt werden, sofort auf der zentralen Informationsseite lebensmittelwarnung.de nennen und per Pressemitteilung öffentlich machen.

Belastete Eier dürfen nicht in Lebensmittel gelangen!

Es ist Aufgabe der Behörden, Entsorgungsnachweise einzufordern und damit sicherzustellen, dass diejenigen Eier-Chargen, in denen Fipronil nachgewiesen wurde, nicht auf anderem Wege in die Nahrungskette gelangen, zum Beispiel über Flüssigeiprodukte. Von den Handelsunternehmen erwartet foodwatch, dass sie ihre Kundinnen und Kunden mit gut sichtbaren Aushängen über alle betroffenen Produkte informieren. Es ist ein Versäumnis der Koalition im Bund, dass es keine sichere Rechtsgrundlage für die Behörden gibt, eine solche Information durch die Supermärkte anzuordnen.

Reinigungsmittel enthielt verbotenes Fipronil

Als Auslöser des Skandals gilt das Desinfektionsmittel Dega-16, das zur Reinigung von Ställen verwendet wurde. Darin war Fipronil enthalten, ein Wirkstoff gegen den bei Hühnern auftretenden Parasiten „Rote Vogelmilbe“, der in der Geflügelzucht eigentlich nicht verwendet werden darf. Die belgische Staatsanwaltschaft vermutet, dass ein belgischer Händler Fipronil beigemischt hatte, wie die niederländische Agentur ANP berichtete.

Doch nicht nur in den Niederlanden ist die illegale Mixtur des Milbenbekämpfungsmittels Dega-16, die das Fipronil enthält, zum Einsatz gekommen. Bei einem Betrieb in der niedersächsischen Grafschaft Bentheim mit 40.000 Freilandlegehennen wurden nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums Eier mit Fipronil gefunden. Damit sind auch erstmals Eier mit einer deutschen Printnummer betroffen: Das Ministerium warnt vor Eiern mit der Nummer 1-DE-0357731. Vier weitere Betriebe, die Dega-16 erhalten hatten, wurden gesperrt. 

Text mit dpa, Bild: fotolia.com/PictureP.

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