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Aus den Medien

foodwatch überreicht Musterprodukt an Nestlé-Chef

12.07.2012

Ausgewogene Frühstücksflocken statt zuckrige Süßigkeiten: foodwatch hat Nestlé ein Musterprodukt für kindgerechte Frühstückscerealien überreicht. Die von foodwatch zusammengestellten „Flockies“ sind frei von Zusatzstoffen und Aromen und enthalten weniger als fünf Prozent Zucker – ganz im Gegensatz zu Nestlés hochgradig verarbeiteten Kinderprodukten mit bis zu 37 Prozent Zucker.

Ob Trio, Cookie Crisp oder Cini Mini: Das Nestlé-Sortiment an Kinder-Frühstückscerealien besteht vor allem aus überzuckerten Süßigkeiten. 30 bis 37 Prozent Zucker enthalten die Produkte – und sind damit alles andere als ein ausgewogenes Frühstück für Kinder.

Süßigkeiten am Frühstückstisch

Dass es auch anders geht, hat foodwatch bei einem Treffen mit Nestlé am Firmensitz in Frankfurt demonstriert: Deutschland-Chef Gerhard Berssenbrügge bekam ein Musterprodukt überreicht, das – im Gegensatz zu Cini Mini und Co. – wirklich kindgerecht und ausgewogen ist. Frei von Zusatzstoffen und Aromen, ohne zugesetzten Zucker und insgesamt nur mit einem Zuckergehalt von weniger als fünf Prozent.

Die von foodwatch zusammengestellten Frühstücksflocken „Flockies Bunte Beeren“ sind schmackhaft und für Kinder attraktiv aufgemacht, und vor allem: ein ausgewogenes Produkt für Kinder.

Zucker runter, Nestlé!

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Unsere Forderung an Nestlé Deutschland: Maximal 10 Prozent Zucker in allen Flocken, die für Kinder beworben werden!  Mehr erfahren

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Attraktiv und ausgewogen

Bei der „Flockies“-Verpackung hat sich foodwatch am Nestlé-Produkt Trio orientiert und wesentliche Gestaltungselemente übernommen. Von der Packung entfernt wurden übertriebene Werbebotschaften wie die so genannte „Vollkorngarantie“ oder Nährwertangaben in Form verwirrender Portionsgrößen, mit denen sich der Zuckeranteil kleinrechnen lässt. Die beispielhaft entwickelte Packung enthält ein realistisches Produktfoto, und bei den werblich hervorgehobenen Zutaten (Nüsse und Früchte) ist deren Anteil im Produkt gleich auf der Vorderseite genannt. Die Flocken selbst bestehen aus Getreideflocken, Cornflakes, Nüssen und Früchten. Zugesetzter Zucker befindet sich nicht im Produkt. Das Ergebnis: Frühstücksflocken, die schmecken – und anstelle sogenannter leerer Kalorien in Form von zugesetztem Zucker vor allem Getreideflocken mit wertvollen Ballaststoffen enthalten.

Alternativen sind möglich

Die Zusammenstellung des Produktmusters zeigt, dass es für Konzerne wie Nestlé ohne Weiteres möglich wäre, Alternativen zu den überzuckerten Kinderprodukten anzubieten, die heute massenhaft in den Supermarktregalen liegen.

foodwatch fordert Nestlé als größten Nahrungsmittelkonzern der Welt auf, seiner Verantwortung für eine ausgewogene Kinderernährung endlich gerecht zu werden. Dazu soll Nestlé in einem ersten Schritt:

  • die Rezepturen der Frühstücksflocken überarbeiten: Nur noch solche Produkte, die tatsächlich kindgerecht sind und maximal 10 Prozent Zucker enthalten, dürfen als Kinderprodukte vermarktet werden.
  • alle Marketingaktivitäten in Schulen und Kindergärten beenden – dazu gehört auch indirektes Marketing über Klassen-Wettbewerbe oder Bildungsprogramme.
  • seine eigenen Unternehmensgrundsätze einhalten und unausgewogene Produkte nicht länger an Kinder unter 12 Jahren vermarkten.

Fehlernährung schon im Kindesalter

Viele Kinder ernähren sich unausgewogen. Sie essen zu viele Süßigkeiten, fettige Snacks und Fleisch, und trinken zu viel Limonade – Obst und Gemüse kommen dagegen zu kurz. Lebensmittelhersteller wie Nestlé tragen mit ihrem Produktangebot zu dieser Fehlernährung bei, indem etwa überzuckerte Frühstücksflocken als ausgewogenes Frühstück vermarktet werden.

In Deutschland sind 15 Prozent der Kinder übergewichtig, 6 Prozent sogar adipös, also fettleibig – ihnen drohen Krankheiten wie Diabetes, Gelenkprobleme, Bluthochdruck und Herzerkrankungen. Im Vergleich zu den 80er und 90er Jahren ist der Anteil übergewichtiger Kinder um 50 Prozent gestiegen. Der wichtigste Grund für das Übergewichtsproblem: Kinder ernähren sich falsch. Hier trägt die Lebensmittelindustrie eine gehörige Mitverantwortung.