Wenn Essen krank macht

istockphoto.com/nkbimages

Das ist das Problem

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt von einer „globalen Fettleibigkeitsepidemie“, deutsche Ärzte vor einem „Tsunami der chronischen Krankheiten“: Wenn es um den starken Anstieg ernährungsmitbedingter Gesundheitsprobleme geht, überbieten sich Mediziner mit dramatischen Bildern. Und das zu Recht: Laut WHO sind weltweit 41 Millionen Kinder unter 5 Jahren übergewichtig oder fettleibig. In Deutschland sieht es nicht besser aus: 15 Prozent der Kinder und etwa 60 Prozent der Erwachsenen gelten als zu dick. Sie haben ein höheres Risiko für chronische Krankheiten wie Herzerkrankungen oder Diabetes Typ II. Das verursacht nicht nur individuelles Leid der Betroffenen, sondern auch erhebliche gesamtgesellschaftliche Kosten: Die Folgekosten allein durch Adipositas in Deutschland belaufen sich Schätzungen zufolge auf etwa 63 Milliarden Euro – jedes Jahr.

Das ist der Stand

Der wesentliche Grund für diese Entwicklung: Das Lebensmittelangebot hat sich in den vergangenen Jahrzehnten massiv gewandelt. Jederzeit und überall sind hochkalorische, hochgradig verarbeitete und zuckerreiche Lebensmittel im Übermaß verfügbar. Die Werbeausgaben tun ihr Übriges: 700 Millionen Euro im Jahr für Süßigkeiten und Schokolade stehen 20 Millionen Euro für Obst und Gemüse gegenüber. Das alles hat einen einfachen Grund: Die höchsten Gewinne versprechen zuckerhaltige Getränke, Süßwaren und Snacks – Obst und Gemüse „lohnen“ sich nicht für die Lebensmittelwirtschaft.

Zahlreiche nationale wie internationale medizinische Fachgesellschaften fordern deshalb, dass der Staat gesunde Ernährung gezielt fördert – zum Beispiel durch bessere Kennzeichnung, verbindliche Standards für Schulessen, Lebensmittelsteuern, Kindermarketing-Beschränkungen oder Warnhinweise für zuckerhaltige Getränke. Die Politik weigert sich jedoch bislang, solche Gesetze zu erlassen. Die Chefin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Margaret Chan, hat dafür eine einfache wie traurige Erklärung: „Kein einziger Staat hat es geschafft, die Fettleibigkeits-Epidemie in allen Altersgruppen zu stoppen Hier mangelt es nicht an individueller Willenskraft. Hier mangelt es am politischen Willen, sich mit einer großen Industrie anzulegen.“

Das muss sich ändern!

Zuletzt geändert am 03.02.2016
 
Newsletter abonnieren
Abonnenten:

Aktionen, Infos, Tests – Sie
erfahren´s zuerst.

Wir sind foodwatch


Verbraucher kämpfen gemeinsam für ihre Rechte – seien Sie dabei!

Wir sind foodwatch


Verbraucher kämpfen gemeinsam für ihre Rechte – seien Sie dabei!