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In den Medien

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  • 01.09.2014

    Der Goldene Windbeutel 2014

    Fotostrecke (18 Bilder)
    • 2014 verleiht die Verbraucherorganisation foodwatch zum sechsten Mal den „Goldenen Windbeutel“. Verbraucher sind dazu aufgerufen, online über die „dreisteste Werbelüge des Jahres“ im Lebensmittelbereich abzustimmen. Nominiert sind…
    • …die Nestlé Alete Mahlzeit zum Trinken für Babys ab dem 10. Monat, der Bio Apfelsaft aus dem Coop-Sortiment „Unser Norden“, der Belvita Frühstückskeks von Mondelez (ehemals Kraft Foods), das Glacéau Vitaminwater von Coca-Cola sowie die Knorr activ Hühnersuppe von Unilever.
    • Kandidat Nr. 1: Glacéau Vitaminwater. Hersteller Coca-Cola bewirbt das Produkt als eine Art Wundergetränk zum Beispiel für das Immunsystem. Dabei sind die Vitaminzusätze überflüssig, wir sind in Deutschland ausreichend mit den meisten Vitaminen versorgt. foodwatch kritisiert: Coca-Colas Vitaminwater wurde nur erfunden, um Verbrauchern das Geld aus der Tasche ziehen. Eine 500ml-Flasche des mit kostengünstigen Aromen, Farbstoffen und Vitaminzusätzen aufgepeppten Wassers kostet etwa 1,80 Euro im Handel.
    • Kandidat Nr. 2: Knorr activ Hühnersuppe von Unilever. Obwohl der Name anderes vermuten lässt, enthält die Instant-Suppe kein Gramm Hühnerfleisch, sondern nur ein Prozent Hühnerfett. Auch die Werbeaussage „ohne Geschmacksverstärkende Zusatzstoffe“ auf der Vorderseite stuft foodwatch als irreführend ein, da Unilevers Suppe die Zutat Hefeextrakt und damit geschmacksverstärkendes Glutamat enthält.
    • Kandidat Nr. 3: Der naturtrübe Bio-Apfelsaft „Unser Norden“ von Coop. Der Hersteller wirbt mit „unser Norden“ und „aus der Region – für die Region“, die verarbeiteten Äpfel stammen aber nicht alle aus Norddeutschland. Auf eine Nachfrage von foodwatch, welcher Anteil der Äpfel aus welchen Ländern importiert wird, wollte Coop keine Auskunft geben. foodwatch wirft Coop daher Regionalschwindel vor, weil das Unternehmen mit regionaler Herkunft wirbt, aber die tatsächliche Herkunft der Äpfel verschweigt.
    • Kandidat Nr. 4: Der Belvita Frühstückskeks von Mondelez (ehemals Kraft Foods). Mondelez erweckt durch die Bezeichnung „Frühstückskeks“ und Aussagen wie „Energie für den ganzen Vormittag“ oder „mit 5 Cerealien aus dem vollen Korn“ den Eindruck, der Keks wäre ein empfehlenswertes Frühstück. Der Keks enthält je nach Geschmacksrichtung bis zu 28 Prozent Zucker und ist damit nach Auffassung von foodwatch kein empfehlenswertes Frühstück, sondern eine klassische Süßigkeit.
    • Kandidat Nr. 5: Die Alete Trinkmahlzeiten ab dem 10. Monat von Nestlé. Seit Jahren kritisieren Kinderärzte und Wissenschaftler, Trinkmahlzeiten führten zu Überfütterung und Karies – sie fordern daher einen Vermarktungsstopp. Für foodwatch ist es daher unverantwortlich, dass Nestlé ein solches Produkt als „vollwertige“ Mahlzeit für Säuglinge ab dem 10. Monat anbietet. Und dem Produkt mit Aussagen wie „reich an Calcium & Vitamin D für gesundes Knochenwachstum“ auch noch einen gesunden Anstrich verleiht.
    • <link 1726>2013</link> gewann <link 1530>Capri Sonne</link> (Orange) von Wild (SiSi Werke) die „Trophäe“ für die dreisteste Werbemasche bei einem Kinderprodukt. Das Unternehmen hatte gezielt Sportevents gesponsert und Schulmaterial mit ihrem Logo herausgegeben, um für den zuckrigen Softdrink &nbsp;bei Kindern zu werben…
    • … am 16. Mai 2013 machten sich deswegen foodwatch-Aktivisten auf den Weg nach Eppelheim bei Heidelberg – dem Sitz von Hersteller Wild –, um den Goldenen Windbeutel zu überreichen. Das Unternehmen nahm den Preis nicht entgegen, verzichtet aber auf das Herausgeben von Schulmaterial.
    • <link 1727>2012</link> gewann Hipp den Goldenen Windbeutel für seine <link 1514>Zuckergranulat-Früchtetees</link>, die das Unternehmen für Kleinkinder empfahl. Mehr als 130.000 Verbraucher hatten abgestimmt, Hipp erhielt die meisten Stimmen...
    • … am 19. Juni 2012 fuhren deshalb foodwatch-Aktivisten ins bayerische Pfaffenhofen an der Ilm, um Hipp den Goldenen Windbeutel zu verleihen. Der Hersteller nahm den Preis nicht entgegen, das Produkt jedoch wurde mittlerweile durch ein tatsächlich kindgerechtes Beutel-Teegetränk ersetzt. Unter der Marke „<link 1589>Bebivita</link>“ vermarktet Hipp einen ganz ähnlichen Zuckergranulat-Tee allerdings einfach weiter.
    • <link 1728>2011</link> gewann mit großem Vorsprung die <link 1535>Milch-Schnitte</link>. Ferrero hatte sie mithilfe von Profi-Sportlern als „leichte“ „Zwischenmahlzeit“ beworben, obwohl sie mehr Fett und Zucker enthält als Schoko-Sahnetorte...
    • ... am 17. Juni 2011 besuchten foodwatch-Aktivisten daher die Firmenzentrale von Ferrero-Deutschland in Frankfurt/Main, um den Goldenen Windbeutel 2011 zu verleihen. Auch Ferrero wollte den Preis nicht annehmen. Mittlerweile ist die Werbung mit Sportlern jedoch Geschichte, auch von Leichtigkeit ist keine Rede mehr.
    • <link 1729>2010</link> kürten die Verbraucher den überzuckerten <link 1532>Monte Drink der Molkerei Zott</link> zur „dreistesten Werbelüge des Jahres“. Der Hersteller hatte das Milchgetränk wie eine gesunde „Zwischenmahlzeit“ für Kinder beworben. Mehr als 80.000 Verbraucher hatten sich bei der Online-Wahl beteiligt…
    • … und foodwatch-Aktivisten am 23. April 2010 ins bayerische Mertingen geschickt, um Zott den Goldenen Windbeutel 2010 zu überreichen. Die Molkerei wies den Preis ab, gelobte jedoch Besserung. Die Bilanz ist ernüchternd: Aus acht Würfelzuckern je Flasche sind sieben geworden. Damit ist der Monte Drink noch immer etwa so zuckrig wie Coca-Cola.
    • Bei der ersten Wahl zum Goldenen Windbeutel <link 1730>2009</link> hatte Danone für seinen Trinkjoghurt <link 1540>Actimel</link> den „Preis“ gewonnen. Weil der, so foodwatch, – anders als in der Werbung suggeriert – nicht vor Erkältungen schützen könne, …
    • … verlieh die Verbraucherorganisation dem Hersteller am 20. März 2009 in Haar bei München den Goldenen Windbeutel 2009. Danone wollte den Preis damals nicht annehmen und wies die Kritik zurück. Mittlerweile sind Werbeaussagen wie „Actimel activiert Abwehrkräfte“ von der Verpackung verschwunden.
    • Der unbegehrte Negativpreis wurde bereits fünf Mal verliehen. Jedes Mal machten sich die foodwatch-Aktivisten auf den Weg zu dem jeweiligen Hersteller, um die Trophäe zu überreichen. Bisher wurde der Preis noch kein einziges Mal angenommen, lediglich Verbesserung wurde gelobt, umgesetzt oder Produkte vom Markt genommen.

    Zum sechsten Mal verleiht foodwatch 2014 den „Goldenen Windbeutel“. Verbraucher können bis zum 30. September 2014 über die dreisteste Werbelüge des Jahres abstimmen und dabei aus fünf Kandidaten wählen.

  • 29.04.2014

    70.000 Tonnen Separatorenfleisch unauffindbar

    Fotostrecke (5 Bilder)
    • Separatorenfleisch in Zahlen
    • Produktion von Separatorenfleisch in Deutschland im Jahr 2011.&nbsp;
    • Anteile von Huhn, Schwein und Pute an der Gesamtproduktion.
    • Anteil des exportierten Separatorenfleischs.
    • Mögliche Produktion von Bock- bzw. Geflügelwürstchen aus dem in Deutschland verbleibenden Separatorenfleisch.&nbsp;

    Etwa 130.000 Tonnen sogenanntes Separatoren­fleisch werden in Deutschland jährlich produziert – Restfleisch, das mit Maschinen vom Knochen entfernt wird. Etwa 60.000 Tonnen davon werden exportiert, die übrigen rund 70.000 Tonnen bleiben im Land. Doch in welcher Wurst oder welcher Nudelfüllung das Separatorenfleisch landet, erfährt der Verbraucher nicht.

  • 17.03.2014

    „Leitsätze“ zur Lebensmittelkennzeichnung führen Verbraucher in die Irre

    Fotostrecke (8 Bilder)
    • Auch wenn der Name und die Farbe den Anschein erwecken: Der sogenannte Alaska-Seelachs ist kein Lachs und noch nicht einmal damit verwandt. Die Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission erlaubt, dass Hersteller die kostengünstigere Fischart Pollack lachsähnlich einfärben und als „Alaska-Seelachs“ verkaufen.&nbsp;
    • „Geflügelwürstchen“ werden ausschließlich aus Geflügel hergestellt? Mitnichten: Die Deutsche-Lebensmittelbuchkommission erlaubt, Schweinespeck beizumischen, ohne dass das in der Produktbezeichnung oder auf der Schauseite steht. Dass Schweinespeck enthalten ist, kann der Verbraucher also nur im Kleingedruckten nachvollziehen. Doch wer erwartet das schon bei einem „Geflügelwürstchen“?
    • Aromatisierte „Früchte“-Tees werben gern mit vielversprechenden Abbildungen von Früchten auf der Vorderseite der Verpackung. Die Leitsätze der Deutschen-Lebensmittelkommission lassen jedoch zu, dass die angepriesenen Früchte gar nicht oder nur zu einem verschwindend geringen Teil enthalten sind. Nicht einmal die namensgebende Frucht muss sich im Teebeutel wiederfinden. Stattdessen werden oft billigere Alternativen eingesetzt und der Geschmack der beworbenen Früchte durch Aromen imitiert.
    • Für die Bezeichnung „Kalbfleisch-Leberwurst“ reicht gemäß der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission ein Kalbfleischanteil von 15 Prozent aus. Der Rest darf vom Schwein kommen – bis hin zur Leber. Das kommt den Herstellern gelegen: Zutaten vom Schwein sind billiger. Doch welcher Verbraucher erwartet bei einer „Kalbfleisch-Leberwurst“ schon eine Schweineleberwurst mit 15 Prozent Kalbfleischanteil?
    • Der Name Zitronenlimonade, ein Etikett mit vollmundigen Abbildungen von Zitronen – und trotzdem keine Zutat Zitrone in der Limonade. Stattdessen erlaubt die Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission den zahnschädigenden Zusatzstoff Citronensäure (E330) und Aromen aus dem Labor, um einen zitronenartigen Geschmack zu imitieren.
    • Bei Sardellenpaste macht die Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission besonders vage Vorgaben. So sieht die Kommission vor, dass Sardellenpaste für eine bessere Streichfähigkeit Schweineschmalz beigemischt werden darf, das nicht auf der Schauseite der Verpackung kenntlich gemacht werden muss. Es gibt nicht einmal eine Mindestmenge an Sardellen, die die Paste zur „Sardellenpaste“ macht.&nbsp;
    • Wer würde vermuten, dass in „Rindfleisch im eigenen Saft“ Scheineschwarten versteckt sind? Wahrscheinlich niemand, denn auf der Vorderseite muss der Schweinebestandteil nicht kenntlich gemacht werden. Der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission reicht es nämlich aus, wenn lediglich im Kleingedruckten ersichtlich wird, dass Schweinfleisch in der Rinderkonserve steckt.&nbsp;
    • Obwohl es der Name anders vermuten lässt, muss „Kakaocreme“ nur zu einem minimalen Teil aus Kakao bestehen: Die Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission befindet einen Anteil von 2,5 Prozent als ausreichend. Das führt dazu, dass Backwarenhersteller mit „Kakaocreme-Füllung“ werben dürfen, der Kakaoanteil im Endprodukt aber zum Teil weniger als 1 Prozent beträgt.

    Alaska-Seelachs aus gefärbtem Lachs-Imitat, Geflügelwürstchen mit Schweine-Speck oder Zitronen-Limo ohne einen Hauch Zitronensaft: Die geltenden „Leitsätze“ zur Kennzeichnung von Lebensmitteln führen Verbraucher oft in die Irre.

  • 24.01.2014

    In diesen Produkten verstecken sich Tiere

    Fotostrecke (8 Bilder)
    • Sei es Kälberlab, Schwein, Wild oder Geflügel. In den salzigen Snacks von funny-frisch sind vielerlei tierische Bestandteile enthalten, wie der Hersteller auf Nachfrage von foodwatch verrät. In den seltensten Fällen ist das auf dem Etikett gekennzeichnet. Die Produkte vom Konkurrenten Lorenz (Crunchips) kommen laut Herstellerangaben ohne „tierische Fleischbestandteile“ daher. Allerdings wird im Produktionsprozess auch tierisches Lab eingesetzt.
    • Frischkäse ist Frischkäse ist Frischkäse ist Frischkäse? Von wegen. Bei einigen kommt als Verdickungsmittel tierische Gelatine zum Einsatz, so bei Bresso und Rotkäppchen. Das muss zwar im Kleingedruckten gekennzeichnet werden. Doch wer erwartet bei Frischkäse schon Schweinehaut im Innern? Dass es auch ohne Gelatine geht, zeigt Konkurrent Philadelphia.
    • Laut Rezeptur ist Ritter Sports Marzipan-Schokolade vegan. Dennoch kann Milchzucker drin sein, weil auf denselben Anlagen auch Milchschokolade produziert wird. Der Hersteller empfahl das Produkt im Firmenblog trotzdem Veganern mit dem Hinweis: enthält „keine Milchbestandteile“ – bis foodwatch das kritisierte. Nun heißt es neuerdings „solange wir das nicht ausschließen können, würden wir auch nie ‚vegan‘ auf eine Sorte schreiben.“
    • <p style="margin-left:0cm">Auch Katjes stellt Fruchtgummis sowohl mit als auch ohne Gelatine her. Letztere bewirbt der Hersteller sogar mit einer groß angelegten „Veggie-Kampagne“ – doch ob und wie Katjes bei den „Veggie“-Yoghurt-Gums Verunreinigungen mit Gelatine wirklich ausschließen kann, ist unklar. Auch auf wiederholte Nachfrage von foodwatch verweigerte das Unternehmen eine schriftliche Auskunft. Verbraucher müssen also davon ausgehen, dass „veggie“ bei Katjes nicht unbedingt rein vegetarisch bedeuten muss.</p>
    • <p style="margin-left:0cm">Zu der Kategorie „steht zwar im Kleingedruckten, hätte aber niemand erwartet“ zählt die Tomatencremesuppe von Maggi (Nestlé). Neben den üblichen Bestandteilen von Tütensuppen (Mehl, Hefeextrakt, Aroma uvm.) steckt auch Speck als Zutat in dem Beutel. Wer bei Tomatencremesuppe ein vegetarisches Gericht erwartet, wird hier enttäuscht.&nbsp;</p>
    • <p style="margin-left:0cm">Die ersten Unternehmen haben bereits auf die Kritik am „Tiere-Verstecken“ reagiert: Bei hohes C kam früher Fischgelatine als Trägerstoff für Vitamine zum Einsatz –&nbsp;neuerdings verwendet der Hersteller eine stärkebasierten und damit veganen Trägerstoff. Auch der Milram Frühlingsquark leicht beinhaltet keine Gelatine mehr – der Hersteller wirbt jetzt sogar mit dem Clean Label „ohne Zusatz von Gelatine“.&nbsp;</p>
    • <p style="margin-left:0cm">Das nächste Unternehmen hat reagiert: Der Valensina Orange-Mango-Ananas Saft wurde bis vor kurzem mit Schweinegelatine von Trübstoffen befreit (Klärung). Beim Multivitaminsaft kam Fischgelatine als Trägerstoff für Provitamin A zum Einsatz. Seit Dezember 2013 hat der Hersteller die Produktionsweise geändert. Die Säfte sind laut Hersteller nun vegan. Ein weiterer Erfolg des Verbraucherprotests.&nbsp;</p>
    • Schluss mit versteckten Tieren! Unterzeichnen Sie jetzt unsere E-Mail-Aktion an den Bundesminister für Landwirtschaft und Ernährung Hans-Peter&nbsp;Friedrich&nbsp;(CSU): <link https://www.foodwatch.org/de/informieren/versteckte-tiere/e-mail-aktion/>Fordern Sie eine lückenlose Kennzeichnungspflicht für alle versteckten Tierprodukte und Tierbestandteile!</link>

     

    Gelatine im Frischkäse, Geflügel in Chips. Hätten Sie es gewusst? Klicken Sie sich durch unsere Fotostrecke, um zu erfahren, wo tierische Bestandteile drin stecken, die sie nicht erwartet hätten. Mehr