E-Mail-Aktion

Keine verbotenen Pestizide auf unserem Teller!

comzeal/istockphoto, Collage: ChatGPT/Jan Schmitt

Verbotene Pestizide in Tee, Reis und Gewürzen: Zwei Drittel der von uns getesteten Lebensmittel sind belastet. Wir essen sie unwissentlich – und die Feldarbeiter:innen im globalen Süden bezahlen mit ihrer Gesundheit. Fordern Sie Minister Rainer auf, strengere Pestizid-Regeln nicht länger zu blockieren.

E-Mail-Aktion

Keine verbotenen Pestizide auf unserem Teller!

comzeal/istockphoto, Collage: ChatGPT/Jan Schmitt

Verbotene Pestizide in Tee, Reis und Gewürzen: Zwei Drittel der von uns getesteten Lebensmittel sind belastet. Wir essen sie unwissentlich – und die Feldarbeiter:innen im globalen Süden bezahlen mit ihrer Gesundheit. Fordern Sie Minister Rainer auf, strengere Pestizid-Regeln nicht länger zu blockieren.

Sehr geehrte Frau von der Leyen, sehr geehrter Herr Bundesminister Rainer,

als EU-Bürger:in und Verbraucher:in fordere ich Sie auf: 

  • Beenden Sie die Doppelmoral. Giftige Pestizide, die wegen ihrer Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt in der EU-Landwirtschaft nicht verwendet werden dürfen, können in andere Länder verkauft und exportiert werden. Diese gefährlichen Chemikalien sollten nirgendwo auf der Welt eingesetzt werden. 
  • Stoppen Sie den so genannten „Bumerang-Effekt“. Lebensmittel, die mit diesen verbotenen Pestiziden behandelt wurden, werden wieder in die EU importiert und landen auf unseren Tellern. Die EU muss eine Null-Toleranz-Regelung für diese Rückstände einführen. 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Name, Vorname, Ort und ggf. Kommentar (wird automatisch ausgefüllt)
 

  • Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission
  • Alois Rainer, deutscher Landwirtschaftsminister

Hintergrundinformationen

Pestizide sind Chemikalien, die in der Landwirtschaft zur Bekämpfung von Krankheiten, Schädlingen, Unkraut oder anderen Organismen eingesetzt werden. Es gibt verschiedene Kategorien von Pestiziden, je nach ihrem Zweck:    

  • Insektizide (diese Stoffe bekämpfen Insekten)  
  • Herbizide (diese Stoffe bekämpfen Unkraut)  
  • Fungizide (diese Stoffe bekämpfen durch Pilze verursachte Krankheiten) 
  • Zudem gibt es Gifte gegen Nagetiere, Würmer und Schnecken

foodwatch hat im Frühjahr 2026 Reis, Gewürzen und Tee auf Pestizidrückstände getestet. Zweidrittel aller Produkte im Test (45 von insgesamt 64) waren mit in Europa verbotenen Ackergiften belastet – darunter Eigenmarken von Rewe, Aldi, Edeka und Lidl sowie Produkte von Teekanne, Meßmer und dem Gewürzhersteller Fuchs/Ostmann.

Besonders betroffen: Paprikapulver, Chili, Kreuzkümmel und grüner Tee. Hier enthielten ausnahmslos alle Proben Rückstände von nicht zugelassenen Pestiziden. Das schlimmste Produkt: der REWE Chili Mix mit 22 nachgewiesenen Pestiziden, davon 7 nicht erlaubte. Eines davon überschritt den  Grenzwert.

  • Gewürze enthalten besonders viele Rückstände: Kreuzkümmel, Paprikapulver und Chili enthielten ausnahmslos Rückstände verbotener Pestizide – teils mehr als 10 verschiedene Chemikalien in einem Produkt.
  • Grüner Tee war ebenfalls betroffen: Produkte von Teekanne und Meßmer enthielten jeweils zwei nicht zugelassene Pestizide.
  • Auch Reis blieb nicht verschont: Im Rewe Basmati Reis wurden 3 Pestizide nachgewiesen, davon 2 nicht zugelassen.

Der „Bumerang-Effekt“ bezieht sich auf das Phänomen, dass Rückstände von verbotenen Pestiziden über importierte Lebensmittel in die EU zurückkehren. 

Aus handelspolitischen Gründen erlaubt die EU Rückstände bestimmter Pestizide in Importprodukten – obwohl diese Stoffe in der EU längst verboten sind. Wir fordern, dass für verbotene Pestizide ein Standard-Grenzwert von 0.01 mg/kg beziehungsweise die Nachweisgrenze gilt. Zusätzlich braucht es strenge Kontrollen, um sicherzustellen, dass die Grenzwerte auch eingehalten werden.

foodwatch fordert ein Ende der Doppelmoral beim Umgang mit gefährlichen Pestiziden. Chemikalien, die aufgrund ihrer schädlichen Wirkung auf Gesundheit und Umwelt in der EU verboten sind, dürfen nicht länger in andere Länder exportiert werden. Diese giftigen Pestizide sollten weltweit nicht eingesetzt werden.

Zudem fordert foodwatch ein Ende des sogenannten Bumerang-Effekts: Lebensmittel, in denen Rückstände von Pestiziden nachgewiesen werden können, die in der EU verboten sind, sollten grundsätzlich nicht verkauft werden dürfen. Die EU muss eine Null-Toleranz-Grenze für Rückstände solcher Stoffe in Lebensmitteln einführen.

Am 16. Dezember 2025 hat die EU-Kommission den sogenannten „Food and Feed Safety Simplifaction Omnibus“ vorgelegt. Darin adressiert sie den Pestizid-Bumerang: Rückstandshöchstwerte, die sich bisher an Regeln in Drittstaaten orientierten, sollen gestrichen werden. Eine Forderung, die foodwatch seit Langem stellt.

Doch der Vorschlag reicht nicht aus. Die Kommission will nur handeln, wenn es nach einer Folgenabschätzung „angemessen“ erscheint. Damit können wirtschaftliche Interessen weiterhin darüber entscheiden, ob Höchstwerte für verbotene Pestizide wirklich gestrichen werden. foodwatch fordert stattdessen eine echte Null-Toleranz-Regelung – ohne Ausnahmen, Vorbehalte, Schlupflöcher! Und ein umfassendes Exportverbot für Pestizide, die in der EU bereits verboten sind. 

Eine gemeinsame Aktion von

foodwatch hat die Aktion am 15.04.2025 gestartet. (Im Zuge einer Aktualisierung haben wir den einleitenden Absatz des Petitionstextes am 18.5.2026 gelöscht.)

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