Petitionen

Mineralöl raus aus Lebensmitteln!

  • Produktcheck
  • Schadstoffe in Lebensmitteln
  • Mineralöl
Rotraud Priesner // Montage: foodwatch/Ronald Talasz

Weihnachtsschokolade, Suppenwürfel, veganer Käse – in all diesen Lebensmitteln haben wir Mineralölverunreinigungen gefunden. Manche Mineralöle können sogar Krebs auslösen und das Erbgut schädigen. Die haben in unseren Lebensmitteln nichts verloren!

Petitionen

Mineralöl raus aus Lebensmitteln!

  • Produktcheck
  • Schadstoffe in Lebensmitteln
  • Mineralöl
Rotraud Priesner // Montage: foodwatch/Ronald Talasz

Weihnachtsschokolade, Suppenwürfel, veganer Käse – in all diesen Lebensmitteln haben wir Mineralölverunreinigungen gefunden. Manche Mineralöle können sogar Krebs auslösen und das Erbgut schädigen. Die haben in unseren Lebensmitteln nichts verloren!

Sehr geehrte Frau Kommissarin Kyriakides,
Sehr geehrte Staatsoberhäupter,
Sehr geehrte Minister:innen,

viele Lebensmittel in unseren Supermarktregalen sind mit aromatischen Kohlenwasserstoffen aus Mineralölen (MOAH) kontaminiert. Nach Angaben der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit können diese Mineralölverbindungen "sowohl mutagen als auch karzinogen sein", und einige von ihnen werden als endokrine Disruptoren eingestuft. 

Zum dritten Mal hat foodwatch durch Labortests nachgewiesen, dass in Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Österreich und Belgien noch immer mit MOAH verunreinigte Produkte in den Regalen stehen. Zu den Produkten, die im November 2021 positiv auf MOAH getestet wurden, gehören Produkte von Unilever, Zentis, Lindt und Ferrero.

Diese gefährlichen Stoffe haben auf unseren Tellern nichts zu suchen. Die einzige Möglichkeit, alle Verbraucher:innen vor diesen unsichtbaren Verunreinigungen in Lebensmitteln zu schützen, ist eine verbindliche EU-Verordnung zur Nulltoleranz von MOAH in allen Lebensmittelkategorien. Dies ist unerlässlich, um das Allgemeine Lebensmittelrecht (EG178/2002) und dessen Artikel 14 über die Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit einzuhalten, der besagt, dass "Lebensmittel nicht in Verkehr gebracht werden dürfen, wenn sie nicht sicher sind." 

foodwatch schlägt zu diesem Thema seit 2015 Alarm, und dies ist die dritte Reihe von Labortests, die wir durchführen. Im Jahr 2019 haben wir aufgedeckt, dass die Hälfte der getesteten Säuglingsmilchnahrungen mit MOAH verunreinigt war. Daraufhin haben Sie, die Vertreter:innen der Europäischen Kommission und der Mitgliedstaaten, in einer technischen Sitzung im Juni 2020 erstmals beschlossen, einen Schwellenwert von 1 mg/kg pro C-Fraktion für MOAH in Säuglingsmilchpulvern festzulegen. 

Diese Entscheidung ist ein erster Schritt, reicht aber bei weitem nicht aus, wie die Ergebnisse einer neuen Testreihe von foodwatch für eine breite Palette von Lebensmitteln einmal mehr zeigen. 
Die Unternehmen müssen die kontaminierten Produkte aus den Regalen nehmen. Aber es liegt in Ihrer Verantwortung, den Schutz der "Gesundheit der Bürger und die Sicherheit der Lebensmittel, die sie essen" zu gewährleisten, wie Kommissarin Kyriakides es zur Priorität erklärt hat.  

Wir fordern Sie daher dringend auf, die folgenden Maßnahmen zu ergreifen:

1.    Produkte, die mit einer positiven MOAH-Kontamination getestet wurden, müssen sofort zurückgerufen werden.

2.    Verabschiedung einer Nulltoleranz gegenüber MOAH für ALLE Lebensmittelkategorien in der gesamten EU, indem jeglicher nachweisbarer Gehalt von MOAH mit den sensitivsten Analyseverfahren verboten wird.

Ich freue mich auf Ihre Antwort und die dringend notwendigen Maßnahmen.

Mit freundlichen Grüßen

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Dear Commissioner Kyriakides,
Dear Heads of State,
Dear Ministers,

Many food products on our supermarket shelves are contaminated by aromatic hydrocarbons of mineral oils (MOAH). According to the European Food Safety Authority, these mineral oil compounds “may be both mutagenic and carcinogenic” and some of them are identified as endocrine disruptors.

For the third time, foodwatch has proven, through laboratory tests, that products contaminated with MOAH are still on the shelves in France, Germany, the Netherlands, Austria and Belgium.  The products which tested positively for MOAH in November 2021 include products of Unilever, Zentis, Ferrero and Lindt. 

Those hazardous substances have no place on our plates. The only way to protect all consumers from those invisible contaminants in food products is a mandatory EU regulation for zero tolerance to MOAH for all food categories. This is essential in order to respect the General Food Law (EC178/2002) and its article 14 on food safety requirements, which states that “food shall not be placed on the market if it is unsafe.”

foodwatch has been raising the alarm on this issue since 2015 and this is the third set of laboratory tests that the NGO is carrying out. In 2019 those tests revealed that half of the infant milk formulas tested were contaminated with MOAH. As a result, you, representatives of the European Commission and the Member States, decided for the first time to establish a threshold at 1 mg/kg of MOAH presence in baby milk powders, in a technical meeting in June 2020.

This decision was an encouraging first step, but is far from enough, as demonstrated once more by the results of a new series of tests carried out by foodwatch on a broad range of food products.

The companies have to withdraw the contaminated products from the shelves, but it is your responsibility to ensure the protection of “the health of citizens and the safety of the food they eat,” as declared as a priority by Commissioner Kyriakides. 

We therefore urge you to take the following urgent actions:

1.           Products tested with positive MOAH contamination have to be recalled immediately

2.           Adopt a Zero MOAH tolerance rule across the EU in ALL food categories, by prohibiting any detectable presence of MOAH with the most refined analytical methodology

Looking forward to your response and urgent action,

Yours sincerely,

  • Österreich, Johannes Rauch, Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz
  • Stella Kyriakides, EU-Kommissarin für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit
  • Belgien, Frank Vandenbroucke, Minister für Soziales und Gesundheit
  • Bulgarien, Georgi Tahov, Minister für Landwirtschaft und Ernährung
  • Dänemark, Jacob Jensen, Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Fischerei
  • Deutschland, Cem Özdemir, Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
  • Estland, Deisi Helemae, Minister für regionale Angelegenheiten und Landwirtschaft
  • Finnland, Sari Essayah, Minister für Ernährung und Landwirtschaft
  • Frankreich, Marc Fesneau, Minister für Landwirtschaft und Ernährung
  • Griechenland, Eleftherios Avgenakis, Minister für ländliche Entwicklung und Ernährung
  • Irland, Charlie McConalogue, Minister für Landwirtschaft, Ernährung und Marine
  • Italien, Orazio Schillaci, Gesundheitsminister
  • Kroatien, Marija Vučković, Minister für Landwirtschaft
  • Lettland, Armands Krauze, Minister für Landwirtschaft
  • Litauen, Kęstutis Navickas, Minister für Landwirtschaft
  • Luxemburg, Martine Hansen, Minister für Landwirtschaft und Ernährung
  • Malta, Anton Refalo, Minister für Landwirtschaft
  • Niederlande, Maarten van Ooijen, Staatssekretär
  • Polen, Czesław Siekierski, Minister für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung
  • Portugal, Maria do Céu Antunes, Minister für Ernährung und Landwirtschaft
  • Rumänien, Florin - Ionuț Barbu, Minister für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung
  • Schweden, Peter Kullgren, Minister für ländliche Angelegenheiten
  • Slowakei, Richard Takáč, Minister für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung
  • Slowenien, Mateja Čalušić, Minister für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Ernährung
  • Spanien, Luis Planas Puchades, Minister für Landwirtschaft und Ernährung
  • Tschechische Republik, Zdeněk Nekula, Minister für Landwirtschaft
  • Ungarn, István Nagy, Minister für Ernährung
  • Zypern, Dr Maria Panayiotou, Minister für Landwirtschaft, ländliche Enwticklung und Umwelt

foodwatch hat die Aktion am 9. Dezember 2021 gestartet. 

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