Artikel 07.09.2022

Schulstart bei Billa – Kinderwerbung für ungesunde Jausen-Snacks

foodwatch

In der Schulstart-Woche fällt Billa gleich mit mehreren Kindermarketingaktionen auf. Mit einer Schnitzeljagd durch den Supermarkt, fragwürdigen Jausen-Angeboten im Flugblatt, bunten Aufstellern zum Schulbeginn und speziellen „Versorgungspaketen“ für die Schulanfänger*innen lockt Billa Kinder und Eltern zu ungesunden Jausen-Snacks.

Schnitzeljagd durch die Süßigkeiten Abteilung

In verschiedenen Billa-Filialen in Wien haben wir zum Schulstart eine Schnitzeljagd für Kinder entdeckt. 5 Zettel mit den Billa Maskottchen Ben & Bella sind in den Supermärkten versteckt. Diese Zettel haben wir größtenteils inmitten ungesunder Produkte gefunden: im Süßigkeiten-Regal, unter zuckersüßen Getränken, an der Wursttheke oder beim Eis. Der Billa auf der Mariahilfer Straße in Wien hat noch eins draufgesetzt. Ein Zettel war bei den Energydrinks angebracht. Billa steuert mit der Schnitzeljagd-Aktion Kinder durch den Supermarkt hin zu ungesunden Snacks und koffeinhaltigen Getränken. Wer mindestens einen Zettel findet, kann sich ein Geschenk an der Kassa abholen. Die Geschenk-Auswahl besteht aus salzig-fettigen Cabanossi, ungesundem Dixi Traubenzucker und einem Alibi-Apfel.

„Schulstart“-Jause voll mit Zucker, Fett und Salz

Unter dem Motto „Gute Jause für die Pause“ bewirbt Billa im Flugblatt der ersten Schulwoche die 3 verschiedene Jausensackerl - „Vital“, „Feinschmecker“ und „Schulstart“. Was auffällt: Nur das wenig ausgewogene Jausensackerl „Schulstart“ ist preisreduziert. Drin sind eine Extrawurstsemmel, “Schulmaus“, eine Flasche zuckersüßes Yippie Fruchtgetränk und eine Banane. Dazu kommt ein Gewinnspiel für ein Libro „Schulstarter“-Paket. Der QR-Code leitet direkt auf die Kinder-Website von Billa. Kinder sollen ihr liebstes Jausensackerl wählen.

Aufsteller mit ungesunden „Versorgungspaketen“ für Schulanfänger*innen

Zum Schulstart ködert Billa in den Märkten schon die jüngsten Schüler*innen und ihre Eltern mit bunten Aufstellern. Die auf Augenhöhe der Kinder angebotenen Produkte sind größtenteils Süßigkeiten. Damit fängt Billa die Aufmerksamkeit der Kleinsten ein. Bei einem Aufsteller im Billa Margarethenstraße haben wir vorverpackte Körbe gefunden. Billa nennt sie „Versorgungspakete“, Adressiert sind sie klar an Erstklässler*innen.

Diese „Versorgungspakete“ können Eltern für stolze 21 € kaufen. Enthalten sind vor allem jede Menge Süßigkeiten. Ein kleines Spielzeug und ein Kuscheltier mit Kinderschokolade-Logo sind noch als Köder dazu gepackt. Von gesunden Jause-Snacks fehlt jede Spur.

Was soll das, Billa?

Auf der Website erklärt Billa, was eine vollwertige Jausenbox ausmacht. Die Rede ist von Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Eiweißquellen, Nüssen und Wasser. Das passt nicht zu den aktuellen Marketingaktionen zum Schulstart. Statt vollwertiger Jause gibt es da hauptsächlich Süßigkeiten, zuckersüße Getränke und salzige, fettreiche Snacks.

Kindermarketing muss gesetzlich reguliert werden

Die WHO hat 2015 ein Nährwertprofil aufgestellt, das einen Rahmen dafür gibt, welche Lebensmittel an Kinder beworben werden dürfen und welche nicht. Sie legt klare Grenzwerte für den Energiegehalt, für Fett, Salz und Zucker fest.

In Österreich gibt es seit Juni 2021 ein ganz ähnliches Nährwertprofil. Das Problem: Es gibt keine gesetzliche Verpflichtung für Hersteller oder Werbetreibende, sich daran zu halten.

foodwatch fordert: ein gesetzliches Verbot von Kindermarketing bei ungesunden Lebensmitteln. Supermärkte sollen Lebensmittel nur dann an Kinder bewerben dürfen, wenn sie dem Nährwertprofil der WHO entsprechen.  

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