Hintergrund

Woher kommt mein Ei?

foodwatch/ Ronald Talasz

Das frische Ei ist vielleicht das am besten gekennzeichnete Lebensmittel. Seine Schale gibt uns viele Informationen. Ein detaillierter Code gibt Aufschluss über die Haltungsart des Huhns, über das Land, sogar über den Betrieb. Weit weniger verrät uns oft die Verpackung. Eierkartons werben mit schönen Bildern. Wo die Eier konkret herkommen, müssen sie nicht verraten. Jede Spur verliert sich, sobald das Ei aufgeschlagen und verarbeitet wurde. Eier in Keksen oder Biskotten? Da tappen wir völlig im Dunkeln. Eine Kennzeichnung der Herkunft von verarbeiteten Eiern sieht der Gesetzgeber nicht vor. Wir von foodwatch fordern: klare Kennzeichnung vom Karton bis zum Kuchen! 

Welche Henne war's?

Du möchtest frische Eier fürs Frühstück kaufen, am liebsten aus Österreich oder sogar aus deiner Region. Auf dem Eierkarton findest du dazu kaum Info. Die Verpacker sind nicht verpflichtet, die Herkunft der Eier darauf abzudrucken. 

Auf dem Karton muss nur die Packstelle angegeben sein. Das ist die Stelle, wo die Eier in den Karton kommen. Mit der Packstellennummer können Kontrollbehörden die Eier zurückverfolgen – das ist zum Beispiel für die Hygiene wichtig. Uns Konsument*innen hilft das nicht weiter: Die Packstellennummer sagt uns nicht, woher die Eier kommen. 

In Österreich gibt es aber die Möglichkeit für freiwillige Angaben auf der Verpackung: Einige heimische Erzeuger geben gerne Auskunft, woher die Eier kommen, sogar aus welcher Region. 

Du willst in jedem Fall herausfinden, wo dein Frühstücksei herkommt? Dann musst du den Karton aufmachen. 
 

Das auskunftsfreudige frische Ei 

Das Ei selbst, also eigentlich seine Schale, sagt dir viel mehr über seine Herkunft. 

Du kennst sicher die Ziffern und Buchstaben, die direkt auf dem Ei aufgedruckt sind. Am Anfang steht eine Ziffer von 0 bis 3: Diese Ziffer sagt, wie das Huhn gehalten wurde. Daneben gibt es ein Länderkürzel, für Österreich "AT". Am Ende steht eine mehrstellige Betriebsnummer. 
 

Was bedeutet zum Beispiel 0-AT-1234567?

Das Ei kommt aus biologischer Landwirtschaft. Es wurde in Österreich gelegt, und zwar im Betrieb mit der Nummer 1234567. Den Betrieb findest du so: In der Eierdatenbank der AMA gibst du die Nummer ein, so kannst du das Ei bis in den Hühnerstall zurückverfolgen. Sofern das Eier aus einem teilnehmenden Betrieb stammt. Und sofern du dein Handy im Supermarkt mithast. Klare Info auf den ersten Blick? Fehlanzeige! 

Keine Spur bei verarbeiteten Eiern

Jede Spur verliert sich, sobald das Ei aufgeschlagen und verarbeitet wurde. Hier gibt es keine rechtlichen Regelungen für die Angabe der Herkunft. Flüssig- oder Trockeneier für die Lebensmittelindustrie, Eier in Keksen oder Biskotten: Dazu bekommen wir keine Info. 
 

Fazit: 

  • Die Schale der Eier gibt uns Auskunft über Haltungsart und Herkunftsland. Auf welchem Hof das Ei gelegt wurde, erfahren wir nur, wenn wir den Code vom Ei in die Online-Datenbank eingeben. Direkt im Supermarkt bekommen wir so nur selten die volle Info. 
  • Der Karton kann, muss aber nichts zur Herkunft sagen. Viele Hersteller nutzen ihn lieber für bunte Werbebilder.  
  • Zur Herkunft von Eiern in Kuchen oder Keksen muss gar nichts auf der Verpackung stehen. 

foodwatch fordert:

  • verpflichtende Herkunftskennzeichnung von Eiern auch in verarbeiteten Produkten. 
  • Auf dem Eierkarton müssen wir die volle Info zur Herkunft finden.