Nachricht 05.07.2019

Grill- und Picknickprodukte im Ampel-Vergleichstest

Hähnchen-Spieße oder Schweinesteaks? Eistee oder Saftschorle? Beliebte Sommerprodukte zum Grillen und Picknicken weisen teilweise große Unterschiede bei Nährwerten wie Zucker, Salz oder Proteinen auf. Das zeigt ein foodwatch-Vergleichstest mit der Nutri-Score-Ampel. Das Modell verrechnet gesunde und weniger gesunde Nährwertbestandteile miteinander und stellt die Gesamtbewertung auf einer Farbskala dar.

Grünes A bis rotes E – der Nutri-Score entlarvt auf einen Blick, wie groß die Unterschiede bei Zucker, Fett, Salz & Co. in verarbeiteten Lebensmitteln teilweise sind. foodwatch hat exemplarisch 24 Lebensmittel, die vor allem im Sommer gerne gekauft werden, mithilfe der Nutri-Score-Ampel verglichen: Mariniertes Grillfleisch, vegane Grillprodukte, Getränke, Eis, Aufback-Baguettes sowie Ketchup, Senf und Mayonnaise. Innerhalb der Produktgruppen zeigen sich dabei deutliche Unterschiede.  Die Ergebnisse für alle 24 Produkte im Test sehen Sie in der Fotostrecke:

Grill- und Picknickprodukte im Ampel-Vergleichstest

Fotostrecke 04.07.2019

foodwatch fordert Bundesernährungsministerin Julia Klöckner auf, endlich dafür zu sorgen, dass die Ampel auch in Deutschland im Supermarkt zu finden ist. Mit der Nutri-Score-Ampel liegt längst ein umfangreich getestetes Modell zur Nährwertkennzeichnung vor, das nicht nur besonders leicht verständlich ist, sondern nachweislich auch dazu führt, dass Verbraucherinnen und Verbraucher gesünder einkaufen. 

Während Länder wie Frankreich, Spanien und Belgien längst voran gehen und den Nutri-Score einführen, hinkt Deutschland beim Verbraucher- und Gesundheitsschutz mal wieder hinterher.
Luise Molling foodwatch-Campaignerin

Der von unabhängigen französischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern entwickelte Nutri-Score nimmt eine Gesamtbewertung der Nährwertzusammensetzung eines Produktes vor: Ernährungsphysiologisch günstige Nährwertbestandteile wie Ballaststoffe, Proteine, Obst und Gemüse werden mit ungünstigen Bestandteilen wie etwa gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz verrechnet. Das Ergebnis wird auf einer von grün nach rot abgestuften Farbskala, die mit den Buchstaben A bis E hinterlegt ist, eingeordnet.

Machen Sie den Nutri-Score in Deutschland möglich, Frau Klöckener! 

Das Nutri-Score-Modell wird bereits in Frankreich und Belgien verwendet, Spanien und die Schweiz haben seine Einführung angekündigt. Bundesernährungsministerin Julia Klöckner weigert sich bisher jedoch die Ampel einzuführen. Einige Hersteller wie etwa Danone und Iglo haben zwar in Deutschland angefangen, ihre Produkte freiwillig mit dem Nutri-Score zu versehen. Iglo wurde allerdings die Verwendung gerichtlich untersagt. Vergangene Woche hatte der weltgrößte Lebensmittelkonzern Nestlé angekündigt, die Nutri-Score-Ampel in Europa verwenden zu wollen – jedoch nicht in Deutschland, solange hierfür die rechtlichen Voraussetzungen fehlen. foodwatch fordert Ministerin Klöckner auf, die Nutzung der Nutri-Score-Ampel bei der Europäischen Kommission anzumelden, um endlich die Rechtsunsicherheit für Unternehmen in Deutschland zu beenden.