Studie zeigt Mängel des EU-Zulassungsverfahrens

24.09.2012

foodwatch hat den ab heute in Brüssel tagenden Agrarministerrat aufgefordert, das europäische Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderte Pflanzen zu überarbeiten. Bei einer französischen Studie entwickelten Ratten, die mit Gentech-Mais gefüttert wurden, Tumore. Der betroffene Monsanto-Mais ist in der EU seit 2005 auch als Lebensmittel zugelassen.

Zwei Jahre lang fütterten französische Forscher um den Wissenschaftler Gilles-Eric Séralini Ratten mit gentechnisch verändertem Mais der Monsanto-Sorte NK 603. Das Ergebnis: Mehr Tumore, Nierenschäden, Leberschäden. Die Versuchstiere starben früher als die einer Vergleichsgruppe. Die Mais-Sorte ist in der EU seit 2005 als Lebens- und Futtermittel zugelassen. Angesichts der alarmierenden Studienergebnisse hat foodwatch den Agrarministerrat aufgefordert, den Import von Mais der Sorte NK 603 sofort zu stoppen und das Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderte Pflanzen zu überarbeiten. Bisher müssen Unternehmen wie Monsanto für die Zulassung keine Langzeit-Studien vorlegen.

Langzeitstudien müssen Voraussetzung für Zulassung sein

Zuständig für die Zulassung ist die Europäische Behörden für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Die Behörde wurde 2002 als Konsequenz aus dem BSE-Skandal der neunziger Jahre gegründet. Ihre Aufgabe ist der Schutz der Bürger vor Gesundheitsgefahren. foodwatch fordert, diese Aufgabe ernst zu nehmen und Langzeitstudien wie die vorliegende zur Voraussetzung für die Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen zu machen.

Ist die Studie seriös?

Aus Sicht von foodwatch sind die Studienergebnisse auf jeden Fall ernst zu nehmen. Die allermeisten Studien im Bereich Gentechnik stammen von der Industrie, unabhängige Studien wie diese sind rar. Noch weniger Studien laufen über eine längere Zeit.

 
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