Ferreros Kinder-Riegel im Test am stärksten mineralölbelastet

04.07.2016

Ferreros „Kinder Riegel“, Lindts „Fioretto Nougat Minis“ und „Sun Rice“ Schokohappen der Firma Rübezahl, die unter anderem bei Aldi Nord verkauft werden, sind mit sogenannten aromatischen Mineralölen (MOAH) verunreinigt. Diese können Krebs auslösen und das menschliche Erbgut schädigen. Trotzdem weigern sich die Hersteller, die Produkte aus dem Verkauf zu nehmen.

foodwatch kritisiert, dass die Hersteller damit grob fahrlässig handeln. Statt die gefährlichen Süßigkeiten aus den Regalen zu nehmen und die Verbraucher zu warnen, reden sie sich damit heraus, alles sei ganz legal. Dabei verhindern sie selbst seit Jahren überfällige Grenzwerte. So verweist der Bundesverband der Süßwarenindustrie (BDSI), zu dem auch Ferrero, Lindt und Rübezahl gehören, in einer öffentlichen Stellungnahme zum wiederholten Mal auf angeblich erfolgreiche „Forschungsinitiativen und Qualitätsmanagementmaßnahmen“, um die gefährlichen Substanzen in Lebensmitteln zu verringern. Der Verzehr von Schokolade, die mit aromatischen Mineralölen verunreinigt ist, sei „unbedenklich“, heißt es von dem Verband.

Lebensmittellobby leugnet Gesundheitsgefahr

Der BLL, der Lobbyverband der Lebensmittelindustrie, spricht in einer aktuellen Pressemitteilung von „Panikmache“ und behauptet ebenfalls, die getesteten Produkten stellten „zu keinem Zeitpunkt bei normalen Verzehrgewohnheiten eine gesundheitliche Gefährdung der Konsumenten dar“.

EFSA sowie BfR warnen vor Mineralölen

Diese Stimmen aus der Lebensmittelwirtschaft widersprechen jedoch ganz klar der Einschätzung von Wissenschaft und Behörden: Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) wirken aromatische Mineralöle in Lebensmitteln erbgutschädigend, unabhängig von der Menge. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist der Ansicht, dass aufgrund des krebserzeugenden Potenzials kein nachweisbarer Übergang dieser Mineralöle auf Lebensmittel stattfinden sollte.

Krebserregende Mineralöle in 3 von 20 Produkten

foodwatch testete insgesamt 20 Schokoladen-Produkte und Chips auf schädliche Mineralöle. Neben den drei krebsverdächtigen Schokoladen enthielten zahlreiche Produkte gesättigte Mineralöle (MOSH). MOSH können sich im menschlichen Körper anreichern und langfristig die Organe schädigen. Besonders Kinder sind gefährdet: Laut EFSA sind diese stärker mit Mineralölen belastet als Erwachsene. Am schlechtesten hat der „Kinder-Riegel“ von Ferrero im foodwatch-Test abgeschnitten. Sowohl bei gesättigten Mineralölen (MOSH) als auch bei den krebsverdächtigen, erbgutschädigenden aromatischen Mineralölen (MOAH) waren die Werte am höchsten. Der „Kinder-Riegel“ ist in Deutschland einer der meist verkauften Schoko-Riegel.

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Schokolade in Tests häufig mineralölbelastet

Bereits vor Ostern fand foodwatch in einem Labortest aromatische Mineralöle in 8 von 20 Schokoladen-Osterhasen. Betroffen waren preisgünstige Osterhasen von Lidl, Penny und Aldi Nord, aber auch teure Markenprodukte, etwa von Lindt, Feodora und Niederegger. In Bayern fanden die Behörden Ende des vergangenen Jahres in der Schokolade mehrerer Adventskalender gefährliche Mineralöl-Verunreinigungen.

Quelle oft Verpackungen aus Altpapier

Mineralöle können auf verschiedenen Wegen in Schokolade gelangen. Zum Beispiel über für den Transport der Kakaobohnen verwendete Jutesäcke, die mit Mineralölen behandelt werden; über in der Produktion verwendete Maschinenöle oder über Abgase aus Industrie und Verkehr. Eine häufige Quelle sind zudem Altpapier-Verpackungen. Altpapier enthält neben mineralölhaltigen Druckfarben bis zu 250 weitere Chemikalien, die auf das Lebensmittel übergehen können, falls Recycling-Kartons als Lebensmittel-Verpackung, beim Transport oder bei der Lagerung der Rohwaren zum Einsatz kommen. 

 
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