Presse-Statement: foodwatch zu Kindermarketing / Lebensmittel / Verbraucherschutzministerkonferenz

15.06.2018 Zurück zur Übersicht

Berlin, 15. Juni 2018. Die Verbraucherorganisation foodwatch begrüßt den Beschluss der Verbraucherschutzministerkonferenz, Kinder und Jugendliche besser vor gezielter Werbung für Dickmacher schützen. Dazu erklärte Oliver Huizinga, Leiter Recherche und Kampagnen bei foodwatch:

"Die Verbraucherschutzminister der Länder erkennen langsam, wenn auch noch zu zögerlich, dass sie Entscheidungen gegen das Interesse der Industrie treffen müssen. Jetzt ist die Bundesernährungsministerin am Zug: Julia Klöckner muss per Gesetz dafür sorgen, dass nur noch solche Lebensmittel an Kinder vermarktet werden dürfen, die die Kriterien der Weltgesundheitsorganisation für gesunde Kinderlebensmittel erfüllen. Eine Nährwert-Kennzeichnung in Ampelfarben muss verbindlich durchgesetzt werden, genauso wie eine Sonderabgabe auf übersüßte Getränke und eine Mehrwertsteuerbefreiung von Obst und Gemüse. Es braucht eine umfassende politische Strategie zur Förderung gesunder Ernährung, nicht nur freundliche Empfehlungen an die Ernährungswirtschaft. Eine rein freiwillige Strategie zur Reduktion von Zucker, Fett und Salz allein ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein."

Hintergrund

Das WHO-Regionalbüro für Europa hatte Anfang 2015 konkrete Vorgaben definiert, wonach nur noch ernährungsphysiologisch ausgewogene Produkte an Kinder vermarktet werden sollten. Dabei spielen unter anderem die Anteile von Fett, Zucker und Salz, aber auch der Kaloriengehalt oder zugefügte Süßstoffe eine Rolle. 

Die Bundesländer wollen Kinder und Jugendliche besser vor gezielter Werbung für Dickmacher schützen. Das haben die Verbraucherschutzminister der Länder am Freitag, den 15. Juni 2018 in Saarbrücken beschlossen. Die Bundesregierung solle prüfen, welche "rechtlichen Maßnahmen" ergriffen werden könnten - zum Beispiel ein Verbot von Lockwerbung für ungesunde Lebensmittel.

 
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