© Dusan Kostic - Fotolia.com

Das ist das Problem

Glyphosat ist das weltweit am häufigsten verwendete Pflanzengift. Doch die gesundheitlichen Auswirkungen der Chemikalie sind umstritten, es bestehen Zweifel an der bisherigen Bewertung seiner Giftigkeit. Im März 2015 stufte die Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Stoff als „wahrscheinlich krebserregend beim Menschen“ ein. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) teilt diese Bedenken nicht.

Das ist der Stand

Die EU-Mitgliedstaaten stimmten Ende November für die erneute Zulassung von Glyphosat für weitere fünf Jahre. Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) setzte sich über die Geschäftsordnung der Bundesregierung hinweg und lies für Deutschland für eine erneute Zulassung abstimmen. Da das Bundesumweltministerium unter Barbara Hendricks gegen die Zulassung war, hätte Deutschland sich bei der Abstimmung eigentlich enthalten müssen. Frankreich kündigte kurz nach der Abstimmung an, ein nationales Verbot innerhalb der nächsten drei Jahre umsetzen zu wollen. Auch in Deutschland ist ein nationales Glyphosat-Verbot möglich.

Das fordert foodwatch

Bei der Bewertung von Glyphosat sind die Experten uneins: Die WHO-Krebsforschungsagentur (IARC) stuft das Unkrautvernichtungsmittel als „wahrscheinlich krebserregend beim Menschen“ ein, EFSA und ECHA teilen dies nicht. Daher muss die EU-Kommission aus Sicht von foodwatch das im EU-Recht verankerte Vorsorgeprinzip anwenden. Das heißt:

Solange seriöse Hinweise auf gesundheitliche Risiken im Raum stehen, darf Glyphosat nicht weiter auf dem Acker eingesetzt werden! 

Grundsätzlich muss allen potenziell schädlichen Mitteln die Zulassung entzogen werden. Bei künftigen Zulassungsverfahren dürfen nur noch solche Einzelwirkstoffe und Präparate als Pflanzenschutzmittel zugelassen werden, die transparent und unabhängig als unbedenklich bewertet wurden. Aus Sicht von foodwatch muss das Ziel sein, dass die Landwirtschaft ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel oder etwa das Schwermetall Kupfer im Obstbau auskommt. Das gilt für die gesamte Landwirtschaft, egal ob konventionell oder ökologisch.

 

Bild: Dusan Kostic - Fotolia.com

Zuletzt geändert am 15.03.2017
 
Newsletter abonnieren
Abonnenten:

Aktionen, Infos, Tests – Sie
erfahren´s zuerst.

Wir sind foodwatch


Verbraucher kämpfen gemeinsam für ihre Rechte – seien Sie dabei!