Die 10 irrsinnigsten Lebensmittelgesetze

11.04.2014
foodwatch präsentiert die 10 irrsinnigsten Lebensmittel-Gesetze. © Frank Weinert

Giftpanscher bleiben straffrei, riskante Schlachtabfälle werden mit farblosen Farben markiert, Testpflichten für Unternehmen sind lückenhaft – an zahlreichen Beispielen zeigt sich: Das Lebensmittelrecht in Deutschland und der EU schützt die Interessen der Unternehmen oft besser als die der Verbraucher. foodwatch präsentiert die Liste der 10 irrsinnigsten Lebensmittelgesetze.

Lebensmittel sind so sicher wie nie – das ist das Mantra von von Politik und Lebensmittelindustrie. Doch regelmäßig kommt es zu Lebensmittelskandalen, von Pferdefleisch in der Rindfleisch-Lasagne bis zu Dioxin im Frühstücks-Ei. Die Aufregung nach jedem neuen Skandal ist groß. Aber wirklich wirksame politische Maßnahmen werden danach nur selten umgesetzt.

Der einzelne Verbraucher muss dabei machtlos zuschauen, wie die Nahrungsmittelindustrie der Politik die Spielregeln diktiert. Anstatt wirksame Gesetze für einen besseren Verbraucherschutz durchzusetzen – auch gegen den Einfluss der Lebensmittel-Lobby –, scheuen Politiker in Brüssel und Berlin den Konflikt mit der Wirtschaft.

Absurde Gesetze im Interesse der Industrie

Ein Blick auf die teils hoffnungslos absurde Gesetzgebungspraxis zeigt, dass es eine Vielzahl von Risiken gibt, die leicht vermieden werden können. Beispiel Dioxin: Nach dem Dioxin-Skandal 2011 kündigte die Bundesregierung zwar an, Futtermittelherstellern eine „systematische“ Eingangsuntersuchung auf Dioxine vorzuschreiben. Allerdings müssen nur Fette und Öle getestet werden, andere Futter-Zutaten nicht. Außerdem ist nur eine Stichprobe pro 1.000 Tonnen (!) vorgeschrieben – das heißt: In einem Konvoi von 50 Lastwagen wird eine einzige Probe gezogen. Beispiel Uran im Wasser: Für Trinkwasser gibt es zwar einen Grenzwert für die Uranbelastung – nicht aber für Mineralwasser in Flaschen. Beispiel bedenkliche Zusatzstoffe: Die so genannten Azo-Farbstoffe (die vor allem in Kinderprdoukten stecken) stehen im Verdacht, das Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) auszulösen. Doch anstatt die umstrittenen – und überflüssigen – Farbstoffe einfach zu verbieten, schreibt die Europäische Union nur einen versteckten Mini-Warnhinweis im Kleingedruckten vor. 

Mehr Beispiele gibt es in der Liste der 10 irrsinnigsten Lebensmittel-Gesetze.

 
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