Kellogg’s „Special K Classic“ mit Mineralölen belastet

02.06.2016

Kellogg's „Special K Classic“ sind laut einem foodwatch-Labortest stark mit gefährlichen gesättigten Mineralölen (MOSH) belastet. Demnach enthält ein Kilogramm Frühstücksflocken ganze 19 Milligramm MOSH – alarmierende Werte, insbesondere vor dem Hintergrund, dass das Lebensmittel bevorzugt von Kindern verzehrt wird. Die Testergebnisse anderer Kellogg's-Produkte zeigen wiederum: Der Hersteller macht beim Thema Mineralöl wichtige Fortschritte. 

foodwatch hat vier Kellogg's-Produkte auf Mineralöle testen lassen. Dabei waren die Frühstücksflocken Special K Classic besonders stark mit MOSH belastet. Die nachgewiesenen gesättigten Mineralöle reichern sich im menschlichen Körper vor allem in Organen wie Leber und Milz, aber auch den Lymphknoten an. Über Jahre hinweg kommt es so zu einer hohen Mineralölkonzentration im menschlichen Körper, die Folge können Organschäden sein. Besonders gefährdet sind Kinder: Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sind diese stärker mit Mineralölen belastet als Erwachsene. 

foodwatch kritisierte, dass Kellogg's die Gesundheit der Verbraucherinnen und Verbraucher aufs Spiel setzt. Für ein Produkt, das häufig von Kindern verzehrt wird, ist die Mineralölbelastung inakzeptabel. Der Hersteller muss für einen effektiven Gesundheitsschutz die gefährlichen Mineralöle aus ihren Produkten heraushalten. Bis die Belastung in Kellogg's Special K Classic gesenkt wurde, muss das Produkt umgehend zurückgerufen werden.

Aromatische Mineralöle nicht nachweisbar

Die weiteren drei Produkte FrostiesSmacks und Cornflakes enthielten nur geringe Spuren der gesättigten Mineralöle (MOSH), die gefährlichen aromatischen Mineralöle (MOAH) waren in keinem der getesteten Produkte nachweisbar. Laut EFSA und dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stehen MOAH im Verdacht krebserregend und erbgutverändernd zu sein. Noch im Oktober 2015 hatte foodwatch in einem umfassenden Labortest in Kellogg's Cornflakes“ MOAH nachgewiesen.

 

Nachdem Aldi Süd vor acht Wochen ankündigte keinerlei Mineralölbelastung mehr in den Lebensmitteln seiner Eigenmarken zu dulden, müsse Kellogg's nun nachziehen, forderte foodwatch: Aromatische Mineralöle hätten in Lebensmitteln nichts zu suchen und gesättigte müssten zumindest so weit wie möglich minimiert werden. Dazu forderte foodwatch Kellogg's auf eine „funktionelle Barriere“ einzusetzen: Mit einer Beschichtung oder einem geeigneten Innenbeutel lassen sich Produkt und Kartonverpackung voneinander trennen. So können weder Mineralöle noch hunderte weitere, zum Teil gesundheitsgefährdende Chemikalien auf die Produkte übergehen. Zudem müsse Kellogg's dafür sorgen, dass der Übergang von MOSH in Lebensmitteln während des gesamten Produktionsprozesses so weit wie technisch möglich reduziert wird.

Über Produktion oder Verpackung gelangen Mineralöle in Lebensmittel

Mineralöle gelangen über unterschiedliche Wege in Lebensmittel. Aus Druckfarben von Altpapierverpackungen und Pappkartons, die zur Lagerung und zum Transport verwendet werden können Mineralöle auf Lebensmittel übergehen. Aber auch in der Produktion verwendete Maschinenöle oder Abgase aus Industrie und Verkehr können Lebensmittel verunreinigen.

In den vergangenen Monaten waren in einer ganzen Reihe Tests Mineralölverunreinigungen in Lebensmitteln nachgewiesen worden: foodwatch fand sie in Schoko-Osterhasen, Öko-Test in Superfoods und Dr. Oetker-Produkten, das Bayerische Landesgesundheitsamt in Adventskalendern, Stiftung Warentest in Olivenölen. In einem umfangreichen Labortest von foodwatch war jedes fünfte Lebensmittel (9 von 42) mit krebsverdächtigen MOAH belastet.

foodwatch fordert strikte Höchstwerte für gesättigte Mineralöle (MOSH), für die besonders kritischen aromatischen Mineralöle (MOAH) muss eine Null-Toleranz gelten. Solange es keine europäische Regelung gibt, ist die Bundesregierung in der Pflicht ein nationales Gesetz zum Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher zu beschließen.

fotolia.com: © nipaporn, © rimglow, © volff, © Winai Tepsuttinun, © Xavier; Montage foodwatch

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