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Tierhaltung

Wenn Haltung zur Qual wird

Das ist das Problem

Bei der Haltung von landwirtschaftlichen Nutztieren sind Verhaltensstörungen, Krankheiten und Schmerzen an der Tagesordnung. Die meisten Tiere stehen in überfüllten Ställen. Schweine knabbern sich gegenseitig aus Stress die Schwänze ab, Kühen wird Milch aus kranken Eutern abgepumpt und in Geflügelställen ist Kannibalismus „normal“. Diese Haltungsverfahren verursachen im Verbund mit mangelhafter Tierbetreuung eine Vielzahl von vermeidbaren Erkrankungen und Todesfällen bei den Tieren – das gilt für alle Haltungsverfahren, ob bio oder konventionell.

Das ist der Stand

Beim Einkauf von Milch und Fleisch haben wir lediglich die Wahl zwischen bio oder konventionell. Nur bei losen Eiern erkennen wir anhand des Stempelaufdrucks (0-1-2-3), nach welchem Verfahren die Tiere gehalten wurden: ob in ökologischer oder konventioneller Freilandhaltung, in Boden- oder Käfighaltung. Doch auch das sagt noch nichts darüber aus, wie es den Tieren tatsächlich ergeht. Denn neben dem zur Verfügung stehenden Platz oder der Ausgestaltung der Ställe und Ausläufe ist ein entscheidender Faktor für den gesundheitlichen Zustand der Tiere das „Management“ durch die Tierhalter, also die Tierbetreuung, die Betriebshygiene, das Stallklima und vieles mehr. Doch Gesundheitsdaten werden bisher in keinem Haltungsverfahren systematisch und herdengenau erfasst – und sind eben auch für die Kennzeichnung als Bioprodukt kein Kriterium. 

Das fordert foodwatch

Weder freiwillige Maßnahmen der Wirtschaft noch eine Kennzeichnung tiergerecht erzeugter Produkte können hier die Lösung sein. Denn beides würde bedeuten, dass immer noch Produkte in den Handel gelangen, die nicht tiergerecht erzeugt wurden – und das darf nicht länger sein! foodwatch fordert:

  • An die Bedürfnisse der Tiere angepasste Haltungsverfahren müssen zum allgemeinen gesetzlichen Standard werden.
  • Gesetzliche Zielvorgaben für die Tiergesundheit: Alle Menschen, die Legehennen oder andere Tiere halten, müssen geschult und unterstützt werden, damit sie die Zielvorgaben zur Tiergesundheit erreichen.
  • Alle Kontrollergebnisse zu Haltungsbedingungen und Gesundheitsdaten müssen veröffentlicht werden.
  • Verstöße müssen konsequent geahndet werden.