Keine Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse, Jamaika!

01.11.2017
Rosenkohl. Foto: Keenan Loo/Unsplash

Fehlernährung und Übergewicht sind ein ernstes Problem, besonders bei Kindern. 15 Prozent der Kinder hierzulande sind übergewichtig. foodwatch fordert von der zukünftigen Bundesregierung daher, Obst und Gemüse von der Mehrwertsteuer zu befreien. Damit könnte die Jamaika-Koalition eine gesunde Ernährungsweise – gerade bei Kindern – fördern.

In Deutschland gibt es zahlreiche Fehlanreize, die eine gesunde Ernährung unnötig erschweren: Werbung, die bereits kleinen Kindern vor allem Süßigkeiten andient, eine unverständliche Nährwertkennzeichnung und nicht zuletzt die Preise. Es ist höchste Zeit, mit steuerpolitischen Maßnahmen eine gesunde Ernährung zu erleichtern – das wird mit gutem Grund von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen.

Martin Rücker, Geschäftsführer von foodwatch Deutschland

„Wenn die Jamaika-Koalitionäre gesunde Ernährung ernsthaft fördern möchten, dann müssen sie konsequent handeln. Die Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse muss abgeschafft werden. Das hilft den Menschen und den gesundheitspolitischen Zielen gleichermaßen.“

Martin Rücker, Geschäftsführer von foodwatch Deutschland

Kinder ernähren sich falsch

15 Prozent der Kinder hierzulande sind übergewichtig, sechs Prozent sogar adipös, also fettleibig – ihnen drohen Krankheiten wie Diabetes, Gelenkprobleme, Bluthochdruck und Herzerkrankungen. Im Vergleich zu den 1980er und 1990er Jahren ist der Anteil übergewichtiger Kinder um 50 Prozent gestiegen.

Der wichtigste Grund für das Übergewichtsproblem: Kinder ernähren sich falsch. Laut einer umfassenden Studie des staatlichen Robert Koch-Instituts essen Kinder zu wenig pflanzliche Lebensmittel – insbesondere Gemüse, Obst, Brot, Kartoffeln und andere kohlenhydratreiche Beilagen. Gleichzeitig essen die meisten Kinder deutlich zu viel Fleisch und Wurst und mit zunehmendem Alter generell zu viele fettreiche tierische Lebensmittel. Und vor allem verzehren Kinder in deutlich zu großen Mengen Süßwaren, Knabberartikel, zuckrige Müslis und Limonaden.

Für eine verpflichtende Ampelkennzeichnung!

Unterschriften. Sind Sie schon dabei?

Danone führt in Deutschland die Lebensmittelampel ein. Doch einzelne Produkte mit Ampelkennzeichnung helfen nicht viel, denn ein Vergleich ist so nicht möglich. Die Bundesregierung muss dafür sorgen, dass eine einheitliche Ampel gesetzlich vorgeschrieben wird.  >> Mehr erfahren

Datenschutzhinweis
 
Newsletter abonnieren
Abonnenten:

Aktionen, Infos, Tests – Sie
erfahren´s zuerst.

Wir sind foodwatch


Verbraucher kämpfen gemeinsam für ihre Rechte – seien Sie dabei!