Nachricht 10.08.2021

Nach foodwatch-Kritik: Mars ruft belastetes Eis zurück

Mars GmbH

Der Lebensmittelkonzern Mars hat nach Kritik von foodwatch verschiedene Eiscremes von Snickers, Bounty, M&Ms und Twix zurückgerufen. Der Grund ist eine Verunreinigung mit dem krebserregenden Stoff Ethylenoxid.

Der Nahrungsmittelkonzern Mars hat mehrere Eiscreme-Chargen der bekannten Marken Snickers, Bounty, M&Ms und Twix zurückgerufen. Der in den Produkten verarbeitete Zusatzstoff Johannisbrotkernmehl (E410) sei mit dem krebserregenden Stoff Ethylenoxid belastet, erklärte das Unternehmen. Die Warnung kommt spät: Bereits vor mehreren Wochen rief Mars die gleichen Chargen in anderen Ländern, darunter Österreich, Rumänien und Schweden zurück. In Deutschland verkaufte das Unternehmen die Produkte jedoch weiter, wie foodwatch-Recherchen ergeben hatten.

Der öffentliche Druck wurde nun offenbar zu groß. Folgende Produkte sind vom Rückruf betroffen:

SNICKERS Ice cream bar, 6-Pack Box
•    EAN/ GTIN: 5000159344081
•    Mindesthaltbarkeitsdaten: 31.10.2022; 30.11.2022; 31.01.2023; 28.02.2023; 31.03.2023; 30.04.2023
SNICKERS Ice cream bar, Single
•    EAN/ GTIN: 5000159460873
•    Mindesthaltbarkeitsdaten: 31.10.2022; 30.11.2022; 31.12.2022; 31.01.2023; 31.03.2023; 30.04.2023
SNICKERS CRISP Ice cream bar, 6-Pack Box
•    EAN/ GTIN: 5000159526074
•    Mindesthaltbarkeitsdaten: 30.11.2022; 31.12.2022; 28.02.2023; 30.04.2023
SNICKERS CRISP Ice cream bar, Single
•    EAN/ GTIN: 5000159526128
•    Mindesthaltbarkeitsdaten: 30.11.2022; 31.12.2022; 28.02.2023; 30.04.2023
SNICKERS WHITE Ice cream bar, 6-Pack Box
•    EAN/ GTIN: 5000159509626
•    Mindesthaltbarkeitsdaten: 31.12.2022; 28.02.2023; 31.03.2023
SNICKERS WHITE Ice cream bar, Single
•    EAN/ GTIN: 5000159509664
•    Mindesthaltbarkeitsdaten: 31.12.2022; 28.02.2023
BOUNTY Ice cream bar, 6-Pack Box
•    EAN/ GTIN: 5000159483056
•    Mindesthaltbarkeitsdaten: 28.02.2022; 31.03.2022; 30.04.2022; 31.12.2022; 28.02.2023; 31.03.2023; 30.04.2023
BOUNTY Ice cream bar, Single
•    EAN/ GTIN: 5000159483032
•    Mindesthaltbarkeitsdaten: 28.02.2022; 30.04.2022; 31.10.2022; 31.12.2022; 28.02.2023; 30.04.2023
TWIX Ice cream bar, 6-Pack Box
•    EAN/ GTIN: 5000159484688
•    Mindesthaltbarkeitsdaten: 31.10.2022; 31.12.2022; 28.02.2023; 31.03.2023; 30.04.2023
TWIX Ice cream bar, Single
•    EAN/ GTIN: 5000159484633
•    Mindesthaltbarkeitsdaten: 31.03.2022; 30.04.2022; 31.12.2022; 28.02.2023; 30.04.2023
M&M's choco Ice cream stick Stieleis, Single
•    EAN/ GTIN: 5000159509367
•    Mindesthaltbarkeitsdatum: 31.01.2023
M&M's peanut Ice cream Stieleis, Single
•    EAN/ GTIN: 5000159509343
•    Mindesthaltbarkeitsdaten: 31.08.2021; 31.10.2021; 31.05.2022; 31.07.2022
 

Der Rückruf von Mars kommt viel zu spät: Erst nach Druck von foodwatch warnt das Unternehmen die Öffentlichkeit und lässt die Produkte aus den Regalen räumen.
Oliver Huizinga Kampagnendirektor bei foodwatch

Mars täuscht Öffentlichkeit

Im Zuge des Produktrückrufs erklärte Mars,  die Produkte seien nach wie vor „sicher“ und der Verzehr „nicht schädlich“. Diese Behauptung steht im Widerspruch zur Einigung der EU-Staaten, wonach „keine sichere Aufnahmemenge“ von Ethlenoxid festgelegt werden kann und auch kleinste Mengen des krebserregenden Stoffs ein Gesundheitsrisiko darstellen können. Am 13. Juli verständigten sich die Mitgliedsländer der EU darauf, dass alle Lebensmittel öffentlich zurückgerufen werden müssen, die mit Ethylenoxid belastetes E410 enthalten.  Während in Ländern wie Frankreich, Österreich und den Niederlanden konsequent zurückgerufen wird, erging in Deutschland bis heute jedoch keine einzige Warnung.

Behörden müssen Rückrufe durchsetzen!

Der Rückruf von Mars ist nur die Spitze vom Eisberg. E410 wird als Verdickungsmittel und Stabilisator in vielen Eiscremes, Konfitüren, Fleisch- und Backwaren verwendet. Wir können also davon ausgehen, dass noch weitere Produkte betroffen sind. In einem Brief an die Verbraucherminister*innen der Länder äußerten wir bereits Ende Juli die Sorge, „dass Lebensmittelunternehmen die Problematik nicht mit ausreichender Priorität behandeln“.

Die zuständigen Behörden müssen jetzt endlich alle Hersteller, die E410 verwenden, überprüfen und notfalls Rückrufe anordnen. Ein krebserregender Stoff hat in unserem Essen nichts verloren. Unterzeichnen Sie jetzt unsere Aktion an die Verbraucherschutzminister:innen der Länder und fordern Sie mit uns: Ethylenoxid raus aus den Regalen!

Unterzeichnen Sie jetzt unsere Aktion an die Verbraucherschutzminister:innen der Länder: Die Lebensmittelbehörden müssen konsequent durchsetzen, dass alle belasteten Produkte öffentlich zurückgerufen werden!

Mitmachen

Keinen Richtwert ohne Gesundheitsrisiko

Das Gas Ethylenoxid ist laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) krebserregend und erbgutschädigend. Rückstände in Lebensmitteln seien grundsätzlich „unerwünscht“. Einen Richtwert ohne Gesundheitsrisiko gebe es nicht. Während Ethylenoxid in der Lebensmittelproduktion der EU verboten ist, wird es jedoch in etlichen Drittstaaten zur Bekämpfung von Pilzen und Bakterien eingesetzt.