Auf das Durstgefühl ist Verlass – Wie viel Flüssigkeit braucht der Mensch?

08.07.2016
© fotolia.org / Antonioguillem

Antwort der Enährungsexpertin

Immer schön viel Trinken – das sagt uns nicht nur jeder Arzt, wenn wir erkältet sind. Die ausreichende Aufnahme von Flüssigkeit ist die Grundvoraussetzung dafür, dass jede Zelle im Körper genug befeuchtet und damit optimal leistungsfähig ist. Flüssigkeit ist für den Körper das entscheidende Mittel zur täglichen inneren Reinigung. Der menschliche Körper besteht je nach Alter zu 50 bis 70 Prozent aus Wasser. Für den Transport ,beispielsweise von Nährstoffen und Vitaminen, ist Flüssigkeit unabdingbar. Aber auch für den Abtransport von Gift- und Ausscheidungsstoffen braucht der Körper Wasser.

Die häufig empfohlene Trinkmenge von zwei Litern bezieht sich auf erwachsene Personen mit einem Körpergewicht von 70-80 kg. Das ist sehr pauschal. Etwas genauer lässt sich der eigene Bedarf und somit die optimale Trinkmenge mit der Aqua-Formel berechnen: Körpergewicht (in kg) x 0,03 Liter. Optimal für eine gesunde Person, die rund 50 kg wiegt, sind also 1,5 Liter; für eine Person, die 100 kg wiegt drei Liter. An besonders heißen Tagen oder bei schweißtreibender körperlicher Betätigung ist der Bedarf höher.

Signalisiert der Körper das Gefühl Durst, ist der Körper normalerweise schon in einem quantitativen Defizit. Die ersten Anzeichen, zu wenig getrunken zu haben, sind eine Verschlechterung der Konzentration, leichte Müdigkeitssymptome oder ein Gefühl der Abgeschlagenheit bis hin zu starken Kopfschmerzen. Gerade im Sommer können Kopfschmerzen die Folge davon sein, dass wir zu wenig trinken. Ein weiterer guter Indikator für die getrunkene Menge Flüssigkeit sind Farbe und Geruch des Urins. Bei ausreichender Menge und Qualität der Getränke ist Urin über Tag klar und nahezu geruchsneutral. Der Morgenurin hat immer einen strengeren Geruch und eine intensivere Farbe, da nachts meist nichts getrunken und trotzdem „Reinigungsarbeit“ erledigt wird. Das beste Getränk zur inneren Reinigung ist Wasser. Auch geeignet sind stark verdünnte Fruchtsäfte oder Kräutertees.

Durstgefühl ist trainierbar

Grundsätzlich signalisiert der Körper spätestens mit dem Gefühl Durst, dass er Wasserbedarf hat. Wer nicht genau auf seinen Körper hört, kann das Melden von Durst auch mal als Hunger oder Appetit interpretieren oder dieses Signal komplett ignorieren. Mit zunehmendem Alter kommt hinzu, dass das Gefühl von Durst nachlässt, obwohl der Bedarf nicht reduziert ist. Somit besteht gerade bei älteren Menschen die Gefahr der Dehydrierung, was Orientierungslosigkeit bis hin zu Halluzinationen zur Folge haben kann. Wer bei sich beobachtet, dass er oder sie regelmäßig zu wenig trinkt, kann das Durstgefühl trainieren und somit seine Trinkmenge wieder steigern.

Bei mangelndem Durstgefühl, hilft es, sich für drei bis vier aufeinander folgenden Tage einen Wecker zu stellen, der alle 30 Minuten klingelt. Bei jedem Klingeln einfach ein paar Schlucke trinken. Nach ein paar Tagen wird sich bereits wieder ein Durstgefühl melden, welches auch ohne Wecker frühzeitig daran erinnert zu trinken. Eine Alternative kann sein, sich die zu trinkende Tagesmenge etwa auf den Wohnzimmertisch zu stellen, dass wir immer sichtbar daran erinnert werden, zu trinken und wir abends leicht sehen können, ob wir unser „Ziel“ schon erreicht haben.

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