Ich höre immer öfter von sogenannten „super fruits“ – was können Acai, Goji, Acerola oder Aronia wirklich?

01.06.2015
© Marek - fotolia.com

Antwort der Ernährungsexpertin:

Diese Beerenfrüchte sind momentan schwer im Trend und mit vielen Versprechungen behaftet: Acai, Goji, Aronia und Co. sollen gesundheitsförderlich sein, das Immunsystem stärken oder heilende Wirkung haben – sie werden daher manchmal sogar als „Superfrüchte“ bezeichnet. 

Bei Ernährungsfragen weiß foodwatch-Expertin Dr. Astrid Gerstemeier Rat.

Reich an Vitamin C

Über die genauen Zusammensetzungen und die damit verbundenen Wirkungsweisen von Aronia, Acai oder Goji liegen allerdings bislang zum überwiegenden Teil nur einzelne Beobachtungen und Untersuchungen vor – zu den quantitativen Zusammensetzungen der Inhalte gibt es noch keine deckungsgleichen Angaben unabhängiger Quellen. Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat nahezu alle Aussagen zu einem kausalen gesundheitlichen Nutzen abgelehnt, da es dafür bislang keine wissenschaftlich gesicherten Beweise gibt.

Kennzeichnend für die Früchte ist aber auf jeden Fall der vergleichsweise hohe Gehalt an Vitamin C. Den mit Abstand höchsten Gehalt liefert die Acerola-Frucht mit ca. 1.700 Milligramm pro 100 Gramm. (Zum Vergleich: Ein Apfel enthält ca. 12 mg , eine Zitrone ca. 50 mg Vitamin C pro 100 Gramm.) Außerdem enthält Acerola weitere Vitamine und Mineralstoffe, wie zum Beispiel Provitamin A, Vitamin B1 und B2 sowie Niacin, Phosphor und Kalzium.

 Aronia mit milderen Früchten mischen

Die Intensität der sogenannten antioxidativen Wirkung all dieser Beerenfrüchte ist abhängig vom Gesamtgehalt an Vitamin C und E der jeweiligen Frucht. Antioxidantien (entzündungshemmende Stoffe) helfen im Körper freie Radikale zu binden, die unter anderem Zellschädigungen hervorrufen könnten.

Auch sekundäre Pflanzenstoffe wie beispielsweise die Anthocyane konnten beispielsweise in Aronia Beeren nachgewiesen werden. Anthocyane (wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe) verursachen einen leicht bitteren Geschmack so wie eine etwas dunklere Färbung der Frucht. Wem der Geschmack zu bitter ist, kann die Früchte oder den Saft mit einer milderen Fruchtsorte – mit Traubensaft oder Rosinen mischen, dann ist der bittere Geschmack etwas abgemildert. Andererseits wirken sich bittere Geschmacksanteile unterstützend auf den Leberstoffwechsel aus.

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Unverarbeitete Früchte sind reich an nützlichen Ballaststoffen

Neben dem Gehalt an Vitaminen und Mineralien sollten auch die Ballaststoffe noch erwähnt werden – die in allen Früchten enthalten sind. Und: Je unverarbeiteter die jeweiligen Früchte sind, desto größer ist in der Regel der Nutzen für den Körper.

Also, ob nun wirklich „Superfrucht“ oder nicht: Lecker und besonders reich an Vitamin C sind Acai und Co. auf jeden Fall! Und die Möglichkeiten der Zubereitung sind vielfältig: als frische Frucht, als Trockenobst oder verarbeitet als Fruchtpüree oder Saft. Aus Großmutters Küche ließen sich zu den zurzeit so angesagten Früchten noch der Sandorn oder die Hagebutte hinzufügen, aber auch Cranberry, Granatapfel oder die Heidelbeere könnten die Reihe erweitern.

Übrigens: Vitamine, Ballaststoffe und Co. sind natürlich nicht nur in den „Superfrüchten“, sondern auch in anderen Obstsorten reichlich enthalten – regelmäßig frisches Obst und Gemüse zu essen, ist also immer „super“…  

(Bild: © Marek - fotolia.com)

 
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