Im Supermarkt wundere ich mich manchmal, dass Strauchtomaten meistens teurer sind als andere Tomaten. Gibt es da einen Unterschied, wachsen nicht alle Tomaten am Strauch?

01.08.2013

Antwort der Ernährungsexpertin Astrid Gerstemeier:

Beim Anbau von Tomaten wird in erster Linie zwischen Stab- und Strauchtomaten unterschieden. Stabtomaten werden beim Anbau „ausgegeizt“. Das bedeutet: Die Seitentriebe der Pflanze werden abgeschnitten, damit die verbleibenden Früchte am Hauptstamm möglichst groß und kräftig werden. Da der Stängel nicht besonders tragfähig ist, muss die Pflanze an einen Stab (daher der Name) angebunden werden, damit sie während des Längenwachstums nicht bricht. Die Wuchshöhe beträgt bei einem Mindestabstand der einzelnen Pflanzen von 60 Zentimeter etwa 1,5 - 2,5 Meter. Bei Strauchtomaten beträgt die Wuchshöhe hingegen maximal 1,20 Meter. Stabtomaten erzeugen auf derselben Fläche etwa doppelt so viel Ernte wie Strauchtomaten – und sind daher häufig etwas günstiger im Supermarkt zu kaufen. Aufgrund der höheren Erträge ist die Stabtomate deutlich weiter verbreitet als die Strauchtomate: Ca. 70 Prozent des Weltanbaus entfallen auf diese Sorte. 

Andere Anbauweise bei Strauchtomaten

Strauchtomaten wachsen mehrtriebig und somit eher buschig. Sie werden nicht ausgegeizt. Aufgrund der geringeren Größe sind sie resistenter gegenüber Kraut- und Braunfäule und eignen sich somit gut für den eigenen Anbau im Garten oder auf der Terrasse. Da bei Strauchtomaten nicht einzelne Früchte geerntet werden, sondern gleich die ganze Rispe, müssen sie möglichst zeitgleich reifen. Im Spätsommer, wenn die Witterung die Früchte nicht mehr ausreichend reifen lässt, sollten neu gebildete Blüten herausgebrochen werden, damit die Kraft der Pflanze in die schon bestehenden Früchte gesteckt werden kann. Ein Tipp: Wenn am Ende des Sommers noch grüne Tomaten am Strauch hängen, können die geernteten Rispen in Zeitungspapier gewickelt im Haus nachreifen.

Foto: Dusan Kostic – Fotolia.com

Unterschiedliche Tomatensorten ausprobieren

Ähnlich wie bei den Stabtomaten gibt es auch bei Strauchtomaten eine große Vielzahl. Die einzelnen Sorten unterscheiden sich etwa in der äußeren Form (zum Beispiel Cocktailtomate, Fleischtomate, Datteltomate), der Farbe (von natürlicherweise hellrot bis dunkelrot), der Größe, dem Geschmack/Aroma oder der Schalendicke. Es gibt sowohl kleinste, rote, sehr aromatische Sorten mit ganz dünner Haut, als auch große fleischige Varianten zum Kochen mit dickerer Haut.

In einem durchschnittlichen Supermarkt findet man häufig nur die üblichen „Klassiker“ im Gemüseregal. Es lohnt sich aber auf jeden Fall einmal, die zahlreichen alten Tomatensorten zu probieren. Gerade jetzt im Sommer/Spätsommer finden Sie zum Beispiel auf dem Wochenmarkt Tomaten in den verschiedensten Formen und Farben. Ich bin mir sicher: Sie werden überrascht sein, wie unterschiedlich diese schmecken können! Und: Egal ob als Soße, gratiniert, überbacken, als kalte oder warme Suppe, in Salat oder Saft – Tomaten sind nicht nur lecker, sondern auch gesund. Denn die Früchte enthalten reichlich Vitamin C, Kalium, wasserlösliche Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Gleichzeitig sind sie sehr kalorienarm.

 
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