Podcast: Warum triggert euch Fleisch so?
Veganer vs. Fleischesser: Da kochen die Emotionen hoch. Was wäre eine Lösung in der Debatte um Fleischkonsum und Tierhaltung?
Vegetarier:innen und Veganer:innen stehen überzeugten Fleischesser:innen gegenüber, und der Graben ist unüberwindbar – dieser Eindruck entsteht leicht. Gerade in den hitzigen Debatten auf Social Media. Doch tatsächlich ist die Spaltung in unserer Gesellschaft bei dem Thema Tierhaltung und Fleischkonsum gar nicht so groß, wie es manchmal scheint. Darüber sprechen foodwatch-Chef Chris Methmann und Pressesprecher Andreas Winkler.
Mehrheit will tierische Lebensmittel essen
Genaue Zahlen sind schwierig zu ermitteln, aber schätzungsweise gut 8 Millionen Menschen in Deutschland ernähren sich weitgehend vegetarisch, 1,5 Millionen leben vegan, verzichten also nicht nur auf Fleisch, sondern komplett auf tierische Lebensmittel. Das bedeutet, die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung isst weiterhin tierische Lebensmittel. Der Konsum von Fleisch sinkt dabei tendenziell seit einigen Jahren. Und das ist gut so. Denn weniger Fleisch und Wurst zu essen, ist besser für die Gesundheit, für den Klima- und den Umweltschutz.

Wir brauchen strengere gesetzliche Tierhaltungsstandards. Das nötige Geld, um zum Beispiel Landwirte beim Umbau ihrer Ställe zu unterstützen, könnte aus einer Tierwohl-Abgabe oder höheren Steuern für tierische Produkte kommen.foodwatch-Geschäftsführer
Verbraucher:innen würden mehr zahlen für gute Tierhaltung
Komplett auf Fleisch, Käse, Joghurt und Co. verzichten, wollen die wenigsten Menschen in Deutschland. Gleichzeitig wünscht sich eine breite Mehrheit der Menschen eine bessere Tierhaltung – und wäre auch bereit, dafür mehr Geld zu zahlen. Laut einer repräsentativen Verian-Umfrage im Auftrag von foodwatch würden 70 Prozent der Befragten mehr für Fleisch zahlen, wenn die Einnahmen in eine artgerechtere Tierhaltung fließen.
Es gibt also durchaus einen breiten Konsens: Wir brauchen eine bessere Tierhaltung - auch wenn das bedeutet, dass tierische Produkte etwas teurer würden. Die Rahmenbedingungen dafür muss die Politik schaffen. Das ist ein klarer Handlungsauftrag für den neuen Bundesernährungsminister Alois Rainer!